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19.08.2014: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 8/14, vom 19. August 2014 Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Mitteilungen des Justitiars
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine (u.a. Mitgliederversammlung des BAO 28.09.2014 Aachen s. u.)

Mitteilungen des Präsidiums
Unten in den Kommentierten Nachrichten wird eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums angeführt, die nachweist, dass die von persönlichem Verhalten beeinflussbaren Faktoren der Lebensführung eine Differenz der Lebenserwartung von bis zu 17 Jahren ausmachen.

Ein anderes Thema, das in den letzten Wochen wiederholt diskutiert wurde, ist die Behauptung, dass Krankenhäuser statistisch häufiger Patienten in Behandlungen führen, die besonders gut vergütet werden(z. B.: Deutsches Ärzteblatt Seite 1 - Dtsch Arztebl 2014; 111(29-30): A-1271 / B-1095 / C-1039 und unten "Klinik-Op's: mit der Vergütung steigt auch die Fallzahl") Generell nimmt die Diskussion um wirtschaftliche Aspekte im Gesundheitswesen einen immer breiteren Raum ein.

Andererseits wird auch immer wieder berichtet (siehe unten: Zweitmeinung – von Rücken-Op. wird meistens abgeraten), dass die Vertragsärzte nur eine Minderzahl von Patienten zu Operationen ein- und überweisen. Die Quote erfolgreicher konservativer Behandlungen in Relation zu aufwändigeren Behandlungsarten wird aus methodologischen Gründen aber schwer zu fassen sein.

Der BAO ist ein (berufs-)politischer Verband. Daher sollten wir uns die Frage stellen, was Politiker aus diesen Beobachtungen lernen könnten.

Zunächst einmal, dass die Bestrebungen der Politik, im Gesundheitswesen wirtschaftliches Denken stärker zu betonen, offenbar erfolgreich waren. Die diesbezügliche Sozialisation der jungen Kollegen in den Krankenhäusern bringt diesen bei, neben dem Wohl der Patienten auch immer das wirtschaftliche Wohl des Krankenhauses mit zu bedenken. Die unten zitierte Forderung nach 15 % Rendite im Fresenius-Konzern unterstreicht diese Entwicklung.

Da ist zum Zweiten die Tatsache, dass die Patienten selber den größten Einfluss auf ihr eigenes Wohl haben. Aus dieser Eigenverantwortung können Patienten nicht entlassen werden. Die Suggestion der Politik, sich mit Regulation und Kontrollen als paternalistischer Verwalter des Patientenwohles zu gerieren, mag Wählerstimmen bringen. Dem Patientenwohl wäre es zuträglicher, die Menschen an ihre eigene Verantwortung zu verweisen.

Drittens: Vertragsärzte, die selber nicht operieren, sind unverdächtig, aus Eigeninteresse Patienten unnötigerweise operativen Eingriffen auszusetzen.

Für die Praxis ergeben sich daraus für uns ambulante Operateure durchaus interessante Argumente:
Die kuriose Organisation des Deutschen Gesundheitswesens mit einer fachärztlichen Arbeitsteilung von Vertragsärzten und Krankenhäusern ist der wichtigste Faktor zum Schutz der Bevölkerung vor unnötigen stationären/invasiven Behandlungen.

Wenn man also das Ambulante Operieren zum Wohl der Bevölkerung und zum finanziellen Wohl des Gesundheitswesens (siehe unten: "Health Affairs Journal" sieht Kosteneinsparungen und Effizienz bei ambulanten Operationszentren) endlich durch eine Gleichstellung der Vergütung mit den stationären Operationen voranbringen würde (ambulante DRG's), so ist die Verhinderung einer unnötigen Mengenausweitung ganz einfach zu bewerkstelligen:
Die Patienten werden auf ihre Verantwortung für ihre eigene Gesundheit verwiesen, auch bezüglich der Einwilligung zu operativen Eingriffen. Und eine volle Vergütung invasiver Verfahren erfolgt nur, wenn eine Überweisung/Indikationsstellung von einem unabhängigen Vertragsarzt vorliegt. Eigenzuweisungen – auch z. B. aus MVZ des eigenen Konzerns – werden massiv geringer vergütet und/oder routinemäßig durch den MDK geprüft.

Eigentlich ganz einfach und als selbstregulierender Effekt auch verlässlich – aber auch politisch durchsetzbar?

