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05.12.2013: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 10/13, vom 5. Dezember 2013 Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Mitteilungen unseres Justitiars
Anfrage an den BAO
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Das Präsidium freut sich, dass das Angebot zu Beratungen über Vertragsstrukturen und das Verhältnis zwischen Operateur und Anästhesist vermehrt genutzt wurde. Wenn man den Koalitionsvertrag (siehe unten) liest, so kann man im Bereich innovativer, vernetzter Versorgungsstrukturen durchaus Chancen für uns Operateure herauslesen. Ob das auch so gemeint ist, wird die Zukunft zeigen. In unserer Grundausrichtung, dass Vernetzung, Sonderverträge und Kooperationen für die ambulanten Operateure das wesentliche Chancenfeld darstellen, fühlen wir uns bestärkt.

Für das neue Jahr wünschen wir uns von Ihnen einen weiter intensivierten Austausch. Hilfreich wäre es auch, wenn Ihre Kooperationspartner ebenfalls dem BAO beitreten würden. Größe ist nicht alles, aber ein wenig hilft sie schon.

In diesem Sinne wünschen wir allen schöne Weihnachten, einen frohen Jahresausklang und eine guten Start in das Jahr 2014!

Jörg Hennefründ

Mitteilungen unseres Justitiars

Beweislast bei der Aufklärung des Patienten
Das OLG München betont in einer Entscheidung vom 26.09.2013 (1 U 1665/12), dass den Arzt nicht die Darlegungs- und Beweislast dafür treffe, dass postoperative Beschwerden strittiger oder unklarer Herkunft nicht Folge eines Behandlungsfehlers sind. Es sei vielmehr der Patient, der die Beweislast dafür hat, dass es zu einem Fehler gekommen ist und dass dieser einen Gesundheitsschaden verursacht hat.
Der Arzt treffe die Beweislast dafür, dass er den Patienten ordnungsgemäß aufgeklärt habe, allerdings seien an den zu führenden Nachweis im Hinblick auf die Waffengleichheit im Arzthaftungsprozess keine unbilligen oder übertriebenen Anforderungen zu stellen. Vom Arzt könne nicht verlangt werden, dass er sich im Detail an das konkrete Aufklärungsgespräch erinnere und dieses in Einzelheiten zu schildern vermag, vielmehr könne eine schlüssige, glaubhafte Schilderung einer ständigen Aufklärungsübung - ggf. in Zusammenschau mit weiteren Anhaltspunkten - genügen. Ein handschriftlich ausgefülltes und von Arzt und Patient unterzeichnetes Aufklärungsformular sei ein gewichtiges Indiz dafür, dass das Aufklärungsgespräch, wie dokumentiert, auch stattgefunden habe, wenngleich es für sich genommen die ordnungsgemäße Aufklärung nicht beweise, da maßgeblich nicht das schriftliche Dokument, sondern das mündliche Gespräch zwischen Arzt und Patient ist.
Praxistipp: Ein zusätzlicher Vermerk in der Patientenakte, dass über das Formular gesprochen wurde, ist (beweisrechtlich) von Vorteil.

RA Dr. R. Großbölting, Justiziar des BAO
grossboelting@kwm-rechtsanwaelte.de

weitere aktuelle Themen rund um das Medizinrecht unter: http://www.operieren.de/content/e3247/e6265/e24059/e29657/

