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BAO-Depesche; Ausgabe 36, Juli 2015
BAO intern - Nachrichten aus erster Hand
Meinung und Standpunkt des BAO auf den Punkt gebracht

BAO Präsidium
Gröhe ist nur für den Koalitionsfrieden zuständig

BAO Positionen
IAAS­Kongress: Zu wenig Interesse an internationalem Austausch
DGCH­Kongress: Welchen Einfluss haben die Fachgesellschaften?
Deutscher Ärztetag: Ärzteschaft ringt um professionelle Autonomie

BAO Recht
BSG billigt zwei halbe Zulassungen in verschiedenen KV­Bezirken

BAO Regional
LAO Berlin: Nach 18 Jahren Staffelstab an neuen Vorstand übergeben

BAO Qualität
BAO­Gutachten: Hygienezuschlag von 55 Euro pro OP erforderlich

BAO Partner
Anästhesie­Praxis 2020: Quo vadis ambulante Anästhesie?
Mehrwert der BAO­Mitgliedschaft: Beitragsfreie Unfallversicherung
SpiFa Aktuell: Dr. Heiner Garg rät Ärzten zu Widerstand gegen

Für das Patientenwohl ist Hermann Gröhe nicht zuständig, nur für den Koalitionsfrieden
Die Zeit der großen Ideen und Konzepte im Gesundheitswesen ist vorbei. Stattdessen wird durchregiert, staatlich gelenkt und verwaltet.

Von Dr. Jörg Hennefründ


Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Was bedeutet Verantwortung für einen Gesundheitsmi­ nister? Bevor wir diese Frage beantworten, sollten wir vielleicht zunächst einmal fragen, was die Verantwortung oder Aufgabe eines Vertragsarztes ist. Da ein Vertragsarzt Unternehmer ist, kann man die Antwort den Standards der Managementlehre entnehmen: Er dient den Patienten (Kunden), dem Erhalt der Praxis (Mitarbeiter) sowie der Einhaltung der Gesetze und Bestimmungen (Forderungen der sogenannten interessierten Dritten). Fragt man einen Arzt direkt, dann wird er immer als erstes das Patienten­ wohl nennen. Es verwundert daher nicht, dass die Ärzte sich inzwischen als (gefühlt alleingelassene) Anwälte des Patienteninteresses empfinden.
Patientenwohl steht nicht an erster Stelle
Doch zurück zur Aufgabe eines Gesundheitsministers: Wem dient ein Minister? Steht hier das Patientenwohl an erster Stelle? Angesichts des Unsinns, der sich zum Teil in den aktuellen Gesetzentwürfen findet, welche der Minister wiederholt mit einem strikten Umsetzen des Koalitions­ vertrages begründet, dürfte klar sein, dass das Patienten­ wohl nicht an erster Stelle steht.
Früher war es in der großen Politik üblich, mit einer gewissen Grundidee in eine Reform zu gehen und dann im Rahmen der Anhörungen die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen (Patienten, Ärzte/Krankenhäuser, Krankenkassen, Pharmaindustrie etc.) möglichst mit zu berücksichtigen. Das scheint derzeit anders zu sein.
Beim VSG wird gnadenlos durchregiert
Ich habe bereits in einem BAO­Newsletter vom Oktober 2014 (nachzulesen unter www.tinyurl.com/BAO­Newsletter) über die Frage von Praxiszwangsaufkäufen und Termin­ garantien geschrieben: Allein die Vorstellung hielt ich für so absurd, dass man gut beraten wäre, diese Punkte als Verhandlungsmasse oder Verwirrungsaktion aufzufassen, während an anderer Stelle das eigentlich Gemeinte umge­ setzt wird. Doch ich habe mich getäuscht. Alle Gruppen haben sich getäuscht: Hier zieht ein Gesundheitsminister ein Gesetzgebungsverfahren erstmalig ohne echte Ände­ rungen durch. Es wird durchregiert – und auf die Frage, wieso Absurdes (wie der obige Widerspruch) mit beschlos­ sen werden muss, erhält man nur lapidar die Antwort, es werde eben der Koalitionsvertrag umgesetzt.
Allen, die wirklich im Gesundheitswesen und an den Pati­ enten tätig sind, ist klar, dass die Patienten nicht von der aktuellen Gesetzgebung profitieren. Aber man muss wohl erkennen, dass der Gesundheitsminister seine Aufgabe gut erledigt: Der Koalitionsfrieden und die Macht der Regierung bleiben erhalten. Auch wenn ein CDU­Minister nun haupt­ sächlich SPD­Forderungen umsetzt (siehe Kasten) – in Wähler­ umfragen zieht die SPD daraus keinen Nutzen. Prof. Karl Lauterbach hat sich inhaltlich durchgesetzt, aber in der öffentlichen Wahrnehmung hört man seinen Namen kaum noch. Traditionell ist das Gesundheitswesen ein Bereich, in dem man Wahlen verlieren, nicht jedoch gewinnen kann. Damit ist es vorrangige Aufgabe des Gesundheitsministers, auf diesem Gebiet für Ruhe zu sorgen.
Ärzte zerfleischen sich gegenseitig
Ulla Schmidt ist dies nicht immer gelungen, wie man an den Demonstrationen und der begleitenden Presse während ihrer Amtszeit sehen konnte. Jetzt ist von den Ärzte nur Verbales zu vernehmen, Aktionen gibt es hingegen nicht. Stattdessen zerfleischen sich die Ärzte wieder in aller Öffentlichkeit gegenseitig, wie an den Angriffen gegen den
KBV­Vorsitzenden Gassen zu sehen ist: Kaum hatte dieser sich dafür ausgesprochen, dass man Minderheiten der Ärzte mit besonderen Qualifikationen (und hohem Kosten­ anteil, wie beispielsweise Operateure) im Rahmen etwa der Ambulanten Spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) auch besonders behandeln könnte, da fallen die Mehrheitsvertre­ ter aus den Reihen der „Grundversorger“ auch schon über Gassen her. Wir machen es der Politik mit einem solchen Verhalten wirklich einfach, sich über die Interessen der Ärzte hinwegzusetzen. In politischen Kreisen gelten Ärzte schon lange als „nicht kampagnefähig“ – mit nur wenigen Ausnahmen, wie die Streiks des Marburger Bundes oder Demonstrationen in Berlin zu Ullas Schmidts Zeiten zeigen. Da waren wir auch erfolgreich.
Also alles nur Verwaltung der Macht ohne Fernziel, Vision, Ideologie? Fast, zumindest ohne neue Idee. Aber die alte Grundtendenz, sprich: weg von Eigenverantwortung und Unternehmertum, hin zu mehr Staat, diese Tendenz wird derzeit mit verwaltungstechnischer Perfektion weiter vorangetrieben. Opposition dagegen gibt es im Bundestag nicht – im Gegenteil, hier fordern die Oppositionsparteien allenfalls noch mehr Staatseinfluss.
Mit Ehrlichkeit gewinnt man keine Wahlen
Und das eigentliche Grundproblem, dass man nicht unbe­ grenzt Leistungen für begrenzte Ressourcen einfordern kann? Es wird in Skandinavien seit Jahren bearbeitet. In Deutschland ist dies hingegen tabu. Seit Angela Merkel mit den offenen Worten von Prof. Paul Kirchhoff die Bundestagswahlen gegen Gerhard Schröder verloren
hat, gilt: Mit Ehrlichkeit ist kein Wahlkampf zu gewinnen, nur mit Versprechen.
Der Gesundheitsminister ist also nicht für das Patienten­ wohl verantwortlich, sondern für die Funktionsfähigkeit seines Ministeriums und das Wohlergehen seiner Partei. Das macht er gut. Ärzte sind für das Wohlergehen ihrer Pati­ enten verantwortlich, auch das machen sie gut. Ob in dieser Gemengelage aber langfristig Gutes oder Schaden an der Gesellschaft entsteht, ist nicht klar. Offenbar ist es unver­ meidlich, dass sich in immer komplexeren Gesellschaften die Verantwortung von der Einzelperson immer mehr auf staatliche Institutionen verlagert. Sie diffundiert damit in das nicht mehr Greifbare.
Es fehlt der echte Wettbewerb der Ideen
Politik besteht nicht mehr in der Konkurrenz von Ideologien oder Zielen, sondern fast ausschließlich im Verwalten des Alltagsgeschäftes und der Krisenintervention. Nur Ideolo­ gie geht sicher auch nicht. Daher das berühmte Zitat von Helmut Schmidt, Menschen mit Visionen gehörten zum Arzt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass der Altbundeskanzler sich heute wieder mehr Visionäre wünschte. Es fehlt der echte Wettbewerb der Ideen. Während also alle nach mehr Staat rufen, benötigen wir wieder mehr Wahrnehmung für Forderungen nach Eigenverantwortung, nach Individualität, nach Unternehmertum.

