10.12.2010: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 12/10, vom 10. Dezember 2010
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilung des Präsidenten
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Aus den Landesverbänden
Bayern
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Ausgabenbegrenzung für das Ambulante Operieren vom Bundestag beschlossen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 12.11.2010 hat der Deutsche Bundestag nun doch eine indirekte Budgetierung des Ambulanten Operierens beschlossen.
Trotz intensiver Bemühungen des BAO, vereint mit den anderen operativen Berufsverbänden, ist in diesem GKV-Finanzierungsgesetz eine Begrenzung des Zuwachses der Ausgaben für das Ambulante Operieren in den Jahren 2011 und 2012 festgeschrieben.
Die intensive Informationspolitik der Berufsverbände auf Länderebene hatte zunächst zu einer Stellungnahme des Bundesrates geführt, die uns noch hoffen ließ. Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat das Gesetz dann jedoch trotz aller Zweifel und Einsprüche unsererseits zur Abstimmung gebracht.
Die aktuellen Zahlen des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen zeigen einen Rückgang der Ambulanten Operationen von Vertragsärzten, hingegen ein Anstieg des Ambulanten Operierens im Krankenhaus bis zum Jahr 2009, in 2010 auch hier mit abnehmender Tendenz.
Da die bisher erbrachte Leistungsmenge nicht budgetiert wird und das Gesetz auf die Leistungsmenge von 2010 aufsetzt muss abgewartet werden, ob die beschlossene Ausgabenbegrenzung für das Ambulante Operieren überhaupt finanziell relevant werden wird.
Ein politischer Sieg der Krankenkassen auf der Basis zweifelhafter, nicht im Konsens mit KBV oder Berufsverbänden evaluierter Zahlen ist dieses Gesetz in jedem Fall.
Es ist uns auch im persönlichen Gespräch nicht gelungen, die Herren im Ministerium davon zu überzeugen, wie unsinnig es ist, eine besonders förderungswürdige Leistung überhaupt in ihrer Menge zu begrenzen.
Das Verhalten der Kassen auf Länderebene muss nun sehr genau beobachtet werden – eine präzise Absprache mit den Verantwortlichen in den Länder-KV`n ist notwendig.
Es ist durchaus vorstellbar (in Rheinland-Pfalz schon versucht), dass die Kassen auf Länderebene weiterhin mit nicht validen Daten argumentieren werden, um irgendwelche Mengenbegrenzungen zu verhandeln. Insbesondere müssen wir penibel darauf achten, dass die (vom Gesetz nicht betroffenen) Ausgaben für das Ambulante Operieren im Krankenhaus nicht zu Lasten der Vertragsärzte verrechnet werden!
Die Inhalte des GKV-Finanzierungsgesetzes (FinG) stellen einen politischen Sieg der Krankenkassen über alle Leistungserbringer dar, unmittelbare finanzielle Nachteile für die Abrechnung Ihrer ambulanten Operationen werden sie voraussichtlich jedoch nicht befürchten müssen.

Ich verbleibe mit den besten Wünschen für Sie und Ihre Familien zum Weihnachtsfest und zum Neuen Jahr

Dr. med. Axel Neumann
Präsident des BAO

Kommentierte Nachrichten

Neue Regeln für ambulante Klinikleistungen (Ärzte Zeitung 23.11.2010)
Dr. Wulf-Dietrich Leber, Leiter der Abteilung Krankenhäuser beim GKV-Spitzenverband hat auf der Medica in Düsseldorf einen neuen Reglungsrahmen mit einer eigenen Gebührenordnung gefordert. Die spezialärztliche Versorgung durch Krankenhäuser und niedergelassene Facharztpraxen müsste ordnungspolitisch klar von der ambulanten und der stationären Versorgung abgegrenzt werden, sagte Leber. Regelungsbedarf für diesen neuen Sektor sieht Leber beim Leistungskatalog, der Vergütung und der Zulassung. Bei der Vergütung schwebt ihm ein "EBM-DRG-Hybrid" vor. Er plädiert für die Abschaffung der bisherigen teilstationären Leistungen und hält auch eine Mengenregulierung auf Landesebene für notwendig.
Nach Lebers Vorstellungen gehören die Notfallversorgung in einen Kollektivvertrag und elektive Leistungen in Einzelverträge.
Kommentar: Die ambulanten Operateure sollten sich diesen Vorschlag des GKV-Spitzenverbandes genau ansehen. Zielt er doch darauf ab, dass es für ambulante Operationen einheitliche "ambulante DRGs" gibt. Auch die Regelung der Notfallversorgung in einem Kollektivvertrag dürfte den ärztlichen Vorstellungen entsprechen. J.B.