Anfrage eines BAO-Mitgliedes an den Justitiar

Sehr geehrter Herr Dr. Großbölting,
bei uns sind Fragen aufgetaucht, wozu ich Sie bitten möchte, Stellung zu nehmen.
Zum einen geht es um die Aufklärung von Patienten. In unserem Venencentrum ist es nicht selten so, dass die Patienten sich im Sommer, wenn sie starke Beschwerden haben, untersuchen lassen und wenn ich eine Op-Indikation sehe, kläre ich dann gleich auch für den Eingriff auf. Den Op-Termin nehmen die Patienten aber dann häufig erst im Winter war. Ist aus Ihrer Sicht die Aufklärung dann noch gültig oder gibt es ein "Verfalldatum"? Auch sieht man in letzter Zeit zunehmend auf Webseiten von Kollegen die Möglichkeit zum Ausdruck von Aufklärungsunterlagen oder sogar Aufklärungsfilme - was ist davon zu halten? Ist das eine rechtsgültige Aufklärung, wenn der Patient den Operateur erst am Op-Tag sieht und spricht?
Die zweite Frage bezieht sich auf die Außendarstellung. Ist es richtig, dass in Anzeigen, Websites, TV-Wartezimmer etc. keine Firmennamen von operativen Proceduren genannt werden dürfen, auch nicht, wenn der Rechteinhaber einverstanden wäre? (Bsp: nur Rotationsablation der Krampfader statt ClariVein-Verfahren). Wenn ja, gilt das dann auch für ein gewerbliches Kosmetikinstitut?

Im Voraus herzlichen Dank für Ihre Mühe!
Mit freundlichen Grüßen
B.W.


Guten Tag,
danke für Ihre Mail.
1. Entscheidend ist der Zeitraum zwischen Aufklärung und Einwilligung zur OP, nicht der Zeitraum zwischen Aufklärung und OP.
Im Zweifel muss der Arzt sich davon überzeugen, dass der Zeitablauf zwischen Aufklärung und Einwilligung nicht dazu führte, dass der Patient Teile der Aufklärung nicht mehr in Erinnerung hat.
Erfolgt die Einwilligung erst z. B. 6 Monate nach dem Gespräch muss im Zweifel eine neue Aufklärung erfolgen.
Erfolgt die Einwilligung zeitnah zur Aufklärung, die OP aber sehr viel später, muss nur dann aufgeklärt werden, wenn (das ist zu erfragen) neue Umstände (beim Patienten, in der Medizin, etc.) aufgetreten sind.
2. Die Aufklärung muss stets durch den behandelnden Arzt, bei arbeitsteiligen Abläufen durch den jeweiligen Facharzt, einzelfallbezogen in einem Arzt-Patienten-Gespräch, also mündlich durchgeführt werden.
Nur so kann sich der Arzt davon überzeugen, dass der Patient alles Wesentliche verstanden hat. Merkblätter oder Filme können das Aufklärungsgespräch vorbereiten und ergänzen, es aber nicht ersetzen.
Auch die unkommentierte Übergabe von Aufklärungsbögen reicht nicht aus, ebenso wenig ein Formular mit einer allgemein gehaltenen Einverständniserklärung.
3. Die Aufklärung hat stets vor der Durchführung einer ärztlichen Maßnahme zu erfolgen. Abgesehen von Notfällen muss der Zeitpunkt dabei so gewählt werden, dass dem Patienten genügend Zeit bleibt, das Für und Wider eines Eingriffs abzuwägen und sich frei zu entscheiden. Bei stationären Behandlungen genügt in der Regel eine Aufklärung am Vortag des Eingriffs. Eine Aufklärung am Vorabend reicht nach ständiger Rechtsprechung hingegen nicht aus, um die Entscheidungsfreiheit des Patienten zu gewährleisten; es sei denn, die Aufklärung erfolgt unmittelbar nach der Aufnahme zur stationären Behandlung, und der Patient äußert den Wunsch, bereits am folgenden Tag operiert zu werden.
Bei ambulanten Behandlungen muss differenziert werden. Der medizinische Fortschritt erlaubt heute ambulante Eingriffe, die weder einfach noch mit geringen Risiken behaftet sind. Bei kleineren ambulanten Eingriffen kann die Aufklärung daher am Tag des Eingriffs noch rechtzeitig sein, wenn zwischen Aufklärung und operativer Phase ein gewisser zeitlicher Abstand liegt. Bei größeren, risikoreicheren ambulanten Eingriffen ist eine Aufklärung am Tag des Eingriffs hingegen verspätet.
4. Ende 2012 wurde das Heilmittelwerbegesetz verändert:
Auch Paragraf 11 Absatz 1 Satz 1 Nr. 5 HWG - nämlich, dass mit medizinischen Darstellungen nicht geworben werden darf - ist liberalisiert und damit der Rechtsprechung angepasst, die bereits zu einer EU-richtlinienkonformen Auslegung übergegangen war.
Die neue Norm lautet: "Außerhalb der Fachkreise darf ... nicht geworben werden mit einer bildlichen Darstellung, die in missbräuchlicher, abstoßender oder irreführender Weise Veränderungen des menschlichen Körpers aufgrund von Krankheiten oder Schädigungen und die Wirkung eines Arzneimittels im menschlichen Körper oder in Körperteilen verwendet."
Grundsätzlich ist deshalb eine bildliche Darstellung der Wirkweise bestimmter Therapien möglich, wobei auch hier das Irreführungsverbot sowie die Vermeidung von suggestiven Wirkungen auf Patienten fortgilt.
Wenn Produkte von Fremdfirmen in diesem Zusammenhang auftauchen (müssen), sollte kein Problem entstehen. Hier wäre allerdings der Einzelfall zu betrachten.
Geht es nur/auch darum, Werbung zu platzieren (und im Gegenzug i.d.R. auch Geld fließt oder sonstige mittelbare Vorteile gewährt werden), dann ist das Vorgehen unzulässig.
Dies gilt auch für Verlinkungen auf der Homepage, die zwar grundsätzlich zulässig sind. Aufgrund von Standesrecht ist darauf zu achten, dass auch die Links sachbezogen sind. Es dürfen keine Werbeanzeigen auf fremde Produkte geschaltet werden und die Trennung der Links von dem eigenen Angebot sollte besonders deutlich gemacht werden. Insbesondere sollte kein "Framing" stattfinden, also der Einbezug von fremden Inhalten, so dass nicht mehr zu erkennen ist, dass es sich um einen fremden Inhalt handelt.