Mit kollegialen Grüßen,
Ihr Jörg Hennefründ

Gesetze wie am Fliessband: die bisherige Arbeitsbilanz von Hermann Gröhe


Hospiz- und palliativgesetz vom Kabinett beschlossen
Am 29. April 2015 hat das Bundeskabinett das Hospiz­ und Palliativ­ gesetz beschlossen, das dem Ausbau der Hospiz­ und Palliativver­ sorgung zu Hause und im Pflegeheim dienen soll. Kritiker befürchten, dass das Gesetz einen allzu schnellen Wechsel von teuren Therapie­ formen zur kostengünstigeren Palliativversorgung begünstigen. Der Deutsche Bundestag hat sich am 17. Juni 2015 in erster Lesung mit dem Gesetzentwurf befasst.
www.tinyurl.com/Palliativgesetz
neue antibiotika-resistenzstrategie beschlossen
Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2015 die neue Deutsche Antibiotika­Resistenzstrategie (DART 2020) beschlossen. Damit sollen die 2008 begonnenen Anstrengungen zur Bekämpfung von Antibiotika­Resistenzen fortgesetzt und verstärkt werden. Hieran knüpfen auch die Vereinbarungen zum Eindämmen von MRSA­ Infektionen beim G7­Gipfel auf Schloss Elmau an. www.tinyurl.com/DArt-Antibiotika
Weiterhin massive Kritik am e-Health-gesetz
Am 27. Mai 2015 hat das Bundeskabinett den Entwurf für das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (E­Health­Gesetz) beschlossen – ungeachtet der weiterhin großen Bedenken aus den Reihen der Datenschüt­ zer von Bund und Ländern, der gesetzlichen Krankenkassen, der Gesundheitswirtschaft und der Ärzteschaft. www.tinyurl.com/ehealth-gesetz
umstrittene Krankenhausreform beschlossen
Auch das am 10. Juni 2015 beschlossene Krankenhaus­Struktur­ gesetz, das zum 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, hat nicht viele Freunde. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bezeichnete es als Etikettenschwindel: „Wo Hilfe draufsteht, sind neue Belastun­ gen drin“, kritisierte DKG­Präsident Thomas Reumann. www.tinyurl.com/Krankenhausreform
gKv-vsg: Mit minimalen Änderungen beschlossen
In seiner Sitzung vom 11. Juni 2015 hat der Deutsche Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition das Versorgungsstärkungs­ gesetz nach seiner zweiten und dritten Lesung verabschiedet. Der bis zuletzt im Gesundheitsausschuss überarbeitete Entwurf tritt am 1. August in Kraft. Es bleibt bei den umstrittenen Terminservice­ stellen und dem verpflichtenden Aufkauf von Praxissitzen in rechnerisch überversorgten Gebieten, wenngleich in den letzten Wochen vor der Verabschiedung noch minmal nachjustiert wurde. www.tinyurl.com/Vsg-entwurf
präventionsgesetz im Bundestag verabschiedet
Bis zum Schluss wurde noch am Gesetzentwurf gebastelt, am 18. Juni 2015 wurde das Präventionsgesetz dann vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Mit dem Gesetz werden die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zur Prävention und Gesundheits­ förderung mehr als verdoppelt. Die Opposition vermisst hingegen Anreize für mehr Eigenverantwortung der Versicherten. www.tinyurl.com/Bundestag-Praevention

IAAS-Kongress in Barcelona: Viel zu wenig Interesse am internationalen Austausch!
Für den nächsten IAAS-Kongress 2017 in Peking sollten verstärkt deutsche Referenten von Seiten des BAO geworben werden.

Von Dr. Petra Tietze-Schnur

Vom 10. bis 12. Mai 2015 besuchte ich den 11. internationa­ len Kongress der International Association of Ambulatory Surgery (IAAS) in Barcelona. Auch in den vergangenen Jahren war ich bei den IAAS­Kongressen in Brisbane, Kopenhagen und Budapest eine treue Teilnehmerin. Leider reichte der diesjährige Kongress inhaltlich nicht an die Veranstaltungen der Vorjahre heran. Es gab für mich nur wenige erwähnenswerte Erkenntnisse, etwa zum Risiko von Schlafapnoe bei Kinder und Erwachsenen:
» Übergewichtige Kinder mit Schlafapnoe verzeichnen ein erhöhtes perioperatives Risiko, insbesondere bei Verwendung von Opiaten.
» Bei Erwachsenen ohne Schlafapnoe ist Übergewicht kein zusätzlicher perioperativer Risikofaktor.
Die magere inhaltliche Ausbeute des IAAS­Kongresses führe ich in erster Linie auf das offenkundig fehlende Interesse vieler Operateure und Anästhesisten am internationalen Austausch zurück. Wenn nur wenige internationale Refe­ renten Vortrags­Abstracts einreichen, bleibt den lokalen Ver­ anstaltern ja kaum etwas anderes übrig, als den Kongress – wie in Barcelona geschehen – um einen Tag zu verkürzen
und verstärkt auf einheimische Referenten zurückzugreifen. In Barcelona hatte dies zur Folge, dass ein Großteil der Vorträge in spanischer Sprache gehalten wurden – schade für all jene, die des Spanischen nicht mächtig sind.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Austausch mit Operateu­ ren und Anästhesisten aus der ganzen Welt ist von vitalem Interesse für uns; er sollte von uns aktiv und engagiert gesucht werden. Ich rufe Sie deshalb auf, für den nächsten Kongress der IAAS, der 2017 in Peking stattfinden wird, Vortrags­Abstracts einzureichen und der Welt von Ihren Erfahrungen als ambulante Operateure und Anästhesisten
in Deutschland zu berichten. Vielleicht kann der BAO ja auch eine Gruppenreise nach Peking organisieren? Der IAAS wäre eine bessere Resonanz von Herzen zu wünschen!

Welchen Einfluss haben Fachgesellschaften auf gesundheitspolitische Entscheidungen?
Die knappe Antwort beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) im Mai 2015 lautete: So gut wie gar keinen!

Von Antje Thiel


Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chi­ rurgie (DGCH), Prof. Hans­Joachim Meyer, zeichnete beim diesjährigen DGCH­Kongress in München ein düsteres Bild. Bei einer Kongress­Pressekonferenz am 1. Mai 2015 sagte er: „Bereits Ende der Neunzigerjahre wurde nicht völlig grundlos von der damaligen Gesundheitsministerin Andrea Fischer der Terminus eines „Haifischbeckens“ für das Gesundheitswesen geprägt, welches die Besonderheiten in der Gesundheitspolitik unseres Landes mehr als plastisch beschreibt.“
Dies trifft nach Auffassung Meyers auch für den Gesundheits­ ausschuss zu: Dieser könne gleichermaßen als Verbände­ paradies, zum anderen auch als fragmentiert bezeichnet werden, „ohne dass dabei die Erkenntnisse der wissen­ schaftlichen Fachgesellschaften in relevanter Weise gefragt oder zur Kenntnis genommen werden.“ Am häufigsten seien bei den Anhörungen im Gesundheitsausschuss nämlich der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung, die Bundesärztekammer (BÄK), die Deutsche Krankenhausge­ sellschaft und auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vertreten.
Klimawandel zwischen Politik und Heilberufen
Gerade die eigentlichen Selbstverwaltungsorgane, die BÄK und die KBV, übten in Gestalt ihrer jeweiligen Vorsitzenden Montgomery und Gassen aktuell sogar öffentlich Kritik an einer vermehrt dirigistischen Gesundheitsgesetzgebung. Meyer bezeichnete die Entwicklung als einen „Klimawandel zwischen der Politik und den Heilberufen“, wobei der Ärzte­ schaft von den politischen Akteuren unter anderem eine Blockadehaltung vorgehalten werde.
Zum anderen zeichneten sich das Bundesgesundheits­ ministerium und ihr Minister durch „bemerkenswert großen Fleiß“ aus, denn innerhalb kurzer Zeit produzierten sie fließbandartig die verschiedensten Gesetzesentwürfe wie ein E­Health­, Antikorruptions­, Präventiv­, Versorgungs­
stärkungs­ oder Palliativgesetz. „Man kann sich des Ein­ drucks nicht erwehren, dass der Koalitionsvertrag im Sinne eines Koalitionsfriedens in Gesetzesentwürfe umgesetzt wird, welche teilweise auch mit ‚Zuckerbrot oder Peitsche’ umgesetzt werden sollen“, kritisierte Meyer.
Abkehr von Organen der Selbstverwaltung
Er beobachte zudem eine stetige Abkehr von den eigent­ lichen Selbstverwaltungsorganen beziehungsweise den freiberuflichen Strukturen. „In vielen Bereichen müssen wir zunehmend eine staatliche Überregulierung und Kompetenz­ erweiterung für die Institute mit zentraler Steuerungsfunk­ tion, allen voran der Gemeinsame Bundesausschuss, wahr­ nehmen. Zudem ist nun auch noch ein weiteres Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG), welches letztendlich auch dem Gemeinsamen Bundesausschuss untersteht, eingerichtet worden“, warnte der DGCH­Generalsekretär.
Nur AWMF darf überhaupt Stellung nehmen
Der Einfluss der Bundesärztekammer nehme ab, der Einfluss der wissenschaftlichen Fachgesellschaften wiederum ten­ diere gegen Null. Diese könnten lediglich über die Arbeits­ gemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesell­ schaften (AWMF) in zeitlich sehr eingeschränktem Rahmen zu einzelnen Gesetzesvorhaben Stellung nehmen. „Doch selbst die Einwände des Bundesrats werden ja weitgehend ignoriert, so wurde beim Versorgungsstärkungsgesetz eine 80­seitige Stellungnahme der Länder einfach abgebügelt.“, erläuterte Meyer.
Schulterschluss der Fachgesellschaften
Meyers Fazit: „Staatlich vorgegebener Konformismus setzt sich also immer mehr durch.“ Bei der Richtigkeitsvermu­ tung der Entscheidungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) blieben demnach für die Fachgesellschaften und Berufsverbände nur sehr limitierte Möglichkeiten, auf gesundheitspolitische Entscheidungen Einfluss zu nehmen. „Wir können lediglich versuchen, über persönliche Gespräche Einfluss zu nehmen.
Natürlich geben wir die Hoffnung nicht auf, doch ich schätze die Chancen nicht sehr groß ein.“ Meyer kündigte an, die DGCH werde aus diesem Grunde auch den Schulterschluss mit anderen großen Fachgesellschaften wie etwa der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) sowie der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensiv­ medizin (DGAI) suchen, denn gemeinsame Stellungnahmen und Pressemitteilungen hätten möglicherweise mehr politisches Gewicht.