Suchmaschine Medpilot – schnelle und intuitive Literaturrecherche (Deutsches Ärzteblatt 30. August 2010, A 1637)
Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) hat eine moderne Literatursuchmaschine veröffentlicht (http://www.medpilot.de).
Kommentar: Die Suchmaschine ist schnell, übersichtlich und umfangreich und dürfte gerade dem Arzt unter Zeitdruck sehr nützlich sein. J.B.

Bundestag legt Studie über Bachelor-Reform vor (Ärzte Zeitung 11.11.2010)
81 Prozent der Studiengänge in Deutschland sind bereits auf das Bachelor- und Master-Modell umgestellt. Einen Bachelor kann man nach drei, einen Master nach zwei weiteren Studienjahren erhalten. Das Medizinstudium ist noch nicht umgestellt.
Näheres siehe: http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2010/Bologna-Prozess.pdf

Wissenschaftsrat gibt grünes Licht für Medizin-Bachelor in Oldenburg (Ärzte Zeitung 12.11.2010)
Der Wissenschaftsrat hat zugestimmt, dass in Oldenburg und im niederländischen Groningen die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) gegründet wird. Ein Kompromiss sieht vor, dass in Oldenburg das Medizinische Staatsexamen abgenommen wird und in Groningen die Bachelor- und Master-Examina. Damit könnten die Absolventen dieser EMS auch die deutsche Approbation erhalten.

Bundesärztekammer warnt vor Bachelor-/Master in der Medizin (Ärzteblatt 15.11.2010)
Die Bundesärztekammer (BÄK) hat sich gegen die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der Medizin ausgesprochen. Sie reagierte damit auf die Empfehlung des Wissenschaftsrates für die Gründung einer Universitätsmedizin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Das Oldenburger-Modell sieht eine grenzüberschreitende Medizinerausbildung mit Bachelor- und Masterabschluss in Groningen, Niederlande, und medizinischem Staatsexamen in Oldenburg vor.

Kammer Westfalen-Lippe gegen Bachelor in der Medizin (Ärzte Zeitung 17.11.2010)
Nach der Bundesärztekammer hat auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe sich gegen die Einführung von Bachelor-/Masterstudiengängen in der Medizin ausgesprochen.
Der Wissenschaftsrat stellte jedoch noch einmal klar, dass im Rahmen der European Medical School Oldenburg-Groningen alle europarechtlichen Grundlagen für die ärztliche Ausbildung im Rahmen der European Medical School Oldenburg erfüllt seien. Der in Groningen vergebene Abschluss eines Bachelor of Science würde zu keiner ärztlichen Tätigkeit befähigen; jedoch würde der Bachelor-Masterabschluss in Groningen ebenso wie das deutsche Staatsexamen in Oldenburg zu einer ärztlichen Approbation in allen europäischen Staaten führen.
Kommentar: Hier scheint der Gesetzgeber einmal mutiger zu sein, als die Ärzteschaft (oder die Medizinischen Fakultäten). Die Holländische Ausbildung ist für viele deutsche Studenten aufgrund der frühen Praxiseinbindung seit Jahrzehnten Vorbild. Nun scheint sich hier also ein Übungsfeld für neue Ansätze in Deutschland aufzutun. Die falschen, vielfach vorgetragenen Behauptungen, hier würden "Schmalspurmediziner" nach dem Bachelor-Abschluss auf Patienten "losgelassen", hat die Politik nicht geschluckt. Tatsache ist: Erst der komplette Abschluss soll zur Patientenbehandlung berechtigen und endet mit den herkömmlichen Abschlüssen. Aber ein Bachelor-Abschluss, der früh praktische, medizinische Aspekte beinhaltet, könnte hilfreich sein, wenn die Absolventen ihre Studien in anderen, ergänzenden Fächern fortsetzen. Hier hat die FDP bewiesen, dass sie ihrem Grundsatz, sich für mehr Bildung einzusetzen, durchaus treu bleibt. J.H.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Immer mehr Patienten werden ambulant operiert (Ärzte Zeitung 3.11.2010)
Nach Angaben der KKH-Allianz wurden bundesweit im Jahre 2004 rund 6,5 Millionen Patienten ambulant operiert und 2008 bereits 9,2 Millionen. Grund für die Zunahme seien schonende Op-Techniken, weniger belastende Anästhesieverfahren und die Aussicht, rasch nach Hause zurückzukehren.

