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09.04.2014: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 4/14, vom 9. April 2014 Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Liebe KollegenInnen und Mitstreiter –

Nutzen Sie das Informationsangebot des BAO??
Die Depesche haben Sie kürzlich per Post erhalten – nehmen Sie sich die Zeit zum Lesen.
Die Depesche hat übrigens einen sorgfältig zusammengestellten, großen Verteiler – und erreicht alle KVen, die Gesundheitsministerien, Personen und Berufsverbände.
Möchten Sie etwas mitteilen? Die Medien des BAO: Newsletter, Depesche und Website stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Besuchen Sie regelmäßig http://www.operieren.de : Die Website ist immer aktuell – Sie finden dort z. B. auch den KBV Newsletter.
Die Mediaanalysen der Site zeigen sehr gute Ergebnisse – mit tausenden Klicks pro Monat.
Sie können dort zitierfähig und öffentlich auch für Journalisten und Krankenkassen publizieren – nutzen Sie die Medien des BAO als Plattform für alle wichtigen Ereignisse in Zusammenhang mit dem AOP.

Mit besten Grüßen

Ihr Axel Neumann

Kommentierte Nachrichten

Ambulante Tonsillotomie bewährt sich (Ärzteblatt 24.03.2014)
Die Vertragsarbeitsgemeinschaft Bayern der Betriebskrankenkassen (BKK VAG) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) präsentierten die Zahlen für die Zusatzvereinbarung Tonsillotomie: 90 Prozent aller ambulanten Eingriffe wurden auch zwei Jahre nach dem Eingriff als sehr gute Therapieerfolge bezeichnet. Diese ambulante Mandelteilentfernung sei ein medizinisch wie wirtschaftlich voller Erfolg.
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58076/Ambulante-Tonsillotomie-bewaehrt-sich
Kommentar: Vergleicht man diese im eigenen Land hochgelobten Ergebnisse mit anderen europäischen Ländern, bekommt das Ganze einen etwas säuerlichen Geschmack: In Deutschland werden nur 4 Prozent der Tonsillektomien ambulant durchgeführt, in Finnland sind es 70 % (siehe BAO-Depesche Ausgabe 32 vom April 2014).
J.B.

Hysterektomie - Kein Schadenersatz für Infektion (Ärzte Zeitung 26.02.2014)
Das Oberlandesgericht Hamm (OLG) hat in einem rechtskräftigen Urteil entschieden, dass ein Krankenhaus für eine postoperative Infektion nicht haftbar gemacht werden kann, wenn weder Aufklärungs- noch Behandlungsfehler nachgewiesen werden können (Az.: 3 U 109/11). Die Patientin war in die Klinik mit der Diagnose "Senkung der Genitalorgane mit minimaler Stressharninkontinenz von Grad I" eingewiesen worden. Die Gebärmutter wurde abdominal unter Belassung der Adnexe entfernt. Postoperativ kam es zu einer Infektion mit E. coli-Bakterien, die eine Reihe weiterer Operationen notwendig machte.
Kommentar: Von der Diagnose her gewinnt man den Eindruck, dass diese Operation nicht zwingend notwendig war, besonders nicht in der Form einer abdominalen Hysterektomie, da es sich um eine Senkung der Genitalorgane handelte. Nicht nur Ärzte sondern auch Patienten müssen auf eine strenge Indikation zu einer Operation bestehen, damit sie nicht durch Komplikationen, die postoperativ immer auftreten können, geschädigt werden. Es ist die strenge medizinische Indikation, die Komplikationen und Patientenklagen zu vermeiden hilft.
J.B.

Gericht urteilt: GBA ist kein BND (Ärzte Zeitung 20.03.2014)
Das Oberverwaltungsgericht Köln hat entschieden, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) ebenso wie andere Behörden oder öffentliche Verwaltungen dem Informationsfreiheitsgesetz unterliegt und entsprechend Auskünfte geben muss. Zu diesen Auskünften zählen: Nennung der Mitglieder des Unterausschusses, Nennung der im Stellungsnahmeverfahren beteiligten Sachverständigen und Gutachter sowie Zugang zu den Sitzungsprotokollen.
Kommentar: Dieses Urteil könnte für Vertragsärzte wichtig sein, wenn Sie Informationsauskünfte von Behörden wie den KVen, Krankenkassen usw. einfordern wollen.
J.B.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Chirurgen plädieren für anderes Auswahlverfahren zum Medizinstudium (Ärzteblatt 25.03.2014)
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Matthias Anthuber, hat gefordert, dass ein Teil der Zulassungen zum Medizinstudium unabhängig vom bisherigen Numerus-Clausus-Prinzip erfolgen soll, z. B. durch eine halbjähriges Pflegepraktikum und ein Eignungsgespräch. Gerade in der Medizin käme es häufig auf handwerklich-manuelle Begabungen an. Diese "Bastler" und "Tüftler" würden nur in Ausnahmefällen einen Notendurchschnitt von 1,0 bis 1,2 in der Abitursnote erreichen.