SpiFa Aktuell: Dr. Heiner Garg (FDP) rät Ärzten zu Widerstand gegen das GKV-VSG
Politik sollte sich um vernünftige Rahmenbedingungen kümmern,
damit Ärzte sich auf die Patientenversorgung konzentrieren können.

Von Joachim Stier


Im Rahmen des Hauptstadtkongresses am 10. Juni 2015 in Berlin hat der Spitzenverband Fachärzte (SpiFa) eine gesundheitspolitische Podiumsdiskussion organisiert, an der unter anderem auch Dr. Heiner Garg, (FDP), Landes­ minister a.D. und Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP­Landtagsfraktion in Schleswig­Holstein, teilnahm.
Garg sagte: „Zwei Erwartungen habe ich an die Fach­ ärzte – die erste hat eigentlich meine Priorität, die zweite ist dagegen realistischer. Wehren Sie sich weiter vehement gegen dieses sogenannte Versorgungsstärkungsgesetz, um es zu verhindern. Da ich aber weiß, dass in der Politik nicht immer alles Wünschenswerte direkt so umsetzbar ist, wäre zumindest meine zweite Erwartung, dass Sie sich weiter gegen den Geist, den dieses Gesetz atmet – gerade jetzt nach seiner Verabschiedung, mit allem, was Ihnen zur Verfügung steht, wehren. Wäre ich unhöflich, was ich nicht bin, würde ich jetzt sagen, dass in einer großen Koalition ein CDU­Gesundheitsminister durchsetzt, was Ulla Schmidt in ihrer langen Amtszeit nicht gelungen ist, nämlich die Freiberuflichkeit komplett auszuschalten.“
Terminservicestellen wieder einstampfen
Garg äußerte sich auch zu dem Vorhaben der zentralen Terminvergabestellen: „Ich habe dazugelernt, dass man mit dieser wenigstens Daten sammeln kann – vielleicht das einzige, zu dem sie wirklich taugt. Vielen Patienten ist noch nicht klar: Sie bekommen ihren Wunschtermin nicht bei ihrem Wunscharzt, sondern irgendeinen Termin bei irgendeinem Arzt. Ich werde immer für die freie Arztwahl eintreten und kämpfen. Ich gehe davon aus, wenn man diese Form der Zwangsterminvergabe evaluiert, dass diese Servicestelle genauso schnell wieder einstampft wird wie man sie ersonnen hat.
Ich würde mir nie anmaßen, von Ihnen zu erwarten, die Patientenversorgung in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu rücken – das ist doch Kern Antrieb Ihres Arztseins. Dies hat,
neben der freiberuflichen Einstellung, auch vor allem mit Ihrer Ethik, Ihrem Selbstverständnis als Ärzte zu tun. Genau deshalb funktioniert die Versorgung hier noch ausgezeich­ net. Politik sollte das tun, wozu sie eigentlich beauftragt ist: Vernünftige Rahmenbedingungen herstellen, in der zum Beispiel die Zusammenarbeit zwischen Fachärzten in Klinik und Praxis nicht bestraft wird.“

Tabelle 1: Hochrechnung der Zusatzkosten durch neue Hygienevorschriften ab 2005

Hygienemaßnahmen und -anschaffungen
(Kosten umgerechnet pro Jahr)

Kosten für die einrichtung
(ausgehend von 1.000 Eingriffen pro Jahr)

Kosten pro eingriff

RDG und validierbares Durchlaufsiegelgerät

3.750 Euro

3,75 Euro

Validierung der oben genannten Geräte, zzgl. Kosten für Wasser und Strom

8.330 Euro

8,33 Euro

Diverse Tests, zzgl. Kosten für desinfizierendes Spezial-Waschmittel

4.900 Euro

4,90 Euro

Krankenhaushygieniker und Hygienefachkraft

4.500 Euro

4,50 Euro

Kosten für Fort- und Weiterbildung der Praxismitarbeiter/innen

900 Euro

0,90 Euro

Lohnkosten für die mit Hygiene beschäftigte MFA

32.500 Euro

32,50 Euro

Gesamtkosten

54.880 Euro

55 Euro*
* gerundet

Gesetze wie am Fliessband: die bisherige Arbeitsbilanz von Hermann Gröhe


Hospiz- und palliativgesetz vom Kabinett beschlossen
Am 29. April 2015 hat das Bundeskabinett das Hospiz­ und Palliativ­ gesetz beschlossen, das dem Ausbau der Hospiz­ und Palliativver­ sorgung zu Hause und im Pflegeheim dienen soll. Kritiker befürchten, dass das Gesetz einen allzu schnellen Wechsel von teuren Therapie­ formen zur kostengünstigeren Palliativversorgung begünstigen. Der Deutsche Bundestag hat sich am 17. Juni 2015 in erster Lesung mit dem Gesetzentwurf befasst.
www.tinyurl.com/Palliativgesetz
neue antibiotika-resistenzstrategie beschlossen
Das Bundeskabinett hat am 13. Mai 2015 die neue Deutsche Antibiotika­Resistenzstrategie (DART 2020) beschlossen. Damit sollen die 2008 begonnenen Anstrengungen zur Bekämpfung von Antibiotika­Resistenzen fortgesetzt und verstärkt werden. Hieran knüpfen auch die Vereinbarungen zum Eindämmen von MRSA­ Infektionen beim G7­Gipfel auf Schloss Elmau an. www.tinyurl.com/DArt-Antibiotika
Weiterhin massive Kritik am e-Health-gesetz
Am 27. Mai 2015 hat das Bundeskabinett den Entwurf für das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ (E­Health­Gesetz) beschlossen – ungeachtet der weiterhin großen Bedenken aus den Reihen der Datenschüt­ zer von Bund und Ländern, der gesetzlichen Krankenkassen, der Gesundheitswirtschaft und der Ärzteschaft. www.tinyurl.com/ehealth-gesetz
umstrittene Krankenhausreform beschlossen
Auch das am 10. Juni 2015 beschlossene Krankenhaus­Struktur­ gesetz, das zum 1. Januar 2016 in Kraft treten soll, hat nicht viele Freunde. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bezeichnete es als Etikettenschwindel: „Wo Hilfe draufsteht, sind neue Belastun­ gen drin“, kritisierte DKG­Präsident Thomas Reumann. www.tinyurl.com/Krankenhausreform
gKv-vsg: Mit minimalen Änderungen beschlossen
In seiner Sitzung vom 11. Juni 2015 hat der Deutsche Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition das Versorgungsstärkungs­ gesetz nach seiner zweiten und dritten Lesung verabschiedet. Der bis zuletzt im Gesundheitsausschuss überarbeitete Entwurf tritt am 1. August in Kraft. Es bleibt bei den umstrittenen Terminservice­ stellen und dem verpflichtenden Aufkauf von Praxissitzen in rechnerisch überversorgten Gebieten, wenngleich in den letzten Wochen vor der Verabschiedung noch minmal nachjustiert wurde. www.tinyurl.com/Vsg-entwurf
präventionsgesetz im Bundestag verabschiedet
Bis zum Schluss wurde noch am Gesetzentwurf gebastelt, am 18. Juni 2015 wurde das Präventionsgesetz dann vom Deutschen Bundestag verabschiedet. Mit dem Gesetz werden die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen zur Prävention und Gesundheits­ förderung mehr als verdoppelt. Die Opposition vermisst hingegen Anreize für mehr Eigenverantwortung der Versicherten. www.tinyurl.com/Bundestag-Praevention

Mehrwert der BAO-Mitgliedschaft: Beitragsfreie Unfallversicherung
Das beitragsfreie Konzept gewährleistet eine solide Grundabsicherung,
die durch individuelle Tarife sinnvoll aufgestockt werden kann.