Ambulant und stationär: Rösler will stärkere Verzahnung (Ärzte Zeitung 17.11.2010)
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat sich für eine stärkere Verzahnung von ambulantem und stationärem Bereich ausgesprochen. Jedoch dürfe die Zusammenarbeit zwischen Kliniken und Praxen nicht vom Nutzen der Leistungserbringer abhängen, sondern müsse vom Nutzen für die Patienten bestimmt werden.
sausbildung und Praxis. Zum Beispiel Physiotherapie und Ergotherapie werden als ausbildungsbegleitende Studiengänge angeboten.

Hoppenthaller empfiehlt Hausärzten den KV-Ausstieg (Ärzte Zeitung 5.11.2010)
Der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) hat seinen Mitgliedern empfohlen, "aus dem korrupten Zwangssystem der Kassenärztlichen Vereinigung auszuscheiden". Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hätte sein Versprechen nicht eingehalten und die hausärztliche Versorgung geschützt. De facto würde der Paragraf 73b abgeschafft werden.
Am 26. Januar soll bei einer Großveranstaltung in Nürnberg per Abstimmung über den Ausstieg entschieden werden. Dann will der BHÄV mit den Kassen freie Vollversorgungsverträge abschließen.

Hoppenthaller schwört Ärzte auf Ausstieg ein (Ärzte Zeitung 24.11.2010)
Dr. Wolfgang Hoppenthaller der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) wird am 26. Januar bei einer Großveranstaltung in Nürnberg Hausärzte über einen Systemausstieg informieren. Sollten 60 Prozent von 6.355 Hausärzten, also 3.813 Hausärzte an diesem Tag auf ihre Zulassung als Vertragsarzt verzichten, wäre der Ausstieg aus dem KV-System eingeläutet. Wenn nicht 60 % dem Antrag zustimmten, hätte die Ärzteschaft – nach Meinung von Hoppenthaller – "ein für allemal verloren".

Wirtschaftsweise werten Gesundheitsreform als Papiertiger (Ärzte Zeitung 10.11.2010)
Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat ein neues Jahresgutachten erstellt. Darin beklagen die Wissenschaftler den fehlenden Preiswettbewerb zwischen Kassen und Leistungserbringern. Sie befürworten die Weiterentwicklung der Zusatzbeiträge hin zu einer einkommensunabhängigen Pauschale.
Die Wirtschaftsweisen fordern des Weiteren einen einheitlichen Versicherungsmarkt, das heißt die Trennung von gesetzlichem und privatem Krankenversicherungsmarkt aufzuheben.

Verband: Bedarfsplanung für Ärzte unzeitgemäß (Ärzte Zeitung 11.11.2010)
Der NAV-Virchow-Bund hat die Abschaffung der Bedarfsplanung für Ärzte gefordert. Sie sei "nicht mehr zeitgemäß". Besonders könne eine Bedarfsplanung "infrastrukturelle Probleme" und "unattraktive Rahmenbedingungen" und damit das Problem des Ärztemangels in unterversorgten Regionen nicht eindämmen.

Mittelstand in der CDU will neuen Kurs in der Sozialpolitik (Ärzte Zeitung 16.11.2010)
Der wirtschaftsliberale Flügel in der CDU hat einen "ordnungspolitischer Kurswechsel in der Gesundheitspolitik" gefordert. In einem Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU heißt es: "Eines muss klar sein: Gesundheit ist zunächst individuelles Risiko und liegt in der Verantwortung des Individuums. Dies meint auch die Verantwortung des Patienten für die Kosten."