Jörg Hennefründ

Mitteilungen unseres Justitiars

Gesetz zur Bekämpfung von Zahlungsverzug
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt ist am 28.07.2014 das "Gesetz zur Bekämpfung von Zahlungsverzug" im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Ziel der Neuregelungen zum Zahlungsverzug ist es, die Zahlungsmoral im Geschäftsverkehr zu verbessern, um dadurch die Liquidität und Wettbewerbsfähigkeit insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen zu verbessern. Nach den Neuregelungen sind Vereinbarungen, in denen sich Unternehmen oder die öffentliche Hand Zahlungsfristen oder Überprüfungs- oder Abnahmefristen einräumen lassen, künftig einer verschärften Wirksamkeitskontrolle unterworfen, wenn die vereinbarten Fristen eine bestimmte Länge überschreiten. Außerdem müssen säumige Unternehmen – also auch Arztpraxen - und öffentliche Auftraggeber einen höheren Verzugszins (9 %-Punkte über dem Basiszinssatz) sowie eine Pauschale von 40 Euro zahlen.

RA Dr. R. Großbölting, Justiziar des BAO
grossboelting@kwm-rechtsanwaelte.de

weitere aktuelle Themen rund um das Medizinrecht unter: http://www.operieren.de/content/e3247/e6265/e24059/e29657/

Kommentierte Nachrichten

Litauen - Geldgeschenke an Ärzte legalisieren (Eurotopics 29.07.2014)
In Litauen sind – ähnlich wie in anderen osteuropäischen Ländern – Geldgeschenke an Ärzte üblich. Der Kolumnist Andrius Užkalnis schlägt deshalb vor, sie einfach zu legalisieren; denn wenn der Staat den Ärzten nicht mehr Geld zahlen kann und die Menschen nicht mehr Steuern zahlen wollen, wäre dies die logische Folge.
Kommentar: Das System der privaten Zuwendungen an Ärzte scheint ein typisches ost-sozialistisches Problem zu sein. Jedenfalls bedrückt es die Kollegen und Kolleginnen aus diesen Ländern sehr. Sie wissen jedoch auch keinen Ausweg, wie man das Problem lösen könnte. Vielleicht sollte eine Legalisierung ernsthaft erwogen werden.
J. B.

Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg: Rauchen senkt die Lebenserwartung am deutlichsten
Quelle: Auf der Basis eigener Daten der Heidelberger EPIC-Teilnehmer hat das DKFZ die Effekte von Verhaltensrisikofaktoren quantifiziert. (http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2014/dkfz-pm-14-38-Was-uns-Lebensjahre-raubt.php -
Englische Version unter: http://www.biomedcentral.com/1741-7015/12/59)
Hierzu gehören (bekanntermaßen) Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Übergewicht etc. Bei der Addition der Risikofaktoren ermittelte das DKFZ eine maximale Differenz der Lebenserwartung von bis zu sagenhaften 17 Jahren. Am deutlichsten schlägt das Rauchen zu Buche mit einer Differenz der Lebenserwartung von 9 Jahren (Männer) und 7 Jahren (Frauen).
Kommentar: Eine Differenz von weit über zehn Jahren in der Addition von Risikofaktoren, die durch persönliches Verhalten beeinflussbar sind, wurde auch schon in Longitudinalbeobachtungen aus England publiziert, die Kollektive untersuchten, die Teilnehmer beinhalteten, die bereits vor dem zweiten Weltkrieg geboren wurden.
Auf Zigarettenpackungen findet man ja inzwischen reichliche Warnhinweise auf Gesundheitsrisiken. Diese formulieren aber immer: "kann" xyz verursachen. Einen Satz, wie "Zigarettenkonsum verkürzt ihr Leben um durchschnittlich fünf Jahre" würde ich mir wünschen.
Die Differenz von 17 Jahren ist dramatisch. Damit dürften die durch persönliches Verhalten beeinflussbaren Faktoren einen größeren Einfluss haben auf die Lebenserwartung als das gesamte Gesundheitswesen.
J.H.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Health Affairs Journal" sieht Kosteneinsparungen und Effizienz bei ambulanten Operationszentren (IAAS Newsletter Number 2/14, July 2014)
Das Health Affairs Journal berichtet von einer Studie von Elizabeth Munnich und Stephen Parente "ASCs are a high-quality, lower-cost substitute for hospitals as venues for outpatient surgery". Die Studie zeigt, dass ambulante Operationszentren Geld einsparen können und die Effizienz für die Versicherung medicare und die Patienten bei gleichbleibender Qualität sichern. In der Studie wird von weiteren Veröffentlichungen über Kosteneinsparungen in ambulanten Operationszentren berichtet.
Details: http://www.ascassociation.org/AdvancingSurgicalCare/whattheexpertsaresaying

