Operation von Weit- und Kurzsichtigkeit

Wichtiger Hinweis:
Die Beschreibung der Eingriffe wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es kann sich jedoch nur um einen Überblick handeln, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zur weitergehenden Information dienen die Webseiten der Leistungserbringer und das persönliche Arzt-Gespräch bzw. die OP – Aufklärung in der jeweiligen operierenden Einrichtung.
Die Verantwortlichen für die Inhalte dieser Website übernehmen keine Gewährleistung für die Vollständigkeit und Korrektheit der Angaben, da ständige Veränderungen, Weiterentwicklungen und Konkretisierungen infolge wissenschaftlicher Forschung oder Anpassung der Leitlinien durch die medizinischen Fachgesellschaften erfolgen.

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Etwa jeder vierte Europäer zwischen 20 und 30 Jahren ist kurzsichtig, rund jeder fünfte weitsichtig. Als Alternative zu Brille und Kontaktlinsen werden heute in vielen Zentren laserchirurgische Eingriffe zur Korrektur des Brechungsfehlers angeboten, die in der Regel ambulant durchgeführt werden können.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Kurzsichtigkeit: Zum Ausgleich einer Kurzsichtigkeit kommen abhängig von der Stärke verschiedenen Verfahren zum Einsatz.
Die Photorefraktive Keratektomie (PRK) wird seit circa 10 Jahren bei einer Kurzsichtigkeit bis etwa minus 6 Dioptrien durchgeführt. Zuerst wird ein Lidsperrer eingesetzt, der verhindert, dass das Auge unbeabsichtigt geschlossen wird. Dann wird vorsichtig die oberste Deckschicht der Hornhaut entfernt und anschließend je nach Grad der Fehlsichtigkeit bis zu 20% der Hornschicht abgetragen. Dadurch wird im Idealfall der Brechwert der Hornhaut so verändert, dass die Fehlsichtigkeit ausgeglichen ist.
Mit der LASIK-Methode (Laserassistierte In-situ-Keratomileusis) kann eine Kurzsichtigkeit bis etwa minus 8 Dioptrien ausgeglichen werden. Der Unterschied zu oben genannter Methode besteht darin, dass das Innere der Hornhaut abgeschliffen wird. Um dort hin zu gelangen wird mit einem automatisch gesteuertem Hobel ein dünnes Scheibchen der Hornhaut teilweise abgetrennt und wie ein Deckel aufgeklappt. Dann wird das Innere der Hornhaut mit dem Laser geschliffen. Zum Schluss wird das Hornhautscheibchen wieder zurückgeklappt. Es saugt sich nach kurzer Zeit von selbst fest, so dass nicht genäht werden muss. Ein ganz ähnliches Verfahren ist die Laserepitheliale Keratomileusis (LASEK-Verfahren). Der Unterschied besteht darin, dass kein Hornhautscheibchen abgeschnitten wird, sondern die Hornhaut zuerst eine halbe Minute lang mit 20%igem Alkohol (Äthanol) benetzt wird. Dadurch löst sich die oberste Schicht als dünne Membran ab und der Operateur kann ins Innere gelangen. Zum Schluss wird die dünne Schutzschicht wieder über die Wundfläche gebreitet.
Bei sehr starker Kurzsichtigkeit (zwischen minus 10 und minus 20 Dioptrien) kann die Fehlsichtigkeit durch das Einsetzen einer Kunstlinse (intraokulare Kunstlinsen –IOL) ausgeglichen werden. Diese wird zusätzlich zur vorhandenen Linse vor oder hinter der Regenbogenhaut eingesetzt. Dazu wird das Auge am Rande der Hornhaut über etwa 3 mm eröffnet, die Kunstlinse eingeschoben und mit zwei flexiblen Häkchen an der Regenbogenhaut oder zwischen Hornhautrückfläche und Regenbogenhaut befestigt. Die kleine Öffnung in der Hornhaut braucht in der Regel nicht vernäht werden, sondern schließt sich von selbst. In manchen Fällen wird das Verfahren mit der LASIK-Methode kombiniert.

Weitsichtigkeit: Bei der Korrektur der Weitsichtigkeitt kommen ähnliche Verfahren zur Anwendung wie bei der Kurzsichtigkeit.
Bei einer Weitsichtigkeit bis zu plus 3,5 Dioptrien kann die Fehlsichtigkeit mittels LASIK- oder LASEK-Verfahren korrigiert werden.
Eine stärkere Weitsichtigkeit (plus 5 bis plus 8 Dioptrien) kann in seltenen Fällen durch das Einsetzen einer zusätzlichen Kunststofflinse (intraokulare Kunstlinsen –IOL) vor oder hinter die Regenbogenhaut ausgeglichen werden.

Bei einer sehr stark ausgeprägten Kurzsichtigkeit über minus 20 Dioptrien kann auch ähnlich wie bei der Operation des Grauen Stars die Linse herausgenommen und durch eine künstliche Hinterkammerlinse ersetzt werden (Clear Lens Extraktion -CLE). Bei einer hohen Weitsichtigkeit ist CLE ein ideales Verfahren.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Der Augenarzt wird Ihnen genau sagen können, ob ihre Form der Fehlsichtigkeit durch einen chirurgischen Eingriff ausgeglichen werden kann und wie die Erfolgsaussichten sind.
Voraussetzung ist immer, dass die Kurz- oder Weitsichtigkeit stabil ist, d.h. dass sich an Ihren Dioptrienwerten in den letzten Jahren nicht viel geändert hat.