Für ein Kosmetikinstitut gelten die Vorgaben der Berufsordnung nicht.

Freundliche Grüße!

RA Dr. Großbölting, Justiziar des BAO
grossboelting@kwm-rechtsanwaelte.de

Kommentierte Nachrichten

Überraschungsurteil: Macht der KV-Vorstände gestärkt (Ärzte Zeitung 31.10.2013)
Das Bundessozialgericht hat überraschenderweise entschieden: Vom Vorstand ausgehandelte Verträge unterliegen keinem Genehmigungsvorbehalt der Vertreterversammlung. Dieses gelte auch für Gesamtverträge (Az.: B 6 KA 48/12 R).
Kommentar: Zu lange haben sich Vertragsärzte in Sicherheit gewogen, dass sie über die Vertreterversammlungen wenigstens ein bisschen Demokratie in die Selbstverwaltungsorgane der Kassenärztlichen Vereinigungen bringen könnten. Dem ist nicht so, urteilt das Bundessozialgericht. Wenn die Vertreter der Selbstverwaltungsorgane (KVen und Krankenkassen) unter der Aufsicht des Staates verhandeln, muss die Demokratie außen vor bleiben. Denn der Staat ist an einem reibungslosen Funktionieren der Selbstverwaltungsorgane interessiert.
Vor Jahren schon hat der KBV-Vorsitzende Schorre erfahren müssen, dass der Gesundheitsminister weisungsbefugt ist. Ähnliches mussten Präsidenten von Ärztekammern hinnehmen. Die Selbstverwaltungsorgane sind Behörden unter dem Deckmantel von pseudodemokratischen Strukturen. Die Zusicherung der Mächtigen, die niedergelassenen Ärzte dürften als Freiberufler frei praktizieren, ist nur Augenwischerei. Die großen Parteien wollen über die Selbstverwaltungsorgane staatliche Macht ausüben. Daran haben sich offenbar auch die Vertragsärzte gewöhnt, denn in den vier Wochen seit Erscheinen der Zeitungsmeldung wurde nirgends von Protesten berichtet. Warum erkennen die niedergelassenen Ärzte nicht, dass sie eine bundesweite, von KVen unabhängige Interessenvertretung benötigen?
J.B.