Chirurgen lehnen Empfehlung zu Zwangsverkäufen von Praxen ab (Ärzteblatt 18.07.2014)
Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) lehnt die Empfehlung des Sachverständigenrates ab, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) zum Aufkauf von Arztpraxen gezwungen werden, wenn ein Überversorgungsgrad von 200 Prozent überschritten wird. Dieter Haack, BNC-Präsident, kritisierte, dass die Empfehlungen auf Zahlen aus dem Jahre 1990 basieren und weder den demographischen Wandel noch den Versorgungsbedarf berücksichtigen. "Dieser plötzliche Kurswechsel kommt willkürlichen Enteignungen gleich", so der BNC-Chef.

Arztlohn: KBV sieht deutlichen Nachholbedarf (Ärzteblatt 15.07.2014)
Bei den anstehenden Honorarverhandlungen für 2015 will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) auf eine Anhebung des sogenannten kalkulatorischen Arztlohns dringen. Im Jahre 2008 wurde die Höhe eines Oberarztgehaltes von 105.000 Euro als Referenz "Arztlohn" festgelegt. Mittlerweile liege dieses Oberarztgehalt bei etwa 133.000 Euro. Daraus entstünde ein erheblicher Nachholbedarf.

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Im ambulanten Bereich fehlen fünf Milliarden Euro (Ärzteblatt 31.07.2014)
Der KBV-Vorsitzende, Andreas Gassen, hat zu Beginn der Verhandlungen mit den Krankenkassen als Bestandsaufnahme festgestellt, dass die Unterfinanzierung in der ambulanten Versorgung etwa 5 Milliarden Euro betrage. Diese Unterfinanzierung käme einmal zustande, weil die Krankenkassen nur begrenzt Geld für Gesundheit ihrer Versicherten zur Verfügung stellen; diesem begrenzten Geld stehe aber ein unbegrenzter Leistungsanspruch der Versicherten gegenüber. Daraus resultiere, dass die Vertragsärzte rund 10 Prozent ihrer Leistungen nicht vergütet bekommen, was zusammen rund 2,3 Milliarden Euro Unterfinanzierung ausmache.
Außerdem sei der kalkulatorische Arztlohn seit 2008 nicht mehr angepasst worden; die Tarifgehälter im Krankenhaus für einen Oberarzt betrügen heute 133.000 Euro.
Die KBV möchte in den kommenden Honorarverhandlungen durchsetzen, dass sogenannte Basisleistungen in Zukunft zu festen Preisen ohne Mengenbegrenzung vergütet werden.

FALK-KVen für Einzelleistungsvergütung und feste Preise (Ärzteblatt 22.07.2014)
Die KVen aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern, die sich zur Freien Allianz der Länder-KVen (FALK) zusammengeschlossenen haben, fordern eine neue Vergütungssystematik für niedergelassene Ärzte. Dabei unterstützen sie das von der Techniker Krankenkasse (TK) vorgeschlagene Vergütungssystem. Dieses fordert anstelle von Pauschalen wieder Einzelleistungsvergütungen und die Trennung von Fixkosten und variablen Kosten.

Niederlassung - Die Infrastruktur gibt den Ausschlag (Arzt & Wirtschaft 31.07.2014)
Nach einer Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) sind infrastrukturelle Bedingungen maßgebend für die Niederlassung von Ärzten. Es seien besonders Beschäftigungsmöglichkeiten für den Lebenspartner, Verfügbarkeit von Schulen und Kinder-Betreuungsangeboten, fachliche Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten sowie die städtische Lage wichtig für die Entscheidung junger Ärztinnen und Ärzte. Damit würden sie sich nicht anders verhalten als die Industrie und die breite Bevölkerung. Die regionalen Unterschiede in der Arztdichte könnten zu 85 Prozent durch infrastrukturelle Eigenschaften erklärt werden.

