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Narbenkorrekturen

Hier finden Sie:

Bei Herzoperationen wie z.B. der Bypass-Operation lassen sich größere Hautschnitte mit entsprechenden Narben im Bereich des Brustbeins und durch die Entnahme von Venen an den Beinen nicht vermeiden.
In einigen Fällen können diese Narben als sehr belastend und kosmetisch störend empfunden werden.
Manche Narben zeigen z.B. ein überschießendes Wachstum und sehen dann dick und gerötet aus (sogenannte hypertrophe Narben). Wenn dieses überschießende Wachstum sogar über die eigentliche Größe des ehemaligen Hautschnittes hinaus geht, spricht man von einem Narbenkeloid, das zum Glück sehr selten ist.
In manchen Fällen stellen Narben nicht nur ein kosmetisches Problem dar, sondern können auch die Funktion behindern, da die Dehnbarkeit und Verschiebbarkeit der Haut nicht mehr gegeben ist. Man spricht bei diesen Verkürzungen von Narbenkontraktionen.
Etwa ein halbes Jahr nach der Operation hat eine Narbe ihre endgültige Form erreicht. Dann kann entschieden werden, ob sich das Erscheinungsbild der Narbe durch einen kleinen ambulant durchführbaren Eingriff noch verbessern lässt.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Welche Möglichkeiten zur Narbenkorrektur bestehen, kann nur im jeweiligen Einzelfall entschieden werden.
Bei eingezogenen Narben besteht die Möglichkeit die Narbe auszuschneiden und die eingezogene Stelle mit Gewebe der unmittelbaren Umgebung zu unterfüttern. Dabei entsteht eine neue Narbe an gleicher Stelle, die dann aber auf Hautniveau liegt. Dadurch wird die Narbe unauffälliger.
Auch ein Zuviel an Narbengewebe kann bei dicken, aufgeworfenen Narben (hypertrophe Narben oder Keloid) operativ korrigiert werden. Das Narbengewebe wird zuerst weggeschnitten. Durch eine spezielle Nahttechnik wird dann erreicht, dass die neue Narbe im Rahmen der „Reifung“ etwas einsinkt und dann auf Hautniveau bleibt. Hässliche Stichkanäle neben der Narbe lassen sich dabei oft durch die Nahttechnik (Intrakutan-Naht) vermeiden.

Bei sogenannten Narbenkontrakturen mit Funktionseinschränkungen kann man versuchen die Verlaufsrichtung der Narbe durch Z- oder W-förmige Schnitte zu verändern. Die Narbe, wird dadurch verlängert und die störende Verkürzung vermindert.
Manchmal reicht diese Maßnahme nicht aus, und man versucht durch die Entfernung des Narbengewebes und nachfolgende Verpflanzung gesunder Haut, die Beweglichkeit und Funktion wieder herzustellen. Unter Umständen kann auch vor der eigentlichen Operation ein flüssigkeitsgefüllter sogenannter Gewebeexpander eingesetzt werden, der die gesunde Haut in der Umgebung der Narbe vordehnt. Der entstehende Defekt kann dann mit der vorgedehnten Haut abgedeckt werden.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Bei der Entfernung kosmetisch störender Narben liegt die Entscheidung letztendlich bei Ihnen. Der Arzt wird in der Regel zu einer Narbenkorrektur raten, wenn Sie sich durch die störende Narbe stark in Ihrem Selbstwertgefühl beeinträchtigt fühlen oder Schmerzen und Missempfindungen einen Eingriff erforderlich machen.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

In den meisten Fällen können Narbenkorrekturen in örtlicher Betäubung vorgenommen werden (Verweis: Örtliche Betäubung). Nur bei größeren Eingriffen oder bei kleinen Kindern ist manchmal eine Vollnarkose notwendig.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Die Dauer des Eingriffs hängt von den jeweiligen Gegebenheiten und der angewandten Methode ab. Bei der Korrektur von ausgeprägten Narbenkontrakturen oder bei Hautverpflanzungen können manchmal mehrere Eingriffe notwendig sein.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Bevor man daran denkt, eine Narbe zu korrigieren, sollte man immer abwarten, bis sie auch wirklich ihren Endzustand erreicht hat. Das ist in der Regel erst nach 6 Monaten der Fall.

Bei welcher Narbe die Möglichkeit zur operativen Korrektur besteht, kann der Arzt nur im Einzelfall entscheiden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Das Risiko bei Narbenkorrekturen in örtlicher Betäubung ist gering.
Über sehr seltene Komplikationen wie Nachblutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

In seltenen Fällen kann es auch nach der operativen Narbenkorrektur zu einer überschießenden Bildung von Narbengewebe kommen, die dann eine weitere Behandlung notwendig macht.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Um die Wundheilung zu verbessern, sollten Sie möglichst schon einige Wochen vor dem Eingriff (und auch danach) mit dem Rauchen aufhören. Auch eine starke Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

In der Regel können Sie nach einer ambulanten Narbenkorrektur in örtlicher Betäubung sofort nach Hause gehen. Bis die Fäden entfernt sind, sollte die Wunde möglichst nicht in Kontakt mit Wasser kommen.
Nach Entfernung des Nahtmaterials setzt die Nachbehandlung an. Hierzu empfiehlt der Arzt Ihnen möglicherweise Narbensalben, Silikongel-Folien oder Narbenmassagen, die Sie nach Anweisung anwenden sollten. In manchen Fällen ist auch eine Druckbehandlung mit entsprechenden elastischen Verbänden (Kompressionsbehandlung) über mehrere Monate notwendig.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Schon wenige Tage nach dem Eingriff, wird der Arzt Sie zu einer Kontrolluntersuchung in die Praxis bestellen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Der Arzt kontrolliert die Wunde und überprüft die Funktion des Herzschrittmachers.

Bekommen Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen oder stellen Sie an der Wunde Rötungen und andere Entzündungszeichen fest, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Kurzatmigkeit, ein geschwollener Arm oder erneute Herzrhythmusstörungen sollten ebenfalls ein Grund sein, sofort den Arzt aufzusuchen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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