Studie: Mehr Marktwirtschaft täte der GKV gut (Ärzte Zeitung 23.11.2010)
Eine Studie der Deutschen Bank Research (dbresearch) hat das kürzlich verabschiedete GKV-Finanzierungsgesetz unter die Lupe genommen. Die Experten loben, dass die Versicherten sich in Zukunft mehr über einen Pauschalbeitrag pro Kopf an der Krankenkassenfinanzierung beteiligen müssen als über einen Anteil ihres sozialversicherungspflichtigen Einkommens. In diesem Zusammenhang wies der Studienautor Dieter Bräuninger von der dbresearch darauf hin, dass alle Einkommen eines Versicherten in Zukunft Berücksichtigung finden sollten, denn das beitragspflichtige Einkommen sage wenig über die finanzielle Leistungsfähigkeit eines GKV-Mitglieds aus.
Bei mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen würde auf die Vertragsärzte auch mehr Bürokratieaufwand fallen. Dafür müssten sie praktische EDV-Lösungen suchen, z. B. um die verschiedenen Selektivverträge berücksichtigen zu können. Technisch sei dieses möglich; die Apotheken hätten eine ähnliche Situation mit den Rabattverträgen und würden dieses Problem über EDV–Lösungen bewältigen.

Hartmannbund kämpft weiter für Kostenerstattung in der GKV (Ärzteblatt 3.11.2010)
Der Hartmannbund (HB) fordert die Regierungskoalition auf, Kostenerstattung und Sachleistungsprinzip gleichberechtigt in der Gesetzlichen Krankenversicherung GKV zu stärken. Gleichzeitig wendet er sich gegen eine zunehmende Pauschalierung bei der Vergütung ambulanter vertragsärztlicher Leistungen.

NAV-Virchow-Bund hat neuen Bundesvorsitzenden (Ärzteblatt 15.11.2010)
Die Delegierten der NAV-Bundeshauptversammlung haben einen neuen Vorsitzenden gewählt. Es ist der Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Dirk Heinrich. Er ist seit zwei Jahren Präsident des Deutschen Berufsverbandes der HNO-Ärzte und ist außerdem Facharzt für Allgemeinmedizin.

Elektronische Gesundheitskarte - "Im Hauruckverfahren und durch die Hintertüre" (Arzt & Wirtschaft 11.11.2010)
Der NAV-Virchowbund wehrt sich gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) per Zwangsverordnung, wie die Koalitionsregierung sie offenbar plant. Für diese neue Technik läge immer noch keine valide Kosten-Nutzen-Rechnung vor. Sie sei immer noch nicht ausreichend getestet und funktionierende Alternativen seien nicht in Betracht gezogen worden.
Ähnlich argumentieren die Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW): "Drei Ärztetage haben die Einführung der E-Card in den letzten Jahren abgelehnt. Zudem stößt die neue Gesundheitskarte auch in der Bevölkerung auf breiten Widerstand".

Pauschale für Kartenleser steht fest (Ärzte Zeitung 12.11.2010)
Nach Informationen der Ärzte Zeitung haben sich KBV und Kassen geeinigt, dass Niedergelassene für die Anschaffung eines stationären Lesegerätes 355 Euro und für mobile Geräte 280 Euro erhalten sollen.

DIMDI veröffentlicht OPS-Version 2011 (Ärzteblatt 4.11.2010)
Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat die endgültige Fassung der Version 2011 des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) veröffentlicht. Insgesamt flossen rund 250 Vorschläge aus Fachgesellschaften, Ärzteschaft, Krankenkassen und Kliniken in die überarbeitete Version ein.
Näheres siehe http://www.dimdi.de

"Illegale" haben Anspruch auf Behandlung (Ärzte Zeitung 29.11.2010)
Die Bundesärztekammer hat zusammen mit der Kammer Berlin ein Faltblatt erstellt, das Ärzten die Behandlung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus helfen soll. Der Weltärztebund hatte 1998 beschlossen: "Ärzte haben die Pflicht, Patienten unabhängig von ihrem Status die notwendige Versorgung zukommen zu lassen, und Regierungen dürfen weder das Recht der Patienten auf medizinische Behandlung noch die Pflicht der Ärzte zu helfen, einschränken". Das Faltblatt "Patientinnen und Patienten ohne legalen Aufenthaltsstatus in Krankenhaus und Praxis" kann im Internet abgerufen werden unter: http://www.bundesaerztekammer.de

Studenten kommen am Hausarzt nicht vorbei (Ärzte Zeitung 28.11.2010)
An der Universität Witten-Herdecke (UWH) erfahren Medizinstudenten vom ersten Semester an den Versorgungsalltag in Hausarztpraxen. Der Universität sind 92 akademische Lehrpraxen für den hausärztlichen Sektor angeschlossen. So lernen die angehenden Mediziner früh die Untersuchung, Anamnese, Prävention und Therapie der Allgemeinmedizin. Ab dem fünften Semester gibt es Blockpraktika in Kliniken, so u.a. in der Inneren Medizin und der Gynäkologie.
An der UWH wird besonderer Wert auf problemorientiertes Lernen gelegt.

