Tumoroperationen

Wichtiger Hinweis:
Die Beschreibung der Eingriffe wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es kann sich jedoch nur um einen Überblick handeln, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zur weitergehenden Information dienen die Webseiten der Leistungserbringer und das persönliche Arzt-Gespräch bzw. die OP – Aufklärung in der jeweiligen operierenden Einrichtung.
Die Verantwortlichen für die Inhalte dieser Website übernehmen keine Gewährleistung für die Vollständigkeit und Korrektheit der Angaben, da ständige Veränderungen, Weiterentwicklungen und Konkretisierungen infolge wissenschaftlicher Forschung oder Anpassung der Leitlinien durch die medizinischen Fachgesellschaften erfolgen.

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Im Bereich von Mund, Kiefer und Gesicht können ausgehend von den verschiedenen Gewebestrukturen die unterschiedlichsten Geschwülste auftreten. Entdecken Sie in diesem Bereich Veränderungen wie hartnäckige kleine Geschwüre, Hautveränderungen oder Verhärtungen müssen Sie nicht gleich das Schlimmste befürchten. Viele dieser Tumore sind gutartig, d.h. sie wachsen nur örtlich begrenzt und bilden keine Tochtergeschwülste. Trotzdem sollten Sie in solch einem Fall immer einen Facharzt aufsuchen, um den Befund abklären zu lassen. Nur durch eine Probenentnahme (Biopsie) und nachfolgende feingewebliche (histologische) Untersuchung kann man mit hundertprozentiger Sicherheit ein bösartiges Wachstum ausschließen. Auch gutartige Befunde sollten in der Regel operativ entfernt werden, da sie bei den engen räumlichen Verhältnissen im Mundbereich schon bei geringer Größe die Funktion stören können.

Zu solchen gutartigen Tumoren gehören sogenannte Reizfibrome, die z.B. bei schlechtsitzenden Prothesen entstehen können. Relativ häufig findet man auch von verschiedenen Strukturen ausgehende Hohlräume (Zysten), die z.B. im Bereich der Speicheldrüse oder auch des Zahnhalteapparates auftreten. Ein relativ häufiger gutartiger Tumor ist auch das von der Ohrspeicheldrüse ausgehende „pleomorphe Adenom“, das bevorzugt im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auftritt.

Bösartige Tumoren können im Mund-Kiefer- und Gesichtsbereich von den Schleimhäuten der Mundhöhle (sogenanntes Plattenepithelkarzinom) oder Nase, von der Lippen, der Zunge oder z.B. als malignes Melanom (sogenannter schwarzer Hautkrebs) von der Haut ausgehen. Eine Zwischenstellung zwischen gut- und bösartig nimmt das ebenfalls von Hautzellen ausgehende Basaliom ein, das an Ort und Stelle wie ein bösartiger Tumor wächst, aber keine Töchtergeschwülste ausbildet.

Wichtigste Risikofaktoren für bösartige Tumoren im Mundbereich sind der übermäßige Konsum von Alkohol und Nikotin. Durch Lippenkarzinome sind vor allem Pfeifenraucher gefährdet. Bösartige Hauttumoren findet man gehäuft nach starker Sonnenbestrahlung.

Ob ein Tumor ambulant entfernt werden kann, hängt vor allem von dem Ausmaß der notwendigen Operation ab. So können kleinere bösartige Tumoren, bei denen man auf eine vollständige Entfernung aller Lymphknoten im Halsbereich (sogenannte Neck Dissection) verzichten kann, oft ambulant operiert werden. Auf der anderen Seite können gutartige Tumoren eine solche Größe erreichen oder so ungünstig liegen, dass eine größere Operation erforderlich ist, die man dann besser im Krankenhaus vornimmt. Hauttumoren wie das Melanom oder Basaliom im Gesichtsbereich können sehr oft ambulant entfernt werden.

Ob eine ambulante Behandlung in Ihrem speziellen Fall in Frage kommt, wird der Arzt ausführlich mit Ihnen besprechen.



Die Behandlung von bösartigen Tumoren im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich erfolgt in der Regel fachübergreifend. Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen arbeiten dabei eng mit anderen Fachärzten wie Krebsspezialisten (Onkologen), Hals-Nasen-Ohrenärzten, Radiologen oder Dermatologen zusammen. Die Operation ist meist nur Teil eines Gesamtbehandlungskonzeptes, das je nach Art des Tumors auch Bestrahlung und Chemotherapie umfassen kann.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Bei gutartigen Tumoren im Mundbereich wird je nach Lokalisation des Tumors vom Mundinneren aus die Schleimhaut über dem Tumor aufgeschnitten und der Tumor vorsichtig aus der Umgebung geschält ohne benachbarte Strukturen zu zerstören. Manchmal wird dabei zur besseren Sicht auch eine Lupe oder ein Operationsmikroskop benutzt.

Einen großen Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe wie bei bösartigen Tumoren braucht man dabei nicht einzuhalten. Trotzdem versucht der Operateur, den Tumor möglicht vollständig zu entfernen, da Tumorreste Ausgangspunkt für ein erneutes Wachstum (Rezidiv) sein können.

Grundsätzlich wird jedes entfernte Gewebe zur feingeweblichen Untersuchung zum Pathologen geschickt.