Ärztliche Schweigepflicht nicht um jeden Preis (Arzt & Wirtschaft 28.11.2013)
Das Kammergericht (KG) Berlin hat das Urteil des Landgerichts Berlin bestätigt, dass eine Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht zum Kindswohl gerechtfertigt sein kann, selbst wenn nur der Verdacht auf eine Misshandlung vorliegt (Az.: 20 U 19/12). Im vorliegenden Fall handelte es sich um eine Kopfverletzung eines Babys, das durch ein "Schütteltrauma" ausgelöst sein konnte. Die Meldung des Verdachts der Kindesmisshandlung ist in § 4 Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) geregelt.
Link: http://www.gesetze-im-internet.de/kkg/BJNR297510011.html
Kommentar: Die Frage, wann der Arzt von seiner Schweigepflicht entbunden wird, stellt sich für jeden Arzt. Nicht jedes Offenbaren von Patientengeheimnissen stellt einen Verstoß gegen die Schweigepflicht dar. Dies gilt für gesetzliche Offenbarungspflichten und -rechte (Infektionen, Transplantationen, Geldwäsche, etc.) sowie bei (auch mutmaßlicher) Einwilligung des Patienten (z. B. bei Haftpflichtansprüchen, welche Erben eines verstorbenen Patienten z. B. gegenüber einem Krankenhaus geltend machen). Eine Offenbarungsbefugnis ist weiterhin immer dann anzunehmen, wenn eine gegenwärtige Gefahr für ein das Geheimhaltungsinteresse des Patienten wesentlich überragendes Rechtsgut besteht und diese Gefahr nicht anders als durch Offenbarung des Geheimnisses abgewendet werden kann. Diesen Fall hat das Kammergericht bei vermuteter Kindesmisshandlung (zu Recht) formuliert. Hierbei ist eine Abwägung der Interessen im jeweiligen Einzelfall erforderlich.
RA R.G.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Stichworte zum Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD
Quelle:
http://www.cdu.de/sites/default/files/media/dokumente/koalitionsvertrag.pdf
http://www.spd.de/linkableblob/112790/data/20131127_koalitionsvertrag.pdf

2.4. Gesundheit und Pflege
Seite 75
- Die Koalitionspartner bekennen sich zur Freiberuflichkeit der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte und Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Sie ist unverzichtbares Element für die flächendeckende ambulante Versorgung und ein Garant für die Diagnose- und Therapiefreiheit und für die freie Arztwahl.
- Anreize zur Niederlassung in unterversorgten Gebieten sollen verbessert werden.
- Praxisnetze sollen gefördert werden.
- Die Wartezeit auf einen Arzttermin soll für gesetzlich Versicherte reduziert werden; dazu wird eine zentrale Terminservicestelle bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) eingerichtet.
Seite 76
- Arztgruppengleiche Medizinische Versorgungszentren (MVZ) werden zugelassen.
- Die Krankenkassen erhalten eine gesetzliche Koordinationsfunktion für den Übergang vom stationären in den ambulanten Versorgungsbereich.
- Der Einsatz von qualifizierten nicht-ärztlichen Gesundheitsberufen wird gefördert.
- Die Krankenkassen sollen bessere Möglichkeiten zur Vereinbarung von integrierten und selektiven Versorgungsformen erhalten.
Seite 77
- Die fachärztliche Versorgung soll gestärkt werden.
Seite 78
- Für die sektorübergreifende Qualitätssicherung soll ein Institut gegründet werden.
- Ein neuer Straftatbestand der Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen wird im Strafgesetzbuch geschaffen.
- Es wird ein Innovationsfonds für die Steigerung innovativer sektorübergreifender Versorgungsformen und für die Versorgungsforschung eingerichtet.
- OP-Sicherheits-Checklisten werden allgemeiner Standard der Qualitätssicherung.
Seite 79
- Krankenhäuser sollen auch in strukturschwachen Regionen ihren Versorgungsauftrag wahrnehmen.
Die Einführung des Systems diagnosebezogener Fallgruppen (DRG-System) als leistungsorientiertes Entgeltsystem sei richtig gewesen.
- Patienten erhalten ein Recht zur Einholung einer Zweitmeinung für Operationen.
- Informationen zu Krankenhausinfektionen werden verpflichtender Bestandteil der Qualitätsberichte.
Seite 82
- Es soll die Vermittlung praxisrelevanten Wissens nicht nur in Kliniken, sondern auch in ambulanten Einrichtungen gefördert werden.