Neue Hochschule für Heilberufler eröffnet (Ärzte Zeitung 9.11.2010)
In Hamburg ist die Hamburger Medical School eröffnet worden. Sie bietet zunächst sechs Bachelorstudiengänge an, ab Wintersemester 2011 folgen weiter Bachelor- sowie Masterstudiengänge. 140 Studierende sind bereits immatrikuliert. Ziel der neuen Hochschule ist eine enge Verzahnung mit Berufsausbildung und Praxis. Zum Beispiel Physiotherapie und Ergotherapie werden als ausbildungsbegleitende Studiengänge angeboten.

Privatversicherer

Grüne Bürgerversicherung: Fehlende Nachhaltigkeit (Schütze-Brief, 22.11.2010, 4-5)
Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat den Grünen vorgeworfen, das von ihnen verabschiedete Modell einer Bürgerversicherung sei noch weniger demographiefest als heute. "Wer in einer alternden Gesellschaft das Umlageverfahren ausweite und das Kapitaldeckungsverfahren für die Alterungsrückstellungen auslaufen lasse, baue einen gigantischen Verschiebebahnhof zu Lasten künftiger Generationen auf", so der Verbandsdirektor Dr. Volker Leienbach.
Außerdem wies Leienbach darauf hin, dass 70 % der Privatversicherten keineswegs "Besserverdiener" seien, sondern z.B. als Beamte Einkünfte unterhalb der heutigen Beitragsbemessungsgrenze erzielen.

Rechtliches

Urteil: KV muss Anwaltskosten erstatten (Arzt & Wirtschaft 21.11.2010)
Ärzte können bei Widerspruchsverfahren gegen ihre KV entstandene Anwaltskosten der KV gegenüber geltend machen. Dies entschied das Bundessozialgericht (BSG) in einer aktuellen Entscheidung (B 6 KA 29/09 R).
Die KV hatte zunächst die Übernahmekosten für den Anwalt abgelehnt. Im Laufe des Verfahrens änderte sich jedoch die Bedarfsplanungsrichtlinie und die KV erteilte die Zulassung wegen Sonderbedarf. Auch wenn es in diesem Verfahren zu keinem Richterspruch kam, muss die KV die Anwaltskosten für das Widerspruchsverfahren übernehmen.

Arzttermin verpasst: Patient muss zahlen (Ärzte Zeitung 19.11.2010)
Wenn ein Patient einen Arzttermin für eine Gastroskopie nicht absagt, kann der Arzt Ausfallkosten geltend machen. Der Patient hatte den Termin schon lange vor dem geplanten Eingriff abgesprochen und war darauf hingewiesen worden, dass er bei Verhinderung einen Termin rechtzeitig absagen müsse. Jetzt wollte er die Rechnung der Ärztin über Ausfallkosten von 50 Euro nicht bezahlen. Das Landgericht Bonn erwirkte einen Vergleich indem der Patient 20 Euro an die Ärztin gezahlt werden muss.

Praxismanagement

Niedergelassene Chirurgen: Kosten sind höher als bislang berechnet (Ärzte Zeitung 12.11.2010)
Der Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC) hat bei der Firma Primenetworks eine Kostenanalyse in rund 300 Praxen und bei etwa 500 ambulant tätigen Chirurgen durchführen lassen. Ergebnis ist, dass die durchschnittliche "gewichtete Versorgerpraxis" im Jahre 2008 auf durchschnittliche Kosten von knapp 227.000 Euro kommt. Das Statistische Bundesamt hatte für 2007 nur 200.000 Euro errechnet. Danach müssen niedergelassene Chirurgen zwischen 20.000 und 30.000 Euro mehr aufbringen als veranschlagt. Die durchschnittlichen Kosten für eine Praxis lägen um ca. 62 %, der durchschnittliche Überschuss betrage 78.000 Euro im Jahr.