Von Bernd Helmsauer

Der BAO bietet allen Mitgliedern an, über den Partner Helmsauer und Kollegen Assekuranzmakler AG eine beitrags­ freie Unfallabsicherung abzuschließen. Viele Mitglieder haben dieses Angebot bereits angenommen. Sollten Sie diese Möglichkeit der kostenlosen Vorsorge noch nicht beantragt haben, so senden Sie einfach ein Fax oder eine kurze Mail mit Angabe Ihres Geburtsdatums an die rechts angegebenen Kontaktdaten, Stichwort „beitragsfreie Unfall­ versicherung für BAO­Mitglieder“.
Sechsfache Grundsumme bei Vollinvalidität
Es handelt sich hierbei um eine Grundabsicherung mit einer Versicherungssumme von 18.000 Euro und einer Progres­ sion von 600 Prozent. Diese Progression regelt die Höhe der Auszahlung in Verbindung mit dem Invaliditätsgrad.
So wird bei einer Grundsumme von 18.000 Euro und einer Progression von 600 Prozent im Falle der Vollinvalidität eine Gesamtentschädigung von 108.000 Euro fällig. Diese Summe entspricht dem Sechsfachen der Grundsumme.
Um für den Fall der Fälle gerüstet zu sein, sollte aber noch eine weitergehende private Vorsorge im Rahmen einer speziellen Unfallversicherung für Ärzte abgeschlossen werden. Wichtig ist hierbei vor Abschluss eine genaue Über­ prüfung der Versicherungsbedingungen, da diese am Markt sehr unterschiedlich sind. Bei unserem Konzept speziell
für operierende Ärzte wurde etwa vereinbart, dass eine vollständige Funktionsunfähigkeit des Daumens und/oder des Zeigefingers einem Invaliditätsgrad von 100 Prozent entspricht. Begibt sich der Arzt zur Rettung von Menschen­ leben oder Sachen in Gefahr, so gelten auch hierbei erlittene Gesundheitsschädigungen als unfreiwillig und somit ver­ sichert. Weiter sind auch Eigenbewegungen versichert. Als Unfall gilt somit auch, wenn durch eine Eigenbewegung der versicherten Person an Gliedmaßen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird, Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kap­ seln gezerrt oder zerrissen werden, Menisken oder sonstige Knorpel geschädigt werden oder Knochenbrüche entstehen.
Ebenfalls mitversichert sind nicht infektionsbedingte Folgen von Insektenstichen einschließlich allergischer Reaktionen. Weiter gilt der Versicherungsschutz auch für Unfälle, die durch Herzinfarkt, Schlaganfall oder epileptische Anfälle ausgelöst wurden, ebenso wie für Unfälle, deren Ursache andere Bewusstseinsstörungen waren, soweit diese auf die Einnahme ärztlich verordneter Medikamente beruhen.
Kosmetische OPs, Bergungskosten, Tagegeld
Kosmetische Operationen und Bergungskosten sind jeweils bis 30.000 Euro beitragsfrei mitversichert. Zusätzlich lassen sich verschiedene Tagegelder versichern, etwa Krankenhaus­ tagegeld mit oder ohne Genesungsgeld. Die versicherte Person erhält pro Tag, den sie nach einem Unfall im Kranken­ haus verbringt, einen festgelegten Betrag. Natürlich wird dieses Angebot durch äußerst attraktive Beitragssätze abgerundet.
Da ein Vergleich der verschiedenen Produkte für den Laien oft schwer möglich ist, nutzen Sie die Kompetenz der Spezialisten der Helmsauer & Kollegen Assekuranzmakler AG und fordern Sie für bestehende Versicherungsverträge einen Deckungs­ und Prämienvergleich per Fax an oder beantragen Sie ein Angebot zur Erweiterung Ihrer bei­ tragsfreien Grundabsicherung. Bitte nehmen Sie hierfür Kontakt unter der speziell für BAO­Mitglieder reservierten Telefon­Hotline 0911 9292­185 auf; dies gilt natürlich auch, wenn Sie Fragen zu anderen Versicherungsthemen haben. Alternativ dazu können Sie auch unter der Fax­Nummer 0911 9292­191 weitere Informationen anfordern.

Anästhesie-Praxis 2020: Quo vadis ambulante Anästhesie?
Bei der Jahresmitgliederversammlung des AND im April 2015 wurde
über die Auswirkungen von Nachwuchsmangel und VSG diskutiert.

Von Antje Thiel


Obwohl der Ärzteschaft einschneidende Veränderungen durch das geplante GKV­Versorgungsstärkungsgesetz (GKV­ VSG) bevorstehen, verhält sie sich noch relativ ruhig. Für diese Beobachtung lieferte der AND­Vorsitzende Dr. Roberto Castello eine schlüssige Erklärung, indem er ein Video einspielte, das den ehemaligen Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler mit seiner bekannten „Frosch­Parabel“ zeigt (im Netz zu finden unter www.tinyurl.com/Froschparabel).
Den Ärzten geht es demnach wie dem Frosch, der in einen Topf mit kaltem Wasser geworfen wird, das nur schrittweise erhitzt wird. Weil sich sein Zustand nur kaum merklich ändert, unternimmt er nichts und wird am Ende gekocht. Tatsächlich ist das GKV­VSG nur der bisherige Höhepunkt einer langen Reihe von Gesundheitsreformen seit 1993, wie der Sachverständige zur Bewertung von Arztpraxen und MVZ sowie Handelsrichter am Landgericht Essen, Horst G. Schmid­Domin, bemerkte. „Das GKV­VSG wird die Rahmen­ bedingungen für die Praxisabgabe dramatisch verändern.“
Der Vertragsarztsitz hängt an der Person
Die Abgabe einer Praxis ist allerdings kein gewöhnlicher Privatverkauf nach BGB, denn der Käufer möchte neben der Praxis mit Inventar, Personal und Patientenstamm schließlich auch den dazugehörigen Vertragsarztsitz erwerben, ohne den er keinen Zugang zur Klientel der GKV­Versicherten hat. Der Praxissitz hängt aber an der Person des ausscheidenden Arztes, nicht an der Praxis selbst.
Über die Vergabe des Sitzes entscheidet aber der Zulas­ sungsausschuss. Dieser Ausschuss hat bereits seit 2013 die Möglichkeit, Praxissitze in formal „überversorgten“ Gebie­ ten nicht zu besetzen. Die KV muss dem ausscheidenden Arzt in diesem Fall eine Entschädigung auszahlen. Schmid­ Domin erläuterte: „Das Problem an der Sache ist, dass die Entschädigung nur für den GKV­Patientenanteil der Praxis gezahlt wird, nicht aber für den PKV­Patientenanteil oder für Sachwerte.“ Die Entschädigung liege damit weit unter
dem Marktwert der Praxis. Allerdings machten die KVen von dieser Möglichkeit so gut wie keinen Gebrauch.
BAG kurzfristig in MVZ umwandeln
Das soll mit dem GKV­VSG anders werden: Aus der Kann­ Bestimmung wird eine Soll­Bestimmung, „und sie betrifft nicht mehr nur Einzelpraxen, sondern auch Berufsaus­ übungsgemeinschaften (BAG)“, wie Schmid­Domin betonte. „Wenn aber einer von zwei oder mehr BAG­Sitzen nicht nachbesetzt werden kann, ist die Praxis ggf. nicht länger überlebensfähig.“ Juristen rechneten hier mit einer Klage­ welle. Schmid­Domin riet betroffenen Ärzten, ihre BAG mit freiberuflich tätigen Ärzten rechtzeitig in ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit lauter angestellten Ärzten umzuwandeln: „Dann bleibt der Zulassungsausschuss mit seinem offiziellen Nachbesetzungsverfahren außen vor.“
Ohnehin erfreuten sich MVZ bei der jungen Generation wachsender Beliebtheit: 65 Prozent der Absolventen seien Frauen, der Trend gehe zu Kooperationen und größeren Strukturen. „Ein Praxisabgeber sollte sich deshalb nicht strikt gegen die Idee eines MVZ wehren“, meinte Schmid­ Domin, „denn die Einzelpraxis wird bis 2020 immer mehr Kooperationen und komplexeren Strukturen weichen.“
Optimistischer betrachtete Dr. Hans­Martin Stubbe, Geschäftsführer der Asklepios MVZ Nord GmbH, die Zukunftsaussichten für niedergelassene Anästhesisten: „Es wird trotz aller Reformen weiterhin freiberufliche Ärzte geben.“ Im Gesundheitswesen werden aus seiner Sicht keine Zäune aufgebaut, sondern alte Zäune nieder­ gerissen. Dies zeige sich unter anderem an der Entwick­ lung von MVZ auf dem Markt, in denen derzeit im Schnitt 15,7 Ärzte auf 8,6 Zulassungen arbeiteten und eine Umsatz­ rendite von 1,4 Prozent erwirtschafteten. „Je spezialisierter, desto profitabler“, so die Erfahrung des MVZ­Experten.
Eines dieser Spezialgebiete seien ambulante Operationen, deren Zahl sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht hätte. Mittlerweile hätten 61 Prozent der über 2.000 deutschen Krankenhäuser im Jahre 2012 ambulante Operationen durchgeführt. Im niedergelassenen Bereich sei zwar eine Stagnation zu verzeichnen, doch insgesamt sei das Ambulante Operieren ein Wachstumsmarkt.
Kooperieren und Teil des Kuchens sichern
Dies liege zum einen am medizinischen Fortschritt und dem Patientenwunsch, gleichzeitig wachse der Druck durch Kassen und Medizinischen Dienst, die Fehlbelegungsrate zu senken. „Die Kliniken sind zwar träge, doch inzwischen können sie mit den juristischen Möglichkeiten umgehen und suchen gezielt Kooperationen mit Niedergelassenen“, sagte Stubbe. Sein Appell: „Nicht ängstlich in die Zukunft schauen, sondern ebenfalls aktiv die Kooperation mit Kliniken suchen, damit Sie Ihr Stück vom Kuchen abbekommen!“
Der niedergelassene Anästhesist Jörg Karst pflichtete Stubbe bei, dass das GKV­VSG die Vernetzung zwischen den Sektoren und zwischen den Vertragsärzten stark vorantrei­ ben wird. Die ambulante Anästhesie in Form des „reisenden Anästhesisten“ werde künftig die Ausnahme sein, denn wenn die Zahl der Einzelpraxen bei den Operateuren sinke, gebe es auch keinen Bedarf für „mobile Anästhesisten“.
Bessere Zukunftschancen hätten Anästhesisten in ambu­ lanten OP­Zentren unter anästhesiologischer Leitung, die mit Operateuren kooperieren, Direktverträge mit den Kassen abschließen und Patienten Übernachtungen sowie begleitende Annehmlichkeiten wie Gastronomie im OP­ Zentrum anbieten. Hier seien neue Kooperationsformen nötig, um sich zu größeren Einheiten zusammenzuschlie­ ßen und das „Einzelkämpfer­Dasein“ zu beenden. Karst lenkte die Aufmerksamkeit außerdem auf die Folgen der geplanten strikten Sektionierung der hausärztlichen und fachärztlichen Budgets und warnte: „Obwohl die Hausärzte immer weniger werden und niedergelassene Fachärzte
zunehmend hausärztliche Aufgaben übernehmen, bleibt der Honorartopf der Hausärzte gleich groß.“ Die KVen hätten sogar Schwierigkeiten, die Gelder aus dem Hausarzttopf zu verteilen: „Nur dafür wurden Gemeindeschwestern
wie VERAH eingeführt, damit die Hausärzte diese Gelder abschöpfen können“, sagte Karst, „demgegenüber leisten Fachärzte immer mehr Grundversorgung für immer weniger Geld“. Die anschließende Diskussion zeigte, dass manch einer sich um den absehbaren Konzentrationsprozess sorgt: „Die fachärztliche Versorgung auf dem Land wird weiter ausdünnen, alles konzentriert sich auf die Städte, und irgendwann sind auf dem Land auch keine Patienten mehr.“
70 km zum nächsten Facharzt – schlimm?
Der Asklepios­Vertreter Stubbe fand das aber nicht drama­ tisch: „Ist es denn schlimm, wenn man in Zukunft 70 Kilo­ meter weit fahren muss für einen Facharzttermin?“ Viele Facharzttermine seien nur einmal pro Jahr erforderlich, „da fährt man doch häufiger zu Shoppen 70 Kilometer in die Stadt!“ Stubbe versprach sich vom GKV­VSG tatsächlich eine bessere Verteilung der Arztsitze und „eine Anpassung der Rechtslage an die Wirklichkeit“. Am meisten Gedanken machten sich die anwesenden AND­Mitglieder – vermutlich aufgrund der eigenen Altersstruktur – aber über die bevor­ stehende Praxisabgabe. Schmid­Domin machte sich erneut für mehr Offenheit gegenüber MVZ stark und riet ihnen: „Wenn Sie bis zum Ruhestand noch etwa fünf Jahre arbeiten wollen, dann verkaufen Sie jetzt kurzfristig Ihre Praxis an ein MVZ und arbeiten die restlichen fünf Jahre dort als Angestell­ ter weiter.“ Und auch Stubbe pflichtete ihm bei: „Für mich ist das arztgeführte MVZ, das mit dem Krankenhaus kooperiert, das qualitativ beste, effizienteste und damit zukunfttaug­ lichste Modell.“

