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Operation von Harnröhrenfehlbildungen (Hypospadie)

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Fünf bis acht von 1000 männlichen Neugeborenen sind von einer Hypospadie betroffenen. Die verkürzte Harnröhre endet bei diesen Jungen nicht an der Spitze, sondern an der Unterseite des Penis. In 65 –70% der Fälle mündet die Harnröhre dabei an der Unterseite der Eichel (sogenannte vordere Hypospadie). Seltener befindet sich die Harnröhrenöffnung an der Mitte des Penisschaftes (mittlere Hypospadie) oder im Bereich des Hodensackes oder Dammbereich (hintere Hypospadie).
In den meisten Fällen fällt zusätzlich zur Hypospadie eine Spaltung der Vorhaut auf. Die Vorhaut geht dabei nicht um die gesamte Eichel herum, sondern liegt in Form einer vorderen Vorhautschürze vor. Oft ist der Penis bei Hypospadie durch die verkürzte Harnröhre und auch nach unten gekrümmt. In manchen Fällen wird die Krümmung noch durch einen derben bindegewebigen Strang (sogenannte Chorda) verstärkt.

Die Ursache einer Hypospadie liegt in einer Entwicklungsstörung der Harnröhre in der Embryonalzeit. Welche Faktoren genau dafür verantwortlich sind, lässt sich heute noch nicht mit Sicherheit sagen. In manchen Familien kommt es gehäuft zu Fällen von Hypospadie, so dass wahrscheinlich auch genetische Faktoren eine Rolle spielen können.
In der Regel wird eine operative Korrektur der Hypospadie empfohlen. Diese sollte am besten im Alter von 12 bis 18 Monaten erfolgen. Die Operation umfasst dabei die Verlagerung der Harnröhrenspitze an die Spitze der Eichel, die dafür notwendige Verlängerung der verkürzten Harnröhre, die Neubildung oder Beschneidung der Vorhaut und die Beseitigung der Penisverkrümmung.

In einigen Fällen kann die operative Korrektur einer nur gering ausgeprägten Hypospadie auch ambulant erfolgen.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Je nach Ausprägung der Hypospadie sind zahlreiche verschiedene Operationsmethoden beschrieben. Welche der möglichen Methoden bei Ihrem Kind am besten zum Einsatz kommt, wird der Urologe genau mit Ihnen besprechen.
Befindet sich die Harnröhrenöffnung noch relativ weit vorne im Bereich der unteren Eichel und ist der Penis nicht verkrümmt, wird meist eine Operation mit der Bezeichnung „meatal advancement and glanuloplasty“ (Vorverlagerung der Harnröhrenmündung mit kosmetischer Anpassung der Eichel) - kurz MAGPI – durchgeführt. Dabei wird zuerst die Vorhaut und die Haut des Penisschaftes gelöst. Danach wird die Eichel von der Spitze bis zur Mündung der Harnröhre aufgeschnitten und die Harnröhrenöffnung durch eine besondere Schnittführung nach vorne verlagert. Zum Schluss werden die beiden „Flügel“ der Eichel durch Naht wieder verschlossen. Zur Harnableitung und gleichzeitigen Schienung der Harnröhre wird danach ein Plastikschlauch (Harnkatheter) eingelegt. Manchmal wird der Harn auch direkt aus der Blase über einen kleinen Hautschnitt oberhalb des Schambeines abgeleitet (suprapubischer Blasenkatheter).

Je weiter nach hinten die Harnröhrenöffnung verlagert und je ausgeprägter der Penis verkrümmt ist, um so komplizierter werden die notwendigen Korrektureingriffe. So muss z.B. manchmal die Harnröhre über weite Strecken neu gebildet werden, wozu verschiedene körpereigene Materialen wie z.B. Vorhaut oder Mundschleimhaut Verwendung finden. Gelegentlich reicht ein einziger Eingriff zur Korrektur nicht aus. In diesen Fällen sind mehrere Operationen für ein günstiges Ergebnis nötig.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Als günstigster Operationszeitpunkt wird ein Alter zwischen 12 und 18 Monaten angesehen. Das hat auch den Vorteil, dass die Kleinen bei Eintritt in den Kindergarten bereits einen normal ausgebildeten Penis haben. Ist die Harnröhrenöffnung allerdings zusätzlich zur Verlagerung stark verengt und der Harnfluss dadurch behindert, muss eventuell auch schon zu einem früheren Zeitpunkt operiert werden.
Grundsätzlich ist eine Korrektur der Hypospadie auch noch im Jugend- und Erwachsenenalter möglich – nach den Erfahrungen der meisten Experten sind die Ergebnisse dann aber deutlich schlechter.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Der Eingriff findet unter Vollnarkose statt (Verweis: Vollnarkose).