Die entstandene Wunde wird vernäht, in manchen Fällen zur besseren Wundheilung aber auch offen gelassen.

Bei bösartigen Tumoren muss das Gewebe rund um den Tumor großzügiger entfernt werden, um sicher zu gehen, dass möglichst keine bösartigen Zellen zurückgelassen werden. Dabei werden in der Regel auch benachbarte Lymphknoten mit entfernt, die meist die erste Zwischenstation bei der Ausbreitung dieser Tumoren darstellen.

Nach der Entfernung von Tumoren im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich können größere Defekte zurückbleiben, die natürlich ästhetisch sehr störend sind aber auch die Funktion behindern können. Durch die Verlagerung (Tranplantation) von Haut-, Muskel- und Knochengewebe aus der näheren Umgebung oder anderen Körperbereichen können diese Defekte verschlossen werden. Für solche komplizierten Eingriffe sind oft mehrere Operationsschritte erforderlich, so dass es einige Zeit dauern kann, bis das endgültige Resultat erreicht wird.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

In den meisten Fällen wird Ihnen der Arzt bei Tumoren im Mundbereich auch dann zur operativen Entfernung raten, wenn die Veränderung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gutartiger Natur sind. Gutartige Tumoren können allein durch ihr Wachstum zu erheblichen Störungen der Kaufunktion führen oder Ausgangspunkt immer wieder kehrender Entzündungen sein.
Außerdem erlaubt oft nur die feingewebliche Untersuchung des Tumors ein bösartiges Wachstum mit Sicherheit auszuschließen.

Bösartige Tumoren im Bereich von Mund, Kiefer und Gesicht sollten möglichst immer operativ entfernt werden. Zum einen werden dadurch die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich erhöht. Zum anderen dient die Entfernung von Tumoren im Mundbereich auch in unheilbaren Fällen dem Ziel, Funktionen wie Kauen, Schlucken und Sprechen möglichst lange aufrecht zu erhalten.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Kleinere Tumoren im Mundbereich können in der Regel in örtliche Betäubung entfernt werden. Bei größeren Eingriffen ist unter Umständen eine Vollnarkose erforderlich.

Eine weitere Alternative bietet die Analogsedierung, eine Kombination aus örtlicher Betäubung mit einem starken Schlafmittel. Diese Methode erfordert einen geringeren Aufwand als die Narkose, erfordert aber auch eine besondere Qualifikation vom Behandler.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Die Dauer des Eingriffs hängt von der jeweiligen Erkrankung, der Vorgehensweise und den anatomischen Gegebenheiten ab.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Bei einer akuten Erkrankung oder einer ausgeprägten Entzündung der Zyste muss der Eingriff eventuell bis zur Abheilung verschoben werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Das Risiko hängt von dem Ausmaß des jeweiligen Eingriffes ab.
Wie bei jeder Operation lassen sich natürlich Komplikationen nicht hundertprozentig ausschließen. Über seltene Komplikationen wie Verletzungen von benachbarten Strukturen, Wundinfektionen, Nervenverletzungen oder Nachblutung wird Ihr Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.
Da die Mundhöhle anders als bei anderen Operationsbereichen nie völlig frei von Bakterien (steril) ist, besteht immer die Gefahr einer örtlichen Infektion. Durch eine gute Mundhygiene und Rauchverzicht können Sie selbst viel dazu beitragen, das Risiko für eine solch eine Infektion zu vermindern.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente ein, sollten Sie den Arzt rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten.
Schon vor dem Eingriff sollten Sie auf eine penible Mundpflege achten und möglichst nicht rauchen, um eine optimale Wundheilung zu gewährleisten.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei ambulanten Tumoroperationen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Sie sollten am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause.

Bis die Betäubung abgeklungen ist, sollten Sie nichts essen oder trinken. Nach Abklingen der Betäubung auftretende Schmerzen lassen sich durch einfache rezeptfreie Schmerzmittel bekämpfen. Auch eine Kühlung von außen mit einem umwickelten Kühlpack kann den Schmerz lindern und beugt einer übermäßigen Schwellung vor. Getränke, die das geronnene Blut auflösen könnten wie Fruchtsäfte, Kohlenhydrathaltiges oder Heißes, sollten Sie in den ersten zwei Tagen vermeiden. Am Anfang kann die Mundöffnung noch etwas erschwert sein.

In der ersten Woche nach dem Eingriff sollten Sie körperliche Belastungen wie Sport, schweres Heben, Sauna vermeiden. Von vielen Behandlern wird empfohlen, auf Zigaretten, Alkohol, Kaffee, schwarzen Tee und Milchprodukte zu verzichten. Nach jedem Essen sollte der Mund mit lauwarmen Wasser sehr vorsichtig ausgespült werden.

Um einer Infektion vorzubeugen, muss die Mundhygiene auch nach dem Eingriff aufrechterhalten werden. Auf kräftiges Spülen oder Mundduschen sollte jedoch verzichtet werden. Ist Zahnputzen nicht möglich, muss morgens und abends eventuell mit einer desinfizierenden Lösung gespült werden. Dies sollten Sie aber nur nach Anweisung des Arztes tun.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen und auch die folgenden Termine unbedingt einhalten.
Bekommen Sie zu Hause stärkere Schmerzen, Nachblutungen oder Fieber, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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zzz