Operationen- und Prozedurenschlüssel 2014 erschienen (Ärzteblatt 12.11.2013)
Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) hat den Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS) 2014 veröffentlicht.
Link: http://www.dimdi.de/dynamic/de/klassi/downloadcenter/ops/version2014/

Hochschulambulanzen - Uniklinik Mainz schränkt die Behandlung ein (kma - Newsletter für die Gesundheitswirtschaft 13.11.2013)
Die Uniklinik Mainz wird bis zum Jahresende nur noch in eingeschränkter Zahl Kassenpatienten in ihren Hochschulambulanzen versorgen. Grund ist das drohende Jahresdefizit. Nach Ansicht der Uniklinik seien Hochschulambulanzen unterbezahlt.

Zwei Drittel der Kliniken in finanziellen Schwierigkeiten (kma - Newsletter für die Gesundheitswirtschaft 13.11.2013)
Laut Aussagen der Krankenhausgesellschaft in Niedersachsen befinden sich zwei Drittel der Kliniken in massiven finanziellen Problemen. Seit 2005 seien die Kosten um 18 Prozent gestiegen. Wirtschaftlichkeitsreserven gebe es nicht mehr.

Studie: Jede zweite Klinik in roten Zahlen (Ärzteblatt 20.11.2013)
Laut der Studie "Krankenhaus Barometer" des Deutschen Krankenhausinstituts ist der Anteil der Klinken mit "roten Zahlen" auf 51 Prozent im Jahre 2012 gestiegen, im Vorjahr waren es noch 31 Prozent.

Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen hat sich rasant entwickelt (Ärzteblatt 13.11.2013)
Dr. Daniel Rosenthal, Präsident der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft (DWG), weist darauf hin, dass die Operationen an der Wirbelsäule von 2006 bis 2011 um 136 Prozent zugenommen haben. Vor allem seien es Bandscheibeneingriffe.
Dr. Rosenthal beklagt, dass es zurzeit in Deutschland keine zuverlässigen Zahlen über Wirbelsäulenoperationen gibt. Die meisten anderen Länder hätten auch keine verlässlichen Quellen über die Zahl der Operationen.

Wille schlägt neuen Anlauf für Integrierte Versorgung vor (Ärzteblatt 14.11.2013)
Professor Eberhard Wille, stellvertretender Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen, schlägt vor, der Integrierten Versorgung einen weiteren finanziellen Anschub für fünf oder sechs Jahre zu gewähren. Dabei sollten sektorübergreifende Verträge gefördert und auch evaluiert werden.

Honorararztwesen: Ein Markt im Umbruch (Ärzteblatt 22.11.2013)
Für die Deutsche Rentenversicherung Bund handelt es sich bei den Honorarärzten um ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis, das eine Sozialversicherungspflicht nach sich zieht. Deswegen sind viele Krankenhäuser verunsichert und fordern von den Honorarärzten eine befristete Anstellung im Krankenhaus.