Zahl der Krankenhausinfektionen höher als vermutet (Ärzteblatt 28.03.2014)
Nach einer Studie der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sind die nosokomialen Infektionen höher als bisher mitgeteilt, nämlich jährlich 900.000 Infektionen und mindestens 30.000 Todesfälle. Gegen diese Aussage verwahrte sich der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) Georg Baum. Er sprach von nicht gesicherten Annahmen über Todesfallzahlen. Das Hauptproblem seien antibiotikaresistente Infektionen.

Strehl fordert Bettenabbau – "Unsere Krankenhausplanung ist vorsintflutlich" (kma 12.03.2014)
Rüdiger Strehl, ehemals Kaufmännische Direktor der Uniklinik Tübingen, geht mit der Krankenhausplanung der Länder hart ins Gericht. "Unsere Krankenhausplanung ist vorsintflutlich, politisiert und methodisch unzulänglich", urteilte Strehl. Im internationalen Vergleich gäbe es in Deutschland 50 Prozent mehr Krankenhausbetten pro Einwohner und 30 Prozent mehr Fälle als in anderen OECD-Staaten. Dabei hätten mehr als die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser weniger als 200 Betten.

Transparenz gefordert - Chirurgen wollen mehr Versorgungsforschung (Ärzte Zeitung 28.03.2014)
Auf dem Chirurgenkongress in Berlin haben die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) und das Netzwerk für Versorgungsforschung (DNVF) mehr Versorgungsforschung und eine Vergütung dieser Versorgungsforschung gefordert. Die Patienten hätten ein Recht auf Information über Langzeitergebnisse, sagte Professor Edmund Neugebauer, der Vorsitzende des DNVF. Bislang gäbe es nur den Beginn von Registern, u. a. das Endoprothesen- und das Aortenklappenregister. Diese Register müssten ausgebaut werden. Auch im Hinblick auf die Tatsache, dass Qualität in zunehmendem Maße ein Parameter für die Bezahlung von Leistungen wird, sollte die Versorgungsforschung zügig vorangetrieben werden.

Debatte um Klinikqualität: "Was wir derzeit machen, ist brandgefährlich" (Ärzte Zeitung 25.03.2014)
In einem Interview antwortet Professor Hans-Peter Bruch, Vorsitzender des Berufsverbandes der Chirurgen (BDC) auf die Fragen, die durch die Schlagzeilen "Zu viele Behandlungsfehler, zu schlechte Hygiene in den Kliniken, überflüssige Operationen" in letzter Zeit aufgeworfen wurden. Für Bruch ist eines klar: "Mit Einführung der DRG und dadurch, dass die Politik den Ökonomen die gesamte Macht über die Medizin gegeben hat, ist der Mensch nicht mehr ein Patient, sondern ein Wirtschaftssubjekt." Die Kliniken seien gezwungen, die ständig steigenden Kosten und Auflagen irgendwie zu finanzieren, das heißt in die Menge zu gehen bzw. die Leistung zu steigern.
Für Bruch ist die Frage der Zukunft: "Wie viel Medizin in welcher Qualifikation brauchen wir an welchem Ort, damit wir die Patienten optimal behandeln können?" Als Beispiel nennt er Nordrhein-Westfalen, was ähnlich groß ist wie die Niederlande, jedoch dreimal so viele Kliniken wie die Niederlande hat. Auf die Frage, warum da nichts verändert wird, weist Bruch auf die starken Player auf dem Markt hin: Bundesärztekammer, KBV, Marburger Bund, Deutsche Krankenhausgesellschaft und Krankenhausverbände. Diese Player hätten verschiedene Interessen im Auge. Hier fordert Bruch eine neue Zielstellung der Player, die Einfluss und Macht im Medizinsektor haben. Bruch würde gern das Patientenwohl in den Mittelpunkt des Denkens und Handelns rücken.
Bruch weist auf Daten von Eurostat hin, dass Europa im Jahre 2020 einen Mangel an Medizinpersonal von einer Million Menschen haben wird; die Wirtschaft wird bis 2050 höchstens um 180 Prozent wachsen, dagegen werden Sozialleistungen um 350 Prozent steigen müssen, denn im Jahre 2050 werden 58 Millionen Menschen über 65 Jahre mehr leben als heute.
Nach Lösungsvorschlägen gefragt, weist Bruch auf die medizinische Ökonomik hin; die Leistungen des Medizinsystems müssten an den Bedarf angepasst werden. Für Bruch gilt: "Es muss angestrebt werden, mit dem geringsten Aufwand für die Gesellschaft und den Patienten ein optimales Ergebnis für den Patienten im Sinne des Patientenwohls zu erzielen".
Die jetzige Diskussion über die Schlagzeilen "Ärzte sind Geschäftemacher", "In den Kliniken wir zu viel operiert", "Ärzte und Schwestern waschen sich nicht genug die Hände" sei brandgefährlich. Bruch sieht eine Notwendigkeit, dass die großen Ärzteverbände eine gemeinsame Antwort auf diese angeblichen Missstände finden; außerdem gäbe es die Möglichkeit, über Selektivverträge mit fortschrittlicheren Krankenkassen vernünftige Zukunftsmodelle zu etablieren.