BAO-Gutachten: Neue Auflagen und Vorschriften erfordern Hygienezuschlag von 55 Euro pro OP
Die vielen zusätzlichen Hygienemaßnahmen sind im aktuellen EBM von 2005 nicht abgebildet – und das muss sich dringend ändern !

Von Dr. Rainer Woischke


Ambulante Operateure rechnen ihre Operationsleistungen nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) in seiner letzten Version von April 2005 ab. Nach Inkrafttreten des EBM sind in den vergangenen Jahren aber eine ganze Reihe von Vorschriften und Empfehlungen zur Hygiene beim Ambulanten Operieren hinzugekommen, die in den opera­ tiv tätigen Praxen erhebliche Kosten verursachen – in der Abrechnung der Leistungen aber derzeit überhaupt nicht berücksichtigt werden.
Aus diesem Grund hat der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) mich als seinen Fachreferenten für Hygiene mit einem Gutachten beauftragt, das die Kosten dieser zusätzlichen Hygienemaßnahmen aufzeigt. Ziel war es, im Endergebnis einen Hygienezuschlag pro einzelnem Eingriff auszurechnen und alles möglichst plausibel zu begründen, damit der Hygienezuschlag bei der Selbstverwaltung und den Kostenträgern möglichst breite Zustimmung findet.
Das nun fertiggestellte Dokument (es steht als pdf­Datei auf der Internetseite des BAO unter www.tinyurl.com/BAO- Hygienegutachten zum Download zur Verfügung) umfasst 89 Seiten und veranschaulicht, welche zusätzlichen Hygiene­ auflagen in Form von Vorschriften, Empfehlungen und anderen Regularien seit 2005 hinzugekommen sind, welche Investitionen sie in den Praxen erforderlich gemacht haben und wieviel Arbeitskraft sie in den Praxen binden.
Ultraschall, Einschweißgerät, Sterilisator
Hierfür muss man sich zunächst einmal vergegenwärtigen, welche Hygieneleistungen im aktuell gültigen EBM von 2005 berücksichtigt sind. Was die Ausstattung mit Geräten angeht, deckt die Vergütung nach EBM lediglich ein Gerät für die Ultraschallreinigung, ein „Einschweißgerät“ für die fertig aufbereiteten Instrumente und einen Sterilisator ab. Bei letzterem wird die durchgeführte Sterilisation mit einem einfachen Bowie­Dick­Test am Morgen und mit einfachen Chemostrips nachgewiesen. Für die Validierung der genann­
ten Prozesse reicht die Beschreibung von nachvollziehbar in gleicher Weise durchgeführten Verfahren und Abläufen der Wiederaufbereitung in der Praxis (gemäß QM), die eingehal­ ten werden müssen. Es ist nur eine einfache Surveillance vorgesehen, sprich eine einfache Dokumentation des Auftretens von Infekten. Mehr deckt der EBM nicht ab!
Heute ist viel mehr Aufwand erforderlich
Wir alle wissen, dass die Anforderungen an die Hygiene in Vertragsarztpraxen – insbesondere aber in Einrichtungen des Ambulanten Operierens – in den vergangenen Jahren gewaltig gestiegen sind. Seit April 2005 sind viele neue Hygienevorschriften in Kraft getreten, die für uns Ärzte finanziellen Aufwand bedeuten, der mit dem geltenden EBM nicht abgegolten wird. Zu den neuen, maßgeblichen Anforderungen zählen unter anderem:
» die Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“ der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektions­ prävention (KRINKO) beim Robert Koch­Institut (RKI) und des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizin­ produkte (BfArM) von 2012,
» das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen, Infektions­ schutzgesetz (IfSG) von 2011,
» die Hygieneverordnungen (MedHygV) der einzelnen Bundesländer,
» Begehungen durch die Gesundheitsämter und Gewerbeaufsichtsämter der einzelnen Bundesländer,
» Auflagen des Deutschen Instituts für Normen e.V. (DIN) mit seinen DIN­ und analog auch EN­Normen,
» Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Medizinisch Wissen­ schaftlicher Fachgesellschaften (AMWF).
Hygieneplan einer Praxis ist ein Lebenswerk
Allein das laufende Ergänzen eines Hygieneplans in einer Einrichtung des Ambulanten Operierens, der alle Vor­ schriften auf dem neuesten Stand enthält, ist ein Lebens­ werk. Doch damit nicht genug: Um den heute geltenden Hygienevorgaben gerecht zu werden, muss eine ambulante OP­Einrichtung deutlich mehr – in Anschaffung und Unter­ halt kostspielige – Geräte vorhalten als noch in 2005, die sich vor allem durch ihre Validierbarkeit auszeichnen. Darunter:
» ein Reinigungs­Desinfektions­Gerät (RDG) mit Wartung, Kalibrierung, Reparaturen und Validierung,
» ein Regenerationssystem zusätzlich zum RDG in Gestalt einer Patrone mit regenerierfähigen Mischbett­Harzen (dies erfordert eine weitere Rohrleitungsanlage, verur­ sacht einen höheren Wasserverbrauch als ein einfacher Steri und benötigt zudem voll entsalztes Wasser),
» ein validierbares Siegelgerät mit Wartung, Reparaturen, Kalibrierung und Validierung,
» die Validierung des Sterilisators.

Eine MFA-Vollzeitstelle nur für die Hygiene
Die neuen Hygienevorschriften erfordern aber nicht nur erhebliche finanzielle Investitionen in den Einrichtungen, sondern sie binden auch deutlich mehr Arbeitskraft als die vor 2005 geltenden Maßgaben. Insbesondere der Zeitauf­ wand für die Dokumentation darf nicht unterschätzt wer­ den: So muss das Sterilgut derart gekennzeichnet werden, dass eine Rückverfolgbarkeit mit genauer Zuordnung aller bei jedem Patienten verwendeten Instrumente zur jeweili­ gen Charge möglich ist. Die Dokumentation erfolgt in einem Sterilisationstagebuch, in dem morgendliche Tests, Chargen­ nummern, Sterilisiergut, Steri­Ergebnisse, Sichtkontrolle, Namenszeichen und diverse Chargenkontrolltests von einer besonders ausgebildeten und bestimmten Mitarbeiterin akribisch festgehalten werden. Diese Aufzeichnungen sind für mindestens fünf Jahre aufzubewahren.
Um die neu vorgeschriebenen Prüfungen für Ultraschall­, Desinfektions­, Spül­, Versiegelungs­ und Sterilisations­ geräte sowie die dazugehörigen Prozesse und die gefor­ derte Dokumentation und Surveillance in einer operativ tätigen Praxis korrekt durchzuführen, ist eine Medizinische Fachangestellte (MFA) insgesamt sieben Stunden täglich beschäftigt. Dies entspricht inklusive Urlaubs­ und Fehl­ zeiten einer ganzen Vollzeitstelle!