Grüne: Gewerbesteuer auch für Freiberufler (Ärzte Zeitung 22.11.2010)
Die Grünen haben auf ihrem Parteitag einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass die Gewerbesteuer auch auf Freiberufler ausgeweitet werden soll. "Es kann nicht sein, dass ein Physiotherapeut Gewerbesteuer zahlt und ein Arzt nicht", so Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon.

Wartezimmerinformationen - Patienteninformationen zu wichtigen Krankheitsbildern
Auf Initiative der KBV hat das ÄZQ Wartezimmerinformationen zusammengestellt, u. a. zur Früherkennung von Brustkrebs und Prostatakrebs im frühen Stadium. Die Wartezimmerinformationen können über http://www.kbv.de/wartezimmerinfo.html abgerufen werden.

Europa

Gesundheitsreport: Deutschland schneidet im internationalen Vergleich schlecht ab (Ärzteblatt 25.11.2010)
Der neue Gesundheitsreport 2010 wurde vom Finanzdienstleister MLP und dem Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Danach schätzten nur 70 % der Befragten die derzeitige Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems als "gut" oder "sehr gut" ein. Höhere Werte wurden in den Niederlanden mit 77 %, Schweden mit 81 % und in der Schweiz mit 93 % bei den Befragten festgestellt.
Auch die Verschlechterung der Gesundheitsversorgung wurde von den Bürgern in den europäischen Staaten unterschiedlich eingestuft. 51 % der Deutschen sahen eine Verschlechterung, 34 % der Niederländer, 20 % der Schweden und 15 % der Schweizer konstatierten eine Verschlechterung.

Allgemeines

Netzhautchip: Blinder kann wieder lesen (Ärzte Zeitung 3.11.2010)
In der Augenklinik der Universität Tübingen ist es gelungen, Blinden Microchips zu implantieren und sie wieder einigermaßen sehend zu machen (Proc R Soc B 2010 online).
Die Teilnehmer an dieser Pilotstudie zur klinischen Funktionsfähigkeit des Mikrochips waren an Retinitis pigmentosa oder Chorioideremie erkrankt und hatten früher einmal gesehen. Nach einer Woche konnte zumindest ein Patient wieder Buchstaben lesen, Wörter entziffern und die Uhr ablesen. Angeblich soll der Microchip sich auch bei Makuladegeneration einsetzen lassen.

Lebenserwartung in Deutschland erreicht höchsten Stand (Ärzteblatt 4.11.2010)
Laut Statistischem Bundesamt hat die Lebenserwartung in Deutschland einen historischen Höchststand erreicht: Neugeborene Jungen haben eine Lebenserwartung von 77 Jahren und neugeborene Mädchen von 82 Jahren.
Jetzt 60-jährige Männer haben eine weitere Lebenserwartung von 21 Jahren und 60-jährige Frauen von 24 Jahren und 10 Monaten.

Carl Zeiss beteiligt Mitarbeiter am Erfolg (Ärzte Zeitung 9.11.2010)
Der Vorstand der Carl Zeiss AG hat beschlossen, die Mitarbeiter an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung mit einer Jahresprämie zu beteiligen. Für Vollzeit-Mitarbeiter beträgt die Prämie 1.900 Euro brutto.

Aus den Landesverbänden
- Bayern

Techniker-Krankenkasse nicht an Bayern interessiert
Der Landesverband Hessen für Ambulantes Operieren (LAOH), bedauerlicherweise kein Mitglied im BAO mehr, hat zum 01. September 2010 mit der hessischen TK einen Vertrag über die Förderung stationsersetzender Leistungen abgeschlossen. Dieser Vertrag wird über eine Managementgesellschaft (medical networks) umgesetzt. Der 1. Vorsitzende des LAOH, Dr. Wiederspahn-Wilz, äußerte sich im Gespräch mit Dr. Lindner, dem 1. Vorsitzenden des Landesverbandes für Ambulantes Operieren in Bayern, LAOB, hochzufrieden über die Vertragsmodalitäten. Gleichwohl liegt der Techniker-Krankenkasse in Bayern nichts daran, den genannten Vertrag auch auf andere Regionen zu übertragen. Die Bitte um einen Gesprächstermin des LAOB-Vorstandes mit der bayerischen TK-Spitze wurde dankend abgelehnt.
Der Chef der bayerischen TK, Herr Christian Bredl, ließ über seinen Abteilungsleiter Thomas Humpl unter anderem verlauten:
"… Die Versorgungsregionen Hessen und Bayern unterscheiden sich hinsichtlich bestehender Verträge dahingehend, dass in Bayern regional Verträge bezüglich der Förderung stationsersetzender Leistungen geschlossen wurden, in Hessen hingegen ausschließlich mit dem LAOH. Eine Übernahme des Vertrages mit dem LAOH stünde den regionalen Verträgen daher entgegen ...
… Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir derzeit keiner Übertragung des Vertrages zwischen der TK und dem LAOH auf die Versorgungsregion Bayern näher treten können ..."
Dass sich die TK in Bayern durch besondere Förderung stationsersetzender Leistungen durch regionale Verträge hervorgetan hätte, ist dem LAOB-Vorstand allerdings nicht erinnerlich. Offensichtlich hat der Bundesvorstand der TK den Hessen grünes Licht für die Erprobung eines derartigen Vertrages gegeben.
Interessant wären Rückmeldungen aus anderen Bundesländern oder KV-Bezirken zur Rolle der TK bei der Ausgestaltung von Förderverträgen für stationsersetzende Leistungen.
Dr. Heribert Lindner
1. Vorsitzender des LAO Bayern