Barmer-GEK führt Online-Patientenquittungen ein (Ärzteblatt 25.11.2013)
Die Versicherten der Barmer-GEK können ab sofort die Kosten ihrer ärztlichen Behandlung über eine Patientenquittung online einsehen. Diese sogenannte e-Quittung soll alle medizinischen Leistungen, die über die Gesundheitskarte abgerechnet wurden, auflisten. Zum Teil ständen die Daten wegen des komplexen Abrechnungsverfahrens erst mehrere Wochen, wenn nicht Monate nach der Behandlung zur Verfügung. Patienten könnten sich aber auch direkt vom Arzt oder Krankenhaus eine Tages- oder Quartalsquittung erstellen lassen. Die Aufwandsentschädigung hierfür betrage ein Euro plus Versandkosten.

Chirurgen bauen Netzwerk für klinische Studien aus (Ärzteblatt 26.11.2013)
Seit 10 Jahren hat die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) mit ihrem Studienzentrum (SDGC) und dem chirurgischen Studiennetzwerk (CHIR-Net) eine Infrastruktur geschaffen, damit klinische Studien in der Chirurgie professionell durchgeführt werden können. Dieses schlägt sich in 27 Studien mit 6.300 Patienten nieder. Schwerpunkt künftiger Studien soll die Implantatforschung und die Sicherheit von Medizinprodukten (Einwegspritzen, Implantaten, Kathetern, Kunstgelenken) sein.
Näheres siehe http://www.dgch.de

AOK und Krankenhausgesellschaft NRW streiten um Qualitätsdaten (Ärzteblatt 29.11.2013)
Die AOK Rheinland/Hamburg hat 43.500 Operationen in 143 Krankenhäusern nach dem Verfahren Qualitätssicherung mit Routinedaten (QSR-Verfahren) ausgewertet. Es geht um Knie-, Hüft- oder Gallenblasen-Operationen. Die AOK meint, sie könne mit dem QSR-Verfahren Qualitätsunterschiede zwischen den Kliniken nachweisen. So treten bei planbaren Hüft-OPs in manchen Krankenhäusern bis zu 15mal häufiger stationär behandlungsdürftige Komplikationen auf. Letzteres käme besonders in kleineren Krankenhäusern vor.
Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen eV (KGNW) hält diese Bewertungen für irreführend und unterstellt der AOK, dass sie Patientenströme in ihr genehmere Krankenhäuser umlenken will.

IGES-Studie: Große Spanne bei Op-Qualität in Kliniken (Ärzte Zeitung 20.11.2013)
Eine neue Studie, die der Verband der Ersatzkassen (vdek) beim Berliner IGES-Institut erstellen ließ, ergab bei Operationen große Spannweiten zwischen den schlechtesten und den besten Krankenhäusern. Wundinfektionen nach Hüft-Endoprothesen-Erstimplantation traten in null bis fünf Prozent aller Patienten auf. Bei den Eingriffen an den Eierstöcken konnten in den besten Kliniken das Organ fast immer erhalten werden, bei den schlechtesten nur in 70 Prozent. Dr. Karsten Neumann, Geschäftsführer des IGES-Instituts, beklagte, dass in Deutschland schlechte Qualität praktisch nicht zu Sanktionen führe. Dieses sei in anderen Ländern wie den Niederlanden oder den USA anders.

Privatversicherer

GOÄ-Novellierung: Signal an die Koalitionsunterhändler (Ärzteblatt 13.11.2013)
Die Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben sich auf eine gemeinsame Rahmenvereinbarung zur Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) geeinigt. Bis Ende 2014 soll eine gremienreife Entwurfsfassung der GOÄ vorliegen. Es wird weiterhin Einzelleistungen und Leistungskomplexe sowie Steigerungsmöglichkeiten geben. Ein Laborkapitel soll entwickelt werden, ebenfalls bleiben Analogbewertungen erhalten.
BÄK und PKV haben sich auf eine Gemeinsame Kommission zur Pflege und Weiterentwicklung der GOÄ geeinigt, damit eine zeitnahe Anpassung der GOÄ erfolgen kann.