Klinik-OP's - Mit der Vergütung steigt auch die Fallzahl (Ärzte Zeitung 10.07.2014)
Im Jahre 2012 hat die Schwarz-Gelbe-Koalition die Selbstverwaltung beauftragt, prüfen zu lassen, ob in Deutschland zu viel operiert wird. Der Forschungsbericht liegt der Selbstverwaltung vor, die Analyse der Daten muss noch veröffentlicht werden. Für die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) bedeuten die Zahlen, dass ein Anstieg der Fallzahlen durch die die demographische Entwicklung hervorgerufen ist. Für den GKV-Spitzenverband steht fest, dass die Veränderungen der Fallzahlen auf eine kostenunabhängige Veränderung der DRG-Gewichte zurückzuführen sind. Die Professoren Jochen Busse und Jonas Schreyögg hatten festgestellt, dass die Fallzahlen um durchschnittlich 0,2 Prozent im Jahr steigen, wenn sich der Preis für eine Diagnosegruppe um ein Prozent erhöht. Schreyögg und Busse schlagen vor, die Fallpauschalen für konservative und prozedurenorientierte Behandlungen anzugleichen, um Anreize für Operationen zu verringern.

Nordrhein - Orthopäden gehen auf die Barrikaden (Ärzte Zeitung 9.07.2014)
Auf der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) haben 200 Orthopäden und Chirurgen Stützungsmaßnahmen für Fachgruppen mit stark gesunkenen Fallwerten gefordert. Das Honorar der Orthopäden sei von 2008 bis Ende 2013 um 19,6 Prozent gefallen. Ein Hausarzt bekommt für die Akupunktur des Bewegungsapparates 35 Prozent mehr als ein Orthopäde. Der Orthopäde Wolfgang Bartels, VV-Mitglied, bestätigte, dass seine orthopädische Kassenarztpraxis von den Kassenpatienten nicht mehr existieren kann.
Der Antrag auf Stützungsmaßnahmen wurde von der VV abgelehnt.

Zweitmeinung - Von Rücken-Op wird meistens abgeraten (Ärzte Zeitung 15.07.2014)
In Bandenburg kommen Rückenprobleme wohl besonders häufig vor. Eine Auswertung des Modellprojekts "Zweitmeinung Rücken" der Techniker Krankenkasse in Brandenburg zeigt nun, dass vier von fünf Patienten bei der Zweitmeinung von einer Operation abgeraten wurde.

Ärzte arbeiten gern - aber: hohe Arbeitsbelastung und zu wenig Zeit (KBV Newsletter 3.07.2014)
Das Institut für angewandte Sozialwissenschaften infas hat im Auftrag der KBV und des NAV-Virchowbundes über 10.000 niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten telefonisch befragt. 98 Prozent der Ärzte empfinden ihre Arbeit als "nützlich und sinnvoll". Die größten Probleme seien fehlende Planungssicherheit und das hohe Maß an Bürokratie. Auch beklagten 60 Prozent der Ärzte, dass sie für die Behandlung ihrer Patienten nicht ausreichend Zeit hätten.
23 Prozent der Ärzte suchen Nachfolger, 74 Prozent von diesen hätten aber Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden.

Immer mehr Ärzte arbeiten in Netzen (Ärzteblatt 7.07.2014)
Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts infas arbeitet mittlerweile jeder dritte Arzt in einem Netz, d. h. einem fachgruppenübergreifenden Zusammenschluss von Ärzten (Ärztemonitor 2014). Dieses sind mehr als 45.000 Vertragsärztinnen und –ärzte.
Veit Wambach, Vorstandsvorsitzender der Agentur deutscher Arztnetze, gibt an, dass es mittlerweile rund 400 Ärztenetze in Deutschland gibt. Er fordert, dass die Ärztenetze endlich als Leistungserbringer im Sozialgesetzbuch V anerkannt werden. Dann könnten sie nämlich z. B. Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen.

Sechs Millionen Menschen arbeiten in der Gesundheitswirtschaft (Ärzteblatt 8.07.2014)
Laut Dennis A. Ostwald, Geschäftsführer des WifOR-Instituts, stieg die Zahl der Beschäftigten in der Gesundheitsbranche seit 2005 um 1,8 Prozent pro Jahr. Der Zuwachs war damit doppelt so hoch wie in der Gesamtwirtschaft. 2012 waren 15 Prozent aller Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft tätig. Während die Gesamtwirtschaft im Krisenjahr 2009 um 3,8 Prozent sank, sei die Gesundheitswirtschaft um 2,5 Prozent gewachsen.