Schwere Schlappe für GFB-Bayern
Die Wahlen zur Vertreterversammlung der bayerischen KV haben für die GFB ein ernüchterndes Ergebnis gebracht: von den 45 zur Wahl stehenden Sitzen konnte sie nur 10 Sitze erringen. Enttäuschend für den LAOB: Außer dem LAOB-Vorstandsmitglied Dr. Schwiersch (Gynäkologe) konnte kein anderer Operateur oder Anästhesist, der die Interessen unseres Berufsverbandes vertritt, in die Vertreterversammlung einziehen.
Pikant vor der Wahl: die Hausärzte Bayerns, die dem bayerischen Hausärzteverband unter Vorsitz von Dr. Hoppenthaller angehören, sind mit der Umgestaltung des § 73b (HzV) nicht einverstanden. Sie wollen am 26. Januar 2011 in Nürnberg gemeinsam ihren Ausstieg aus dem KV-System erklären. Trotz dieser Erklärung war der BHAV zur Wahl angetreten – und hat mit 21 Sitzen einen deutlichen Sieg eingefahren. Konkurrierend zur GFB war der Bayerische Facharztverband (BFAV) angetreten; deren Vorsitzende Fr. Dr. Enger ist in vielen Punkten mit Herrn Dr. Hoppenthaller auf einer Linie, will jedoch im KV-System verbleiben. Die Koalitionsverhandlungen sind derzeit in vollem Gange; erschwerend für die Fachärzte ist die Tatsache, dass sich zwischen dem Listenführer der GFB, Herrn Dr. Hellmann, und Frau Dr. Enger in den letzten zwei Jahren ein tiefer Graben aufgetan hat. Darüber hinaus hat auf der GFB-Liste Dr. Schmelz (Augenarzt) die meisten Stimmen erhalten, woraus dieser nun den Anspruch ableitet, die Koalitionsverhandlungen zu führen. Eine durchaus verfahrene Situation. Entscheidend wird sein, ob die Hausärzte im Januar ihr erforderliches Quorum für den Systemausstieg erhalten.
Dr. Heribert Lindner
1. Vorsitzender LAO Bayern

Termine

Nächste Jahrestagung des BAO

Die nächste Jahrestagung des BAO findet zusammen mit dem Bundeskongress des Berufsverbandes der niedergelassenen Chirurgen BNC und dem Chirurgentag des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen BDC in Nürnberg statt. Sie sehen, die Zusammenarbeit mit Berufsverbänden der narkotisierenden und operierenden Kollegen nimmt Form an.
Bitte schon vormerken:


BAO-JAHRESTAGUNG
4. - 6. MÄRZ 2011, NÜRNBERG

weiteres siehe: http://www.operieren.de/content/e3472/e7507/e27967/

9th International Congress on Ambulatory Surgery
State of the Art und Future Possibilities
8 – 11 May 2011
Bella Center
Copenhagen Denmark

http://www.iaascongress2011.org/

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Chirurgen Magazin + BAO Depesche

Heft 84, Ausgabe 2 – Mai 2017
Elektrochirurgie: Viele Chirurgen haben Wissenslücken, was Funktion und Risiken der Instrumente angeht
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Helmsauer & KollegenAssekuranzmakler AG

Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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