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Hörverbessernde Operationen

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Die Fähigkeit zu hören beruht auf sehr komplexen Vorgängen, an denen ganz verschiedene Strukturen beteiligt sind. Die Schallwellen dringen durch Ohrmuschel und Gehörgang ein und treffen zuerst auf das Trommelfell, das den äußeren Gehörgang vom Mittelohr (auch Paukenhöhle genannt) abgrenzt. Das Trommelfell wird wie bei einer Trommel in Schwingungen versetzt, die sich wiederum auf die dahinter liegenden Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel übertragen. Von dort wird die Schwingung in das Innenohr übertragen, eine Art flüssigkeitsgefüllte knöcherne Schnecke. An den Wänden des Innenohrs befinden sich die Haarzellen, die schallbedingte Druckveränderungen der Flüssigkeit wahrnehmen und über den Hörnerven an das Gehirn weiterleiten. Ist die Schallübertragung z.B. durch einen Defekt im Trommelfell oder knöcherne Umbauprozesse am Übergang von Mittel- zum Innenohr gestört (Otosklerose), ist das Hörvermögen vermindert, man spricht von Schallleitungsschwerhörigkeit. Anders als bei Erkrankungen des Innerohrs mit Schädigung der empfindlichen Haarzellen lässt sich die Schalleitungsschwerhörigkeit durch einen operativen Eingriff häufig verbessern. In einigen Fällen können diese Eingriffe auch ambulant vorgenommen werden.

Was geschieht bei diesem Eingriff?

Als einfache Tympanoplastik (Typ I) bezeichnet man einen Eingriff, bei dem lediglich ein Defekt im Trommelfell verschlossen wird. Der Trommelfelldefekt wird mit einem zuvor entnommenen Stückchen Muskel- oder Knorpelhaut unterfüttert. Der Patient muß 2 - 3 Wochen einen Ohrverband tragen.

Wird auch die Gehörknöchelchenkette wieder in die richtige Position gebracht oder teilweise durch künstliche Bestandteile (Implantate) ersetzt, spricht man von einer Tympanoplastik (Typ III).

Oft werden knöcherne Verwachsungen im Bereich des Steigbügels operiert die im Rahmen einer sogenannten Otosklerose auftreten.

Wann rät Ihnen der Arzt zu diesem Eingriff?

Der operative Verschluss eines Trommelfelldefektes empfiehlt sich immer dann, wenn nach einer Verletzung oder Entzündung das Loch im Trommelfell sich nicht von selbst wieder verschließt und dadurch eine Schallleitungsschwerhörigkeit besteht.
Eine Stapesplastik oder Stapdektomie wird bei einer Otosklerose empfohlen. Unter einer Otosklerose versteht man eine Versteifung der Fußplatte. Die Weiterleitung des Schalls in das Innenohr ist dann nur noch schlecht oder gar nicht mehr möglich.
Bei der Erkrankung spielen erbliche Faktoren eine große Rolle. Betroffen sind relativ junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und in der Mehrzahl Frauen. Die Patienten hören zunehmend schlechter, viele klagen auch über Ohrgeräusche (Tinnitus).
Wenn chronische Entzündungen oder Verletzungen des Mittelohrs zu einer teilweisen Zerstörung oder Unbeweglichkeit der Gehörknöchelchenkette geführt haben, wird eine hörverbessernde Operation durchgeführt, die in Teilen der Tympanoplastik Typ III entspricht.

Welche Betäubungsmethode wird in der Regel angewandt?

Der Trommelfellersatz und Eingriffe am Steigbügel können in örtlicher Betäubung erfolgen. Eventuell wird Ihnen zusätzlich ein starkes Beruhigungsmittel angeboten. dass Sie in Schlaf versetzt. Manchmal können Sie aber auch auf Wunsch den Eingriff „life“ am Monitor verfolgen und der Arzt fragt noch während des Eingriffs, ob sich das Hörvermögen verbessert. Auch eine Vollnarkose ist möglich.

Wie lange dauert der Eingriff durchschnittlich?

Die Dauer des Eingriffs hängt von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Je nach technischer Schwierigkeit kann er über eine Stunde dauern.

Wer ist eventuell nicht für diesen Eingriff geeignet?

Bei einer frischen Verletzung des Trommelfells z.B. durch Einführen spitzer Gegenstände in den Gehörgang oder einem Schlag auf das Ohr wird das Trommelfell bei größeren Defekten zuerst wieder glatt gestrichen und mit kleinen Pflasterstreifen geschient. Erst wenn sich der Defekt nach sechs Monaten nicht wieder von selbst geschlossen hat, wird ein operativer Trommelfellverschluss (Myringoplastik) oder eine einfache Tympanoplastik empfohlen.