Nosokomiale Infektionen und Antibiotika
Angesichts des wachsenden Bewusstseins für die Proble­ matik multiresistenter Erreger und für ein sachgerechtes Antibiotikamanagement sind auch auf diesem Gebiet die Pflichten zur Dokumentation und Surveillance erweitert worden. So müssen ambulante Operationseinrichtungen – je nach Bundesland sind wiederum unterschiedliche Ver­ fahren möglich – Checklisten zur Surveillance nosokomialer Infektionen und des Antibiotikaverbrauchs führen. Hierfür empfiehlt sich die Teilnahme z.B. an AMBU­KISS, was aller­ dings zunächst eine Klassifikation der einrichtungsintern auftretenden Infektionen (CDC­Definitionen) erfordert. Hinzu kommen die vorgeschriebenen Beratungen durch
1. einen Krankenhaus-Hygieniker (dessen Arbeitszeit mit deutlich höheren Stundensätzen anzusetzen ist als bei einer MFA)
2. und eine Hygiene-Fachkraft.
3. Außerdem nicht zu vergessen: die Kosten für die Teil­nahme an einer strukturierten, curricularen Fortbildung des Praxisinhabers zum Hygienebeauftragten Arzt
4. und die entsprechende Fortbildung seiner Angestellten
zu Hygienebeauftragten in der Pflege.

Überzeugungsarbeit für Hygienezuschlag
Ausgehend von einer durchschnittlichen Einzelpraxis mit etwa 1.000 Eingriffen pro Jahr kommen wir nun auf einen Betrag von 55 Euro Zusatzkosten für diverse Hygienemaß­ nahmen, die pro ambulantem Eingriff gezahlt werden müss­ ten (siehe Tabelle). Mit dem Gutachten will der BAO sich
bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und den
Kostenträgern in der Gesetzlichen Krankenversicherung für einen Hygienezuschlag von 55 Euro pro ambulantem Eingriff einsetzen. Hierbei wesentlich ist Folgendes: Die vertrags­ ärztlich tätigen ambulanten Operateure und Anästhesisten werden modifizierte Patientenschutzgesetze und Hygiene­ verordnungen aktiv und präzise umsetzen. Weil pro Eingriff ein Verlust von 55 Euro einberechnet werden muss, ist eine vollständige Erstattung außerhalb der morbididätsbedingten Gesamtvergütung analog ambulanten Operationen nach Kapitel 31 zur Durchführung der gesetzlichen vorgeschriebe­ nen Maßnahmen in der Hygiene unbedingt erforderlich.

LAO Berlin: Nach 18 Jahren den Staffelstab an einen neuen Vorstand übergeben
Der im Mai 2015 neu gewählte Vorstand vereint die Fachrichtungen Augenheilkunde, Anästhesiologie und Chirurgie.

Von Dr. Ansgar Pett

Bei der Mitgliederversammlung des Landesverbandes Ambulantes Operieren Berlin am 20. Mai 2015 hat – wie im Vorfeld bereits angekündigt – eine Neuwahl des Vor­ standes stattgefunden. Dabei sind aus dem alten Vorstand ausgeschieden:
» Dr. Ansgar Pett (Gynäkologie),
» Christel Stoeckel­Heilenz (Anästhesiologie),
» Dr. Dirk Frauenschuh (Orthopädie/Unfallchirurgie),
» Dr. Stephan von Rothkirch (HNO­Heilkunde).

Der von den anwesenden Mitgliedern neu gewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
» 1. Vorsitzender: Dr. Norbert Schwarz (Augenheilkunde),
» 2. Vorsitzender: Jörg Karst (Anästhesiologie),
» Beisitzer: Dr. Roberto Castello (Anästhesiologie),
» Beisitzer: Dr. Matthias Lübke (Chirurgie).

Im Namen des gesamten Vorstandes bedanke ich mich bei allen Mitgliedern des LAO Berlin für das mir 18 Jahre lang entgegengebrachte Vertrauen. Wir blicken auf ereignis­ reiche Jahre zurück. Ein besonderes Highlight dieser Jahre war sicherlich die groß angelegten Medienkampagne zur Honorarmisere beim Ambulanten Operieren, mit welcher der LAO Berlin im Jahre 2009 auch überregional für Auf­ sehen gesorgt hat.
Ich möchte auch auf diesem Weg den Kollegen des neuen Vorstandes zu ihrer Wahl herzlich gratulieren und wün­ sche meinen Nachfolgern die nötige Schaffenskraft, um die Interessen von uns ambulanten Operateurinnen und Operateuren sowie Anästhesistinnen und Anästhesisten in der Bundeshauptstadt auch in Zukunft weiter wirkungsvoll zu vertreten.

mit freundlichen und kollegialen grüßen
Ihr Ansgar Pett

Bitte vormerken: Termine für ambulante Operateure und Anästhesisten

25.– 27. September 2015, Aachen:
NA(R)KA 2015
Der Kongress für Niedergelassene An.sthesisten NA(R)KA
findet im Technologiezentrum am Europaplatz, Dennewartstra©¨e
25 – 27 in 52068 Aachen statt.
Programm siehe www.narka.de
20.– 23. Oktober 2015, Berlin:
Deutscher Kongress für Orthopädie
und Unfallchirurgie (DKOU)
Themen u. a.: Orthop.die und Unfallchirurgie im Wachstumsalter,
Regeneration vor Reparatur und Ersatz, Endoprothetik
und Revisionsendoprothetik, Wirbels.ulenerkrankungen und
-verletzungen,
Sportorthop.die und -traumatologie, manuelle
Therapie und Osteopathie, Versorgungsforschung, Bildgebung
Programm siehe www.dkou.org
5.– 7 . Oktober 2015, Freiburg:
Freiburger Infektiologie- und Hygienekongress
Themen u. a.: Umgang mit multiresistenten Erregern, Aufbereitung
von Instrumenten, OP-Hygiene im ambulanten und
station.ren Bereich
Programm siehe www.bzh-freiburg.de/Hygienekongress

Bundessozialgericht billigt zwei „halbe“ Zulassungen in verschiedenen KV-Bezirken
Mit dem Urteil wurde endlich Rechtssicherheit geschaffen, so dass Vertragsärzte ihre Praxistätigkeit künftig flexibler gestalten können.