Praxismanagement

Fachgesellschaft gibt Ratschläge gegen Krankenhausinfektionen (Ärzteblatt 7.11.2013)
Etwa 15 Prozent aller Patienten einer Intensivstation bekommen eine Infektion, verursacht durch ihre eigene natürliche Bakterienflora oder Krankenhauskeime. Die häufigsten Infektionen seien Harnwegsinfektionen, verursacht durch einen Blasenkatheter, und Atemwegsinfektionen und Wundinfektionen nach einer Operation. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) empfiehlt besonders die Desinfektion der Hände. Außerdem solle täglich mit antiseptischen Substanzen der gesamte Körper gewaschen werden. Zudem solle der Patient das Rauchen und den Alkoholgenuss vor der Operation vermeiden und Übergewicht reduzieren.

Europa

OECD warnt vor hohen Fallzahlen und Auswirkungen des demografischen Wandels (Ärzteblatt 21.11.2013)
Nach dem jüngsten Bericht "Gesundheit auf einen Blick 2013" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden hohe Behandlungszahlen im stationären Bereich sowie der demografische Wandel die größten Herausforderungen für das deutschen Gesundheits- und Pflegesystem sein. In Deutschland kämen auf 1.000 Einwohner 244 Krankenhausbehandlungen, wobei der OECD-Durchschnitt bei 156 liege. Mit acht Krankenhausbetten pro tausend Einwohner läge Deutschland deutlich über dem OECD-Durchschnitt von fünf Betten. Doch insgesamt stehe den Deutschen eine deutlich bessere medizinische Infrastruktur zur Verfügung als den Einwohnern anderer OECD-Staaten.
Die Gesundheitsausgaben in Deutschland lagen im Jahr 2011 mit 11,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zwei Prozentpunkte über dem OECD-Durchschnitt.

Allgemeines

Moderner Mensch verdankt Immun-Gen dem Neandertaler (Ärzteblatt 27.11.2013)
Einem internationalen Forscherteam ist es jetzt gelungen, einen vierten Rezeptor des humanen Leukozytenantigen-Systems (HLA) – unserer Immunabwehr – zu identifizieren. Er heißt "HLA-DRaDPa". Zwei Drittel der Europäer besitzen ihn. Auch der Neandertaler hat ihn besessen, aber nicht die Einwohner des südlichen Afrikas, aus dem der Homo Erectus ursprünglich kam. Die Wissenschaftler nehmen deshalb an, dass die Neandertaler in Europa diesen Immunrezeptor entwickelten und damit Immunität gegen viele Krankheitserreger.
Quelle: Journal of Biological Chemistry veröffentlicht (DOI: 10.1074/jbc.M113.515767).

Termine

Bundeskongress Chirurgie 2014
21.2. – 23.02.2014 Nürnberg CCN Messe Ost
BNC, BDC, BAO
http://www.operieren.de/content/e3472/e7507/e39421/

VAAO Kongress 2014
XXIII Symposium für operative Gynäkologie
16. bis 18. Mai 2014 in Mainz
Anmeldung und weitere Infos http://www.vaao2014.de

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Die Helmsauer Gruppe führt auch Praxisbewertungen durch. Auf diesem Gebiet hat sie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung.
Tel. 0911-929203

Justiziar des BAO

Kostenfreie Mitglieder Telefon-Hotline für alle rechtlichen Fragen
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Chirurgen Magazin + ...

Heft 83, Ausgabe 1 – Februar 2017
Praxismanagement: Wie schütze ich meine Praxis für den Notfall vor finanziellem Chaos und Insolvenz?
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
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