Dass Sie nach dem Eingriff dann tatsächlich ganz ohne Brille oder Kontaktlinsen auskommen, kann Ihnen Ihr Arzt allerdings nicht garantieren.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Die Photorefraktäre Keratektomie (PRK), LASIK- und LASEK-Methode kann in der Regel in örtlicher Betäubung mittels Augentropfen vorgenommen werden. Muss eine Kunststofflinse eingesetzt werden, wird in der Regel eine Leitungsanästhesie durchgeführt. Durch diese Betäubung ist auch der Schutzreflex des Auges unterdrückt und das Auge ist völlig schmerz- und bewegungslos.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

In der Regel dauert der Eingriff pro Auge 20 bis 30 Minuten.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Ob Ihre spezielle Fehlsichtigkeit durch einen chirurgischen Eingriff an der Hornhaut korrigiert werden kann, kann nur ein erfahrener Augenarzt beurteilen. Das gleiche gilt für die Wahl des jeweiligen Verfahrens.
In der Regel nicht geeignet sind Personen, bei denen sich die Dioptrienzahl noch sehr stark ändert, also z.B. Jugendliche im Wachstum.

Die durch eine im Alter nachlassende Verformbarkeit der Linse bedingte Altersweitsichtigkeit kann in der Regel nicht operativ korrigiert werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Prinzipiell ist jedes Auge anders und reagiert auch anders auf die Behandlung. Daher kann kein Laser absolute Präzision (trotz aller Versprechungen) garantieren. Plastik oder Metall lassen sich präzise behandeln, die Hornhaut aber nicht! Ein Restfehler von plus 1,0 Dioptrie ist nach einer Laserbehandlung immer möglich. Diese eingeschränkte Präzision ist kein Risiko sondern ein normaler Verlauf der Laserbehandlung. Daher sind 5 - 10 % Nachbehandlungen möglich.

Das Risiko, dass es durch eine operative Korrektur der Fehlsichtigkeit zu einem bleibendem Schaden am Auge kommt, ist bei der heutige Technik sehr gering.
Wie bei jedem operativen Eingriff lassen sich Komplikationen aber nicht hundertprozentig ausschließen. Über mögliche Komplikationen wie unzureichende oder ungleichmäßige Korrektur, Narbenbildungen und Infektionen wird der Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Bei der PRK und LASIK-Methode wird nur ein Teil der Hornhaut behandelt, im äußeren Bereich bleibt die Fehlsichtigkeit bestehen. Wird die Pupille bei Dunkelheit sehr weit, fällt das Licht auch auf den unbehandelten Teil der Hornhaut. Dies kann in seltenen Fällen zu einer vermehrten Blendung oder zu Doppelkonturen führen.

Die laserchirugischen Maßnahmen sind nicht wieder rückgängig zu machen. Sie sollten sich vor dem Eingriff daher genau überlegen, ob Sie eventuelle unerwünschte Folgen für sich akzeptieren könnten.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Vor dem Eingriff wird empfohlen, eine zweite Meinung von einem Experten zur Sinnhaftigkei des Eingriffs einzuholen.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei einer ambulanten Augenoperation bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fit für den Heimweg fühlen. Sie dürfen nach dem Eingriff nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause.

Direkt nach dem Eingriff wird in der Regel ein Augenverband – manchmal auch in Form einer Kontaktlinse – angelegt, der für etwa 12 bis 24 Stunden auf dem Auge bleiben soll.
In den ersten Tagen nach der Operation darf das Auge nicht gerieben werden.

Bei einer LASIK-Behandlung sehen Sie sofort und eine Beurteilung des Endergebnisses ist unmittelbar möglich.

Bei anderen Verfahen (z.B. PRK) sollten Sie keinen Schreck bekommen, falls Sie unmittelbar nach dem Eingriff erst einmal schlechter sehen als vorher. Schrittweise wird das Sehvermögen dann immer besser. In den ersten sechs Wochen kann die Brechkraft des Auges noch Schwankungen unterliegen. Dann kann das Arbeiten im Nahbereich in der ersten Zeit erschwert sein und möglicherweise ist das Auge verstärkt blendungsempfindlich. Auf Auto Fahren im Dunklen sollten Sie die erste Zeit verzichten.

Auch sollten Sie nach einer PRK-Operation auf das Arbeiten in staubiger Luft für etwa 2 Wochen vermeiden, nach Eingriffen mit der LASIK-Methode ist das für 1 - 2 Tage.

Wenn die betäubende Wirkung der Augentropfen nachlässt , können unter Umständen bei leichte Schmerzen auftreten, die aber in der Regel nur einige Stunden anhalten. Bei der PRK-Methode können aber auch heftige Schmerzen über 2 Tage auftreten.

Die vom Augenarzt verordneten entzündungshemmenden Augentropfen sollten Sie unbedingt genau nach Vorschrift anwenden, um den Heilungsprozess zu fördern.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollten. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.

Bekommen Sie zu Hause Fieber oder sehr starke Schmerzen, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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