Von Dr. Ralf Großbölting


Das Bundessozialgericht hat mit einer Entscheidung vom 11. Februar 2015 (Aktenzeichen B 6 KA 11/14 R) einen jahre­ langen Rechtsstreit beendet. Das Ergebnis eröffnet viele Gestaltungsmöglichkeiten für Vertrags(zahn)ärzte.
Was wurde entschieden?
Seit Inkrafttreten des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes im Jahr 2007 ist die Erteilung einer Zulassung nicht nur mit einem vollen, sondern auch mit einem halben Versorgungs­ auftrag möglich. Bislang nicht abschließend geklärt war allerdings unter anderem die Frage, ob einem Vertragsarzt zwei Zulassungen mit jeweils einem hälftigen Versorgungs­ auftrag für zwei verschiedene Vertragsarztsitze erteilt werden können.
Das Landessozialgericht (LSG) Hamburg hatte dies mit einem Urteil aus dem Jahr 2007 noch als rechtlich unzu­ lässig abgelehnt. Das Bundessozialgericht (BSG, Urteil vom 11. Februar 2015 – Aktenzeichen B 6 KA 11/14 R) stellte nun fest, dass zwei „halbe“ Zulassungen einem
Vertrags(zahn)arzt zulässigerweise erteilt werden dürfen, wobei die jeweiligen „hälftigen“ Vertragsarztsitze noch nicht einmal in den Bezirken der gleichen Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigung liegen müssen.
Ein halber Sitz in Thüringen, einer in Sachsen
Ein im thüringischen Altenburg mit einem vollen Versor­ gungsauftrag niedergelassener Zahnarzt beabsichtigte, seine Tätigkeit auf eine zweite Praxis im sächsischen Chemnitz auszudehnen. Dafür ließ er seinen vollen Versorgungsauftrag durch den Zulassungsausschuss der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Thüringen (KZV Thüringen) auf die Hälfte beschränken.
In der Folge beantragte er beim Zulassungsausschuss der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Sachsen eine Zulas­ sung mit einem hälftigen Vertragsarztsitz für den Standort Chemnitz. Die KZV Thüringen wandte sich allerdings gegen die Erteilung der „hälftigen“ Zulassung durch den Säch­ sischen Zulassungsausschuss für den Standort Chemnitz. Zur Begründung führte sie im Wesentlichen aus, dass es für die Erteilung zweier Zulassungen an unterschiedlichen Standorten einer entsprechenden Rechtsgrundlage bedürfe. Eine solche existiere nicht. Außerdem würden durch die Erteilung von „Teilzulassungen“ die Vorschriften betreffend die Eröffnung von Zweigpraxen unterlaufen.
Grundrechtlich geschützte Berufsfreiheit
Das BSG folgte in seiner Entscheidung den Urteilen der Vorinstanzen (zum Beispiel Urteil des Landessozialgerichts Sachsen, Urteil vom 2. Oktober 2013, Aktenzeichen L B KA 48/11). Diese hatten vor dem Hintergrund der grund­ rechtlich geschützten Berufsfreiheit hervorgehoben, dass die Versagung der Zulässigkeit einer zweiten Teilzulassung einer normativen Grundlage bedürfe. Aus den gesetzlichen Vorschriften ergebe sich jedoch ein Verbot der Teilzulassung weder ausdrücklich, noch lasse sich ein solches im Wege der Auslegung ermitteln.
Zwei halbe Vertragsarztsitze sind zulässig
Zudem sei mit dem Vertragsarztrechtsänderungsgesetz die Möglichkeit geschaffen worden, lediglich mit einem hälftigen Versorgungsauftrag an der vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung teilzunehmen. Damit könnten einem Arzt oder Zahnarzt auch zwei Zulassungen mit jeweils hälftigem Versorgungsauftrag für zwei Vertragsarztsitze erteilt werden. Ein hälftiger Versorgungsauftrag lasse dem (Zahn)Arzt zeit­ lich durchaus genug Raum für andere berufliche Tätigkeiten. Als solche käme auch eine weitere vertrags(zahn)ärztliche Tätigkeit in Betracht. Allerdings setze die Erteilung der zweiten Teilzulassung voraus, dass der (Zahn)Arzt seine Präsenzpflicht an beiden Standorten in ausreichendem Maß erfüllen kann.
Die Entscheidung des BSG erweitert die Betätigungsmög­ lichkeiten niedergelassener Vertrags(zahn)ärzte in räum­ licher Hinsicht. Möchten Vertrags(zahn)ärzte sich an einem zweiten Standort niederlassen, kann dies durch Reduktion
der Vollzulassung am bisherigen Ort der Praxis und Erwerb einer Teilzulassung am zweiten Standort realisiert werden. Dabei müssen die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Zweigpraxis (notwendige Verbesserung der Versorgung am Zweigpraxisstandort; keine Beeinträchtigung der Patienten­ versorgung am Vertragsarztsitz) nicht zusätzlich erfüllt werden. In Betracht kommt diese Gestaltung insbesondere für den Erwerb von Teilzulassungen in nicht gesperrten Planbereichen.
Neue Gestaltungsmöglichkeiten für Ärzte?
Weiter wird Vertrags(zahn)ärzten die Möglichkeit eröff­ net, von der Zulassungspraxis unterschiedlicher K(Z)Ven, insbesondere in unterversorgten Planungsbereichen, zu profitieren und darüber hinaus ihren Patientenkreis zu erweitern. Auch können niedergelassene Vertrags(zahn)­ ärzte in Zukunft flexibler mit ihrer Zulassung umgehen. Bislang konnten sie ihre Zulassung nach § 19 a Ärzte­ Zulassungsverordnung zwar schon auf die Hälfte redu­ zieren. Unklar war jedoch, ob diese im Nachhinein wieder zu einer Vollzulassung aufgestockt werden durfte, wenn eine zweite hälftige Zulassung nur an einem anderen Standort als dem bisherigen zu bekommen war. Hier ist nun Rechtssicherheit geschaffen worden.
Ob sich aus der vorgestellten Entscheidung für den einzel­ nen Arzt neue Gestaltungsmöglichkeiten ergeben, ist im Einzelfall zu entscheiden.

118. Deutscher Ärztetag: Die Ärzteschaft ringt um professionelle Autonomie
Die Delegierten machten sich in Frankfurt für die ärztliche Freiberuflichkeit und eine Ende der Budgetierung von Vertragsärzten stark.

Von Dr. Gerd-Dieter von Koschitzky

Der 118. Deutsche Ärztetag, der Mitte Mai 2015 in Frankfurt stattgefunden hat, begann mit einem Platzproblem: In der Paulskirche konnte sich glücklich schätzen, wer überhaupt hinein kam. Wer drinnen einen Platz ergattert hatte, musste wiederum froh sein, wenn nicht zufällig zwei ausnehmend breite Menschen nebeneinander saßen, ansonsten mussten diese sich einigen, wer von ihnen vorwärts gebeugt und wer angelehnt zu sitzen hatte, denn andernfalls klemmten die Schultern.
„Monty“ setzte sich für Niedergelassene ein
Inhaltlich bot die Eröffnungsveranstaltung in der Paulskirche eine gute Rede des Präsidenten der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Frank­Ulrich Montgomery, der sich wie in keinem Auftritt zuvor auch für die niedergelassenen Ärzte einsetzte. Trotz herber Kritik an den mittlerweile beschlossenen gesetzgeberischen Bestrebungen mit dem GKV­Versor­ gungsstärkungsgesetz (GKV­VSG) antwortete der ebenfalls anwesende Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in bewährter Manier, indem er auf die Umsetzung
des Koalitionsvertrags verwies.
Im Verlauf des Ärztetages wurden die von der Ärztekammer allgemein vertretenen Grundsätze der ärztlichen Tätig­ keit in Deutschland unterstrichen, sprich: professionelle Autonomie mit ethisch begründeten Normen und Werten, Freiheit und Verantwortung für den Arzt sowie die ärztliche Freiberuflichkeit – und das nicht ohne Grund! Die Sorge, dass der Staat durch Überregulierung die Freiberuflichkeit zunehmend einschränkt – etwa durch verschiedene Facet­ ten des GKV­VSG und durch Normengeber wie zum Beispiel den Gemeinsamen Bundesausschuss (G­BA) – stand bei vielen Anträgen und Diskussionsbeiträgen im Vordergrund.
Zum Erhalt der ärztlichen Freiheit gehört auch eine ange­ messene wirtschaftliche Existenzgrundlage. Konsequenter­ weise forderten die Delegierten für die Praxen der nieder­ gelassenen Ärzte eine angemessene Honorierung sowie das Ende der Honorar­Budgetierung und chronischen Unter­ finanzierung des GKV­Systems. Inwieweit solche Anträge Gehör finden oder von wem sie wahrgenommen werden, bleibt abzuwarten.
Bericht über den Kampf gegen Ebola
Neben Formalien wie zum Beispiel der Wiederwahl des Vor­ standes der Bundesärztekammer waren die Hauptthemen globale Epidemien und der Bericht über den Kampf gegen Ebola. Dr. Tankred Stöbe, Vorstand der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, berichtete sehr engagiert über den Ablauf der Epidemie und den Einsatz der Ärzte. Er kritisierte scharf die viel zu späte und sehr zurückhaltende Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland an den Hilfsaktionen:
Obwohl bereits im September 2014 die größte Fallzahl von Ebola­Erkrankungen verzeichnet wurde, errichtete die Bundesrepublik erst Ende Dezember 2014 ein Krankenhaus in Westafrika.
Erschreckend übrigens auch die finanziellen Folgen der Behandlung von Ebola­Patienten für die Kliniken in Deutsch­ land: Die Isolierstationen, die mit einem Ebola­Patienten für andere Patienten gesperrt waren, wurden anschließend wegen Unterbelegung in ihren Tagessätzen abgestuft! Wie­ der einmal ein Beweis für die Insuffizienz und mangelnde Flexibilität unseres aberwitzigen planwirtschaftlichen Honorierungssystems. Ein zweites großes Thema war die kommunikative Kompetenz in den Praxen.
Wahl des neuen BÄK-Vorstandes
Bei der Vostandswahl spielten nicht nur die Personen selbst eine Rolle, sondern auch das Kräfteverhältnis zwischen Haus­ und Fachärzten sowie Krankenhausärzten. Sowohl der wiedergewählte BÄK­Präsident Montgomery als auch seine Stellvertreterin Dr. Martina Wenker sind Vertreter des Marburger Bundes. Auch im weiteren Präsidium hält der Marburger Bund die Mehrheit. Die Wahl des Hartmannbund­ Vorsitzenden Dr. Klaus Reinhardt aus Bielefeld und Dr. Ellen Lundershausen, niedergelassene HNO­Ärztin und zwischen­ zeitlich frischgekürte Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen, sind „Vernunft­Wahlen“, die aus langen Vorge­ sprächen unter den Arztverbänden und Gruppen resultieren und schließlich auch im Plenum durchgegangen sind.
Der BÄK­Vorstand schilderte seinen positiven Eindruck von dem Entwicklungsstand der neuen Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ). Ein deutliches Murren bei den Teilnehmern war aber nicht zu überhören – immerhin kommt eine von Montgomery schon vor Jahren zur Chefsache deklarierte Aufgabe der BÄK immer noch nur schleppend voran.
Auch die Muster­Weiterbildungsordnung (M­WBO) ist nur kleine Schritte vorangekommen. Allein die Einigung auf die Nomenklatur, um in allen Bundesländern vergleichbare Inhalte unter den selben Begriffen zu finden, erfordert lange Einigungsprozesse auf einen gemeinsamen Thesaurus.
Weiterbildung im ambulanten Bereich
Ein politisches Streitthema ist die Weiterbildung im ambu­ lanten Bereich geblieben. Hier wird zum Teil ideologisiert. Besonders Kollegen, die sich an den Positionen des Mar­
burger Bund orientieren, sehen darin eine Schwächung der Krankenhäuser. Sie übersehend dabei, dass viele Weiterbil­ dungsinhalte unter stationären Bedingungen nicht mehr ver­ mittelt werden können, weil die dazugehörigen Leistungen fast ausschließlich im ambulanten Bereich erbracht werden. Dies betrifft zum Beispiel endoskopische Leistungen, aber auch Leistungen des Ambulanten Operierens.
Hunderte Anträge wurden gar nicht diskutiert
Alles in allem endete der Ärztetag ohne große Kontrover­ sen. Seine in vielen Anträgen und Statements geäußerte Kritik am GKV­VSG wird sicherlich von der Politik komplett überhört. Positiv war für mich die Begegnung mit so vielen Kollegen, die sich für den ärztlichen Beruf und die Glaub­ würdigkeit der Ärzteschaft ehrenamtlich einsetzen – und zwar trotz des kräftigen Gegenwinds durch die Politik.
Der Ärztetag endete am Freitag mit einem Zeitproblem: Hunderte von Anträgen wurden en bloc an den Vorstand zur Bearbeitung verwiesen – ohne Diskussion und Abstimmung, weil schlicht die Zeit fehlte. Unter diesen war auch der Antrag von Michael Waldeck (niedergelassener Chirurg und Vorsitzender des Hessischen Chirurgen Verbandes, HCV) und des Autors dieser Zeilen zum Erhalt des Facharztes für Allgemeinchirurgie, der nach derzeitigem Stand der Dinge mit der Novellierung der MWBO abgeschafft werden soll (siehe Seite 7).
Beschlussprotoll siehe:
http://www.tinyurl.com/Aerztetag­Beschluesse