Ob Ihre Form der Schwerhörigkeit durch eine hörverbessernde Operation möglicherweise verbessert werden kann, kann der Arzt nur individuell beurteilen. Eine Alternative stellt immer die Versorgung mit einem Hörgerät dar.

Bei Infekten der Atemwege oder Gehörgangsentzündungen muss die Operation eventuell bis zur Abheilung verschoben werden.

Wie ist das Risiko einzuschätzen?

Eingriffe am Mittelohr sind aufgrund der Nähe zu empfindlichen Strukturen wie z.B. dem Gesichtsnerven nicht ganz ungefährlich und gehören immer in die Hand des erfahrenen Facharztes, der auch zusammen mit Ihnen darüber entscheiden wird, ob eine ambulante Durchführung der Operation möglich ist.
Über mögliche Komplikationen, wie Nervenverletzungen, Infektionen oder Schädigungen des Innenohrs wird der Arzt Sie vor dem Eingriff umfassend aufklären.

Da bei Eingriffen am Steigbügel meist auch das Innenohr eröffnet wird, können anfangs Schwindelgefühle auftreten, die in der Regel von selbst bald wieder abklingen.

Nach Abklingen des Betäubungsmittels können Schmerzen auftreten, die fast immer durch leichte Schmerzmittel gut zu behandeln sind.

Was müssen Sie vor dem Eingriff beachten?

Wird der Eingriff in Vollnarkose vorgenommen, sollten Sie in Absprache mit dem Narkosearzt vor dem Eingriff nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken, nicht rauchen und auch keinen Kaugummi kauen. Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente, sollten Sie den Arzt bzw. Anästhesisten rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten.
Bei Trommelfelldefekten mit eitrigem oder klarem Ausfluss aus dem Ohr kann eventuell eine Vorbehandlung mit Antibiotika, Ohrentropfen oder Spülungen notwendig sein. Hierüber wird Ihr Arzt Sie aber genau informieren.

Was geschieht nach dem Eingriff und was ist zu beachten?

Auch bei ambulanten hörverbessernden Operationen bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Zeit unter Beobachtung – so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Sie sollten am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause. Nach einer Vollnarkose sollten die Patienten 24 Stunden nicht alleine zu Hause sein. Der Operateur sollte für Sie 24 Stunden erreichbar sein.

Am Operationstag selbst sollten Sie möglichst noch Bettruhe einhalten. Einen Tag später ist aber schon etwas Bewegung angesagt, um das Risiko eines Beinveneverschlusses (Thrombose) gering zu halten. Bei Operationen an der Gehörknöchelchenkette sollten ruckartige Bewegungen und größere körperliche Anstrengungen wie Treppensteigen und Pressen beim Stuhlgang noch für etwa eine Woche vermieden werden.
Niesanfälle dürfen Sie nicht unterdrücken und sich beim Niesen auch nicht die Nase zuhalten, da der Druck im Mittelohr dabei ansteigen könnte. Auch kräftiges Naseschneuzen ist in der ersten Zeit noch tabu.
Nach der Operation ist der Gehörgang noch mit Schaumstoff verschlossen. Diese Gehörgangstamponade wird nach etwa einer Woche zum ersten Mal gewechselt und nach etwa 2 Wochen entfernt. Auch nach der Entfernung der Tamponade kann das Hören noch für einige Zeit dumpf und verzerrt, bei manchen Patienten aber auch übermäßig laut sein. Das endgültige Hörergebnis kann erst nach 3-6 Monaten beurteilt werden, da die Schallübertragung vorher noch durch Blutreste oder Schwellungen behindert ist.
Auch nach Entfernung der Tamponade und dem Fädenziehen darf für einige Zeit noch kein Wasser ins Ohr gelangen. Beim Duschen und Haare Waschen empfiehlt es sich daher, das Ohr mit einem in Fett getränkten Wattepfropf zu verschließen und das Ohr eventuell hinterher trocken zu fönen.
Bestimmte Sportarten wie Tieftauchen, Paragliding oder Drachenfliegen dürfen erst wieder ausgeführt werden, wenn der Arzt nach einigen Wochen wieder grünes Licht gibt. Für etwa vier Wochen sollten Sie Flugreisen vermeiden.

Wann findet in der Regel der nächste Arzttermin statt?

Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten.
Bei starken Schmerzen, Fieber, hellroten Blutungen aus dem Ohr, zunehmender Hörverschlechterung, Gesichtsnervenlähmungen oder einem üblen Geruch aus dem operierten Ohr sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen. Auch wenn Sie unsicher sind und noch Fragen zum normalen Heilungsverlauf haben, wird Ihnen in der Praxis niemand böse sein, wenn Sie sich telefonisch Rat holen.

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