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Je nach Ausprägung der Hypospadie und den jeweiligen anatomischen Gegebenheiten dauert der Eingriff zwischen 1 und 4 Stunden, in komplizierten Fällen auch länger.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Da der Eingriff in Vollnarkose vorgenommen wird, prüft der Narkosearzt (Anästhesist) vorher die Narkosefähigkeit Ihres Kindes. Würde die Vollnarkose ein zu großes Risiko darstellen, muss der Eingriff möglicherweise verschoben werden.
Da der Eingriff nicht unmittelbar lebensnotwendig ist, sollte Ihr Kind zum Zeitpunkt der Operation vollkommen gesund sein.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Bei der Korrektur einer Hypospadie handelt es sich um einen relativ komplizierten Eingriff, der möglichst von einem auf diesem Gebiet erfahrenen Urologen durchgeführt werden sollte. Über mögliche Risiken wie Schwellungen, Nachblutungen, Wundinfektionen etc. wird der behandelnde Arzt Sie vor der Operation umfassend aufklären.
In einigen Fällen kann sich nach der Operation der Urin einen „falschen„ Weg nach außen bahnen. Man spricht dann von einer sogenannten Fistel. Erkennbar ist diese Komplikation an einem zweiten Harnstrahl oder Harnträufeln.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Ab 22:00 Uhr sollte Ihr Kind am Vorabend des Eingriffs nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken und auch keinen Kaugummi kauen.
Eventuell wird der Arzt Ihnen schon einige Wochen vor der Operation eine hormonhaltige Salbe verschreiben, die auf den Penis aufgetragen werden muss. Dies führt zu einer Verfestigung des Gewebes und einer leichten Größenzunahme des Penis, was die Operation erleichtern kann.
Beim Vorliegen einer Hypospadie sollten die Kindern vor dem Operationstermin nicht beschnitten werden, da die Vorhautschürze eventuell noch für die Neubildung der Harnröhre gebraucht wird.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei der ambulanten Operation einer Hypospadie bleibt Ihr Kind nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis es fit genug für den Heimweg ist. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, so dass Ihr Kind bald wieder ansprechbar und munter ist.
Meist wird unmittelbar vor der Operation zusätzlich zur Narkose noch eine örtliche Betäubung verabreicht, so dass Ihr Kind unmittelbar nach der Operation keine Schmerzen verspürt. Erst wenn diese Betäubung nachlässt können Schmerzen auftreten, die ggf. nach Anweisung des Arztes mit Schmerzmitteln behandelt werden sollten.
Je nach Schweregrad der Hypospadie bleibt das Harnröhrchen (Katheter) noch 2-12 Tage liegen. Das Praxispersonal wird Sie in den Umgang mit dem Katheter einführen.
Frühestens nach Ziehen des Katheters kann Ihr Kind vorsichtig aufsitzen, aufstehen und herumlaufen.
In der ersten Zeit muss eine Bauchlage des Kindes unbedingt vermieden werden. Auch ein sogenannter Bettenbogen - ein halbrundförmiges längliches Gestell, das über das Operationsgebiet gestellt wird – kann gute Dienste tun, da es den Druck der Zudecke von der Wunde fernhält.
Der erste Operationsverband wird meist mit Ziehen des Katheters entfernt. Danach wird die Operationsgebiet für einige Zeit noch mit einer mit Leukoplast befestigten sterilen Wundauflage versorgt.
In der ersten Zeit empfiehlt sich das Tragen von möglichst weiten Hosen und Windeln. Außerdem müssen Sie vermeiden, das Kind am Schritt hochzuheben. Auch Bobby-Car-, Dreirad- oder Fahrradfahren ist in der ersten Zeit noch tabu.

Nach dem Eingriff sollten Sie über das übliche Maß hinaus trinken, um möglicherweise in die Blase verschleppte Keime herauszuspülen.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie mit Ihrem Kind zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. Im Interesse Ihres Kindes sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Hat Ihr Kind Fieber oder starke Schmerzen, beobachten Sie eine starke Rötung des Wundbereiches oder einen Harnverhalt sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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