KBV2GO! – neue Smartphone-App für Niedergelassene (Ärzteblatt 8.07.2014)
Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind auf der neuen Smartphone-Applikation "KBV2GO!" alle Informationsangebote der KBV verfügbar; außerdem seien der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) sowie der Anhang II des EBM (Verzeichnis der ambulanten und belegärztlichen Operationen nach OPS codiert) enthalten. Bei den Gebührenordnungspositionen würde auch eine Liste der OPS-Leistungen angezeigt.
Link http://www.kbv.de/html/kbv2go.php

Bundesregierung bekräftigt Pläne für Wartezeiten-Management in Praxen (Ärzteblatt 9.07.2014)
Frau Anette Widmann-Mauz hat auf eine kleine Anfrage der Fraktion "Die Linke" im Bundestag geantwortet, dass die Bundesregierung nach wie vor die Kassenärztlichen Vereinigungen dazu verpflichten will, Terminservicestellen einzurichten. Ziel sei, dass Versicherte im Regelfall nicht länger als 4 Wochen auf einen Behandlungstermin bei einem Facharzt warten. Frau Widmann-Mauz bekräftigte außerdem, dass dem BMG keine validen Daten zur Zahl der Arztbesuche von gesetzlich oder privat Krankenversicherten in Praxen vorliegen.

Krankenhaus Rating Report - Kampf um kleine Krankenhäuser (kma online 26.06.2014)
Das Forschungsinstitut RWI Essen hat den Krankenhaus Rating Report 2014 herausgebracht. "Jedes siebte Krankenhaus könnte man vom Markt nehmen", so der Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit Boris Augurzky. 2012 sei die Zahl der Krankenhäuser weiter um 1,4 Prozent auf 2017 gesunken. 13 Prozent der Krankenhäuser drohe eine Pleite. Dabei wäre die Krankenhausdichte in Nordrhein-Westfalen vier Mal so hoch wie in dem gleichgroßen Holland. Als Ausweg sieht Augurzky unter anderem eine Umwandlung in ambulante Zentren.

Fresenius-Chef fordert 15 Prozent Rendite von seinen Krankenhäusern (Ärzteblatt 14.07.2014)
Der Vorstandsvorsitzende des Gesundheitskonzerns Fresenius, Ulf Schneider, erwartet von seinen Krankenhäusern einen Gewinn von 15 Prozent. Das Fallpauschalensystem böte jedem Klinikbetreiber die Möglichkeit, einen solchen Gewinn zu erwirtschaften, so Schneider. Die Fresenius Klinikkette ist zurzeit mit 110 Häusern der größte Klinikbetreiber in Deutschland

Rechtliches

Das "Aus" für alternative Heilbehandlungen? (Arzt & Wirtschaft 25.07.2014)
Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat entschieden, dass man den "goldenen Standard", d. h. die Therapie 1. Wahl, nur durch eine 2. Wahl ersetzen darf, wenn der Patient darüber aufgeklärt wird. Im vorliegenden Fall hatte der Patient einen Basalkarzinom, den der Hausarzt – ohne weitere Aufklärung – mit einer fotodynamischen Therapie behandelte. Es kam zum Rezidiv und mehreren Operationen. Dem Patienten wurde ein Schmerzensgeld von 15.00 Euro zugestanden (Az.: 26 U 157/12).

Praxismanagement

Händedesinfektion - Ärzte und Pflegepersonal werden nachlässiger (kma newsletter 9.07.2014)
Die Abteilung Krankenhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) prüft jährlich das Verhalten von Ärzten und von Pflegepersonal. Jetzt erscheint das Bewusstsein zur Händedesinfektion (Regeltreue) auf 49 Prozent (bei Ärzten) gesunken zu sein; sie ist damit niedriger als 2008. Die Einhaltungsrate bei Pfleger und Krankenschwestern ist mit 55 Prozent besser.

Jeder vierte Patient würde Arzttermin online vereinbaren (KBV-Newsletter 24.07.2014)
Die Forschungsgruppe Wahlen hat für die KBV 6.000 Bürger zur medizinischen Versorgung befragt. 23 Prozent der Befragten, die das Internet nutzten, wünschen sich, dass sie Termine online vereinbaren können. Für 39 Prozent der Befragten war es wichtig, bei der Suche nach einem neuen Arzt die Webseiten studieren zu können.