(Muster-)Weiterbildungsordnung: Welche Zukunft hat der ambulant tätige Chirurg?

In der nächsten Novellierung der (Muster­)Weiterbildungsordnung (MWBO) soll der derzeitige Facharzt für Allgemeinchirurgie abge­ schafft und durch den deutlich stärker spezialisierten Facharzt für Allgemein­ und Viszeralchirurgie ersetzt werden. Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) läuft Sturm gegen diese Entwick­ lung; nun war dem Thema bei der DGCH­Jahrestagung eine eigene Sitzung gewidmet. Dr. Michael Schmid vom Westpfalz­Klinikum in Kirchheimbolanden übernahm in der Podiumsdiskussion die Rolle des Advocatus diaboli, denn er sollte argumentieren, warum man den Facharzt für Allgemeinchirurgie in Zukunft nicht mehr braucht.
Schmid, der seine Klinikanstellung in 75 Prozent Teilzeit ausfüllt und daneben mit einem halben Vertragsarztsitz eine viszeral­ chirurgische Praxis ohne Unfallchirurgie betreibt, meinte: „Den Allgemeinchirurgen, wie wir ihn als Generalisten seit jeher kennen, gibt es eigentlich längst nicht mehr.“ Weiterhin rechnete Schmid vor, dass allgemeinchirurgische Leistungen in der Niederlassung nur einen geringen Anteil am Einkommen ausmachen, wohingegen die unfallchirurgischen Leistungen deutlich mehr Abrechnungs­ volumen umfassten.
Der BNC­Vorsitzende Dr. Christoph Schüürmann fungierte als Schmids Gegenspieler und plädierte eindringlich für den Erhalt des chirurgischen Generalisten, der insbesondere für die Versorgung von Patienten in der Fläche unverzichtbar sei. Die meisten heute niedergelassenen Chirurgen verfügten noch über den Facharzt für Chirurgie gemäß der MWBO von 1993: „Der neue Facharzt für Allgemeinchirurgie von 2003 ist noch gar nicht so recht in der Nie­ derlassung angekommen. Unter den niedergelassenen Chirurgen hat der Generationswechsel – ebenso wie die vielerorts diskutierte Feminisierung der Medizin – noch gar nicht stattgefunden.“
Schüürmanns Einschätzung nach hat die Rückführung der Orthopä­ die und Unfallchirurgie unter das Dach der Chirurgie nicht zu einem engeren Schulterschluss, sondern zur Trennung der Fächer geführt, welche sich durch die erneute Novellierung sowie Abschaffung
des Facharztes für Allgemeinchirurgie weiter verschärfen werde. „Der Facharzt für Allgemeinchirurgie nach der MWBO von 2003 ist der letzte Chirurg, der noch dem alten Facharzt für Chirurgie in der Niederlassung folgen kann“, warnte der BNC­Vorsitzende. Schüürmann verglich die chirurgische Versorgung der Bevölkerung mit dem deutschen Straßennetz: „Die hochgradig spezialisierte Hochschulmedizin entspricht den Autobahnen, die breit aufge­ stellten chirurgischen Generalisten in der Niederlassung sind wie die kleinen, weit verzweigten Landstraßen. Man kann aber nicht jeden Winkel der Republik mit der Autobahn erreichen!“ In diesem
Punkt stimmte ihm Schmid zu: „So weit liegen wir mit unseren Meinungen gar nicht auseinander. Eigentlich wünschen wir uns beide den Facharzt für Chirurgie in seiner alten Prägung von 1993 zurück.“ Der Facharzt für Allgemeinchirurgie, wie er derzeit an den Kliniken ausgebildet wird, ist nach Auffassung Schmids nur ein „Verlegenheits­Facharzt“, der weder in der Klinik, noch in der Niederlassung den ursprünglichen Facharzt für Chirurgie ersetzt.
Für den Erhalt der breit aufgestellten ambulanten Chirurgie sprach sich auch Dr. Andreas Koch aus. Der niedergelassene Chirurg aus Cottbus erklärte: „Ich operiere jährlich ungefähr 400 Leistenhernien, das ist mein Lieblingsfeld, auf dem ich mich auch wissenschaftlich betätige. Trotzdem behandele ich in meiner Praxis auch Sprung­ gelenksverletzungen und Analfissuren. Als niedergelassener Chirurg muss ich doch auch solche Fälle zumindest beurteilen können!“ Nach Einschätzung Kochs benötigen nur 20 Prozent der Patienten in einer niedergelassenen chirurgischen Praxis die Versorgung durch einen Spezialisten. 80 Prozent hingegen brauchen einen gut ausgebildeten Generalisten, der aufgrund seines breitgefächerten Wissens im Bedarfsfall auch einschätzen kann, zu welchem Spezia­ listen er seinen Patienten weiter überweisen sollte.
„Nur eine solche Versorgung ist auch kosteneffizient“, meinte Koch und forderte: „Hierfür brauchen wir eine breit angelegte Facharzt­ ausbildung. Was spricht eigentlich dagegen, den historischen Fehler der Zusammenlegung von Allgemein­ und Unfallchirurgie im Common Trunk wieder rückgängig zu machen?“ Priv.­Doz. Dr. Dirk Weyhe, chirurgischer Klinikdirektor aus Oldenburg, und Priv.­Doz. Dr. Stephan Kersting, chirurgischer Chefarzt aus Freiburg, zeigten sich skeptisch: „Diese Diskussion ist müßig, weil der chirurgische Nachwuchs schlicht kein Interesse an der Allgemeinchirurgie zeigt“, sagte Kersting. Und auch Weyhe berichtete: „Unsere Weiterbildungs­ assistenten erklären in der Regel noch während des Common Trunks, dass sie nicht als Generalisten arbeiten wollen.“
Diesen Einwand mochten allerdings nicht alle im Saal gelten lassen. So erklärte Dr. Andreas Koch: „Es ist falsch, sich beim Ausbildungs­ angebot ausschließlich nach den Wünschen des Nachwuchses zu richten. Eltern richten sich in der Erziehung ihrer Kinder auch nicht nur nach deren Wünschen.“ Und ein Kollege aus dem Plenum ergänzte: „Es liegt an uns, den Generalisten als positives Vorbild vorzuleben. In meiner Klinik hören die Assistenten jede Woche, dass der Generalist der Zehnkämpfer unter den Chirurgen ist. Er erbringt in jeder seiner Disziplinen hervorragende Leistungen, auch wenn er in keiner dieser Disziplinen den Weltrekord knacken wird. Wir motivieren sie zu dieser Haltung – und das mögen sie auch!“
BAO Depesche, Ausgabe 36, Juli 2015

BAO Depesche
Organ des Bundesverbandes Ambulantes Operieren (BAO)
Herausgeber und verantwortlich für den Inhalt
Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) e.V. Sterntorbrücke 1,
53111 Bonn Tel.: 0228 692423, Fax: 0228 631715 baobonn@t-online.de
www.operieren.de
Verlag, Anzeigen und Vertrieb
VMK Verlag für Medizinkommunikation GmbH Essener Straße 4, D3, Belle Etage, 22419 Hamburg info@vmk-online.de, www.vmk-online.de

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Bundeskongress Chirurgie 10.03. - 12.03.2017 im NCC Ost, Nürnberg Hauptprogramm/Anmeldung
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Chirurgen Magazin + ...

Heft 82, Ausgabe 4 – November 2016
Digitalisierung: Werden es Ärzte sein, die künftig das Gesundheitswesen gestalten ?
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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