Rechtliches

Aufklärung - Bundesgerichtshof stärkt Ärzten den Rücken (Ärzte Zeitung 5.03.2014)
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat ein wichtiges Urteil zur Aufklärung gefällt (Az.: VI ZR 143/13). So heißt es in dem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 28.01.2014: "Ist einiger Beweis für ein gewissenhaftes Aufklärungsgespräch erbracht, sollte dem Arzt im Zweifel geglaubt werden, dass die Aufklärung auch im Einzelfall in der gebotenen Weise geschehen ist". Schriftliche Aufzeichnungen über die Inhalte des Aufklärungsgesprächs seien "nützlich und dringend zu empfehlen". Das Fehlen schriftlicher Aufzeichnungen bedeute aber nicht, dass Ärzte keine Beweismöglichkeit mehr haben.
Der Patient hatte geklagt, dass der schriftliche Aufklärungsbogen nur Informationen zu einer Operation bei laufender Herz-Lungen-Maschine gab. Eine intraoperative Notsituation (Ausdehnen eines Aneurysmas) machte jedoch eine Intervention notwendig, die im schriftlichen Aufklärungsbogen nicht vermerkt war.

Praxismanagement

Chirurgen entwickeln Fünf-Punkte-Plan zum perioperativen Antibiotikaeinsatz (Ärzteblatt 4.03.2014)
Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie und die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) empfehlen bei Baucheingriffen bis zu drei Stunden nur noch ein Mal sechzig bis dreißig Minuten vor dem Eingriff ein Antibiotikum zu verabreichen. Dieses sollte durch die Anästhesie erfolgen, damit die Prophylaxe zuverlässig dreißig Minuten vor dem Eingriff gegeben sei.

Bodenablauf im Urologie-OP ist kein Infektionsrisiko (Ärzte Zeitung 25.03.2014)
Urologen der Universitätsklinik Frankfurt haben anhand von 1.027 Patienten überprüft, ob ein Abflussrohr im OP die Wundinfektionsrate erhöht oder nicht. Resultat: Es bestanden keine Unterschiede in den Wundinfektionsraten (2,6 Prozent im Op-Raum mit Abfluss, 2,8 Prozent in einem abflussfreien OP-Raum).

Europa

Großbritannien: Schlamperei mit Patientendaten (Ärzte Zeitung 4.04.2014)
Die Marktforscherfirma ICM Research hat im Auftrage der BBC festgestellt, dass in den staatlichen britischen Krankenhäusern täglich etwa 2.000 Patientenakten verloren gehen, besonders während der Übermittlung von Patientenakten zwischen Krankenhaus und Hausarzt. In einigen Fällen waren sogar Patientenakten an der Kasse eines Supermarktes liegen gelassen worden oder Krankenhauscomputer wurden verkauft, obwohl auf ihnen noch Patientendaten gespeichert waren. Die British Medical Association (BMA) findet diese Verstöße gegen den Datenschutz nicht akzeptabel, das Gesundheitsministerium kündigte eine Untersuchung an.

Termine

VAAO Kongress 2014
XXIII Symposium für operative Gynäkologie
16. bis 18. Mai 2014 in Mainz
Anmeldung und weitere Infos http://www.vaao2014.de

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Die Helmsauer Gruppe führt auch Praxisbewertungen durch. Auf diesem Gebiet hat sie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung.
Tel. 0911-929203

Justiziar des BAO

Kostenfreie Mitglieder Telefon-Hotline für alle rechtlichen Fragen
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Chirurgen Magazin + ...

Heft 83, Ausgabe 1 – Februar 2017
Praxismanagement: Wie schütze ich meine Praxis für den Notfall vor finanziellem Chaos und Insolvenz?
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Helmsauer & Kollegen...

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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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