Arbeitnehmer mit flexiblen Arbeitszeiten fehlen seltener (Ärzteblatt 31.07.2014)
Der AOK Bundesverband stellte Ergebnisse der sogenannten AOK-Familienstudie 2014 vor. Bei der Studie wurden 1.503 Eltern befragt. 57 Prozent der Eltern mit einem guten Gesundheitszustand hatten danach die Möglichkeit zeitlich flexibel zu arbeiten. Bei Eltern, denen es nicht so gut ginge, seien es nur 38 Prozent.

Europa

EU - Acht deutsche Politiker im Ausschuss (Ärzte Zeitung 10.07.2014)
Das Europäische Parlament (EP) hat die Vorsitzenden der 20 Ausschüsse für die kommenden zweieinhalb Jahre gewählt. Der EP-Ausschuss für Umwelt, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit umfasst 69 Mitglieder, davon sind acht Deutsche. Vorsitzender des Ausschusses ist Giovanni La Via. Die Deutschen sind: Kinderarzt Dr. Peter Liese, die CDU-Abgeordneten Birgit Collin-Langen und Norbert Lins, der Bundesvorsitzende der Deutschen Tierschutzpartei Stefan Eck, Karl-Heinz Florenz (CDU), Renate Sommer (CDU), der SPD-Abgeordnete Matthias Groote und der Allgemeinmediziner Thomas Ulmer (CDU).

Europäische Union - Windhorst für europaweites Ärzteregister (Ärzte Zeitung 01.07.2014)
Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) Dr. Theodor Windhorst fordert ein europaweites Register für Ärzte, damit die Ärztekammern auch Qualifikationen und Berufserlaubnis der sich innerhalb Europas bewegenden Ärzte überprüfen können. Anlass sind mehrere Verfahren, in denen Ärzte in einem europäischen Land ihre Berufserlaubnis verloren hatten, dann aber in Deutschland wieder angestellt wurden. Windhorst begrüßte die EU-Richtlinie zur "Anerkennung von Berufsqualifikationen und Verwaltungszusammenarbeit mithilfe des Binneninformationssystems". Dieses müsse aber auf europäische Länder, die nicht der EU beigetreten sind, ausgeweitet werden.

Kostenerstattung - Frankreich will zurück zur Sachleistung (Ärzte Zeitung 24.07.2014)
Frankreichs Sozialministerin Marisol Touraine will das Kostenerstattungsprinzip bei niedergelassenen Ärzten, dass seit 1946 gilt, abschaffen und durch das Sachleistungsprinzip ersetzen. Letzteres sei sozialer und gerechter. Gegen diese Pläne wehren sich fast alle Ärzteverbände. Sie argumentieren, dass Sachleistungsprinzip sei bürokratischer und damit teurer als die Kostenerstattung. Außerdem fürchten sie um ihren Status als Freiberufler. Laut Umfragen ist etwa die Hälfte der Franzosen für das Sachleistungsprinzip.

Wegen Sparpolitik - Portugals Ärzte streiken (Ärzte Zeitung 9.07.2014)
Portugals Ärzte haben für zwei Tage die Arbeit niedergelegt. Dazu aufgerufen hatte der Ärzteverbandes FNAM, weil der Bereich Gesundheit bei den notwendigen Einsparungen besonders stark betroffen sei. 90 Prozent der Ärzte haben sich an dem 48-stündigen Streik beteiligt.

Termine

NARKA 2014
Niedergelassene Anästhesisten – Kongress Aachen
26. bis 28. September 2014
Bitte vormerken!
Mitgliederversammlung des BAO am 28.09.2014, 11:30 Uhr, Aachen NARKA
http://www.narka.de/document/NarkaVorprogramm2014.pdf

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Die Helmsauer Gruppe führt auch Praxisbewertungen durch. Auf diesem Gebiet hat sie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung.
Tel. 0911-929203

Justiziar des BAO

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Chirurgen Magazin + ...

Heft 83, Ausgabe 1 – Februar 2017
Praxismanagement: Wie schütze ich meine Praxis für den Notfall vor finanziellem Chaos und Insolvenz?
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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