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10.07.2013: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 05/13, vom 10. Juli 2013 Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Bei der KV Thüringen haben sich Patienten gemeldet, denen die Wartezeit auf einen Termin beim Arzt zu lange erschien. Die KV hat die Patienten dann Ärzten zugewiesen, die eine unterdurchschnittliche Fallzahl behandeln. Es handelte sich um wenige Fälle und es handelte sich nicht um Notfälle. Soweit die Fakten.

Was schon eher überrascht: Nirgendwo ein Aufschrei!
Na ja, die paar Fälle behandelt man schon mal so mit und es waren ja auch nur wenige!

Aber was ist da eigentlich passiert? Der Sicherstellungsauftrag liegt bei der KV. Also hatte die ein Problem. Die Pflichten der Vertragsärzte sind klar definiert: mindestens 21 Stunden Sprechstunde pro Woche bei einem ganzen Sitz, Beteiligung an den Notdiensten etc. Routinebehandlungen durch die KV zwangsweise einzelnen Ärzten zuzuordnen, dürfte einer Rechtsgrundlage entbehren. Dann aber wäre das nach dem Volksmund Zwangsarbeit und wird wohl klar gegen Grundrechte verstoßen. Die KV Thüringen also ein Fall für den Verfassungsschutz? Der Witz bleibt einem im Halse stecken.

Jörg Hennefründ

Mitteilung unseres Justitiars

Im Zuge der Verabschiedung des Präventionsgesetzes hat der Bundestag in erster Lesung am 27.06.2013 weitreichende Veränderungen des Sozialgesetzbuches (SGB V) beschlossen. Damit ist er einem Antrag mit dem Titel "Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen unter Strafe stellen" nachgekommen.

Es wird ein Verbot der Bestechlichkeit/Bestechung von Leistungserbringern vorgesehen, das sich auf alle Leistungsbereiche in der GKV erstreckt (§ 70 Absatz 3 SGB V).

Außerdem wird ein an den Bestechungsdelikten des StGB angelehnter Straftatbestand eingefügt, der an dieses Verbot anknüpft (§ 307c SGB V). Demnach werden insbesondere Verstöße gegen die sozialversicherungsrechtlichen Verbote der Patientenzuweisung oder Versorgungsbeteiligung gegen Entgelt unter Strafe gestellt, sofern es sich nicht nur um geringwertige Zuwendungen handelt.

Ferner werden Regelungen zur Weiterentwicklung der Stellen zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen sowie zur Standardisierung und Zusammenführung der Berichte dieser Stellen vorgesehen (§§ 81a und 197a SGB V).

RA Dr. R. Großbölting, Justiziar des BAO

Weitere Einzelheiten und Informationen erhalten Sie unter grossboelting@kwm-rechtsanwaelte.de

Kommentierte Nachrichten

Einigung zum Wettbewerbsrecht: Kartellamt prüft Krankenkassen-Fusionen (Ärzteblatt 6.06.2013)
Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat einen Kompromiss für die Novelle des Wettbewerbsrechts gefunden. Die ursprünglich von der Bundesregierung beschlossene 8. Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen hätte eine Gleichsetzung der am Gemeinwohl orientierten Krankenkassen mit privaten Unternehmen erlaubt. Dagegen hatten sich Rot/Grün und der Bundesrat gestemmt. Der Kompromiss sieht vor, dass die gesetzlichen Krankenkassen nicht grundsätzlich dem Kartellrecht unterworfen werden, dass das Kartellamt aber freiwillige Fusionen von Krankenkassen prüfen wird und die Genehmigung einer Fusion auch von den Aufsichtsbehörden kommen wird. Bei Rechtsstreitigkeiten seien die Sozialgerichte zuständig und nicht die Zivilgerichte, wie es sonst bei kartellrechtlichen Verfahren üblich ist.
Kommentar: Es ist auf die Arbeit der Sozialverbände zurückzuführen, dass das deutsche Gesundheitswesen vorerst nicht dem Europäischen Wettbewerbsrecht unterworfen wird. Letztlich wird der Europäische Gerichtshof im Einzelfall zu entscheiden haben, ob deutsche gesetzliche Krankenkassen als Unternehmen agieren oder nicht. Mit diesem Kompromiss hat der Bundestag nationalstaatlich und nicht europäisch gehandelt.
J. B.

Niederlande: Weniger schwere Komplikationen nach Hausgeburten (Ärzteblatt 14.06.2013)
Hausgeburten haben in den Niederlanden eine lange Tradition. Die Hebamme Ank de Jonge vom VU University Medical Center in Amsterdam hat eine Kohortenstudie durchgeführt, die auf der Auswertung des landesweiten Perinatalregisters und der Daten der LEMMoN-Studie über Komplikationen bei Geburten basiert. Die Studie führte zu folgenden Ergebnissen:
In den Niederlanden entschieden sich 62,9 Prozent der Frauen für eine Hausgeburt und 37,1 Prozent für eine Klinikentbindung. Schwerpunkt der Studie waren schwere Komplikationen.
Bei Nullipara betrug die Komplikationsrate bei Hausgeburten 2,3 auf 1.000 Frauen und bei Klinikentbindung 3,1 auf 1.000 Frauen.
Bei Multipara war das Komplikationsrisiko einer geplanten Hausgeburt halb so hoch wie bei einer Klinikentbindung.
Kommentar: Für ambulante Operateure könnte diese Studie von Interesse sein, zeigt sie doch, dass gute Medizin unabhängig von der Strukturqualität erfolgen kann. Was die ambulanten Operateure in ihren Praxen gezeigt haben, haben Hebammen jetzt auch bei Hausgeburten bewiesen: Die chirurgische, anästhesiologische und geburtshilfliche Versorgung von Patienten hängt sowohl in großen als auch in kleinen Einheiten in erster Linie vom Können der Leistungserbringer ab. Zusätzlich fühlen sich die Menschen bei ambulanter oder häuslicher Behandlung meist wohler.
J. B.

Ein hart erkämpfter Mini-Kompromiss (Ärzte Zeitung 3.06.2013)
Auf dem 116. Ärztetag konnte ein Eklat zwischen Praxis- und Klinik-Ärzten nur mit Mühe abgewendet werden. Es ging um die künftigen Regelungen für die Weiterbildung in der ambulanten Versorgung. Die Ansichten zwischen Marburger Bund (MB) und niedergelassenen Ärzten (vertreten durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV) konnten nur mit Mühe und vielstündigen Spitzengesprächen angenähert werden. Offenbar hat der MB Sorge, den Einfluss auf die Gehaltsverhandlungen für die Weiterbildungsassistenten zu verlieren. Schließlich einigte man sich, das Wort "Pflichtweiterbildung" nicht mehr zu benutzen und folgenden Text zu verabschieden: "In einer Muster-Weiterbildungsordnung müssen nur in der ambulanten Versorgung vermittelbare Kompetenzen und Inhalte in der ambulanten Versorgung, nur in der stationären Versorgung vermittelbare Kompetenzen und Inhalte in der stationären Versorgung vermittelt werden."
Nach den Vorstellungen der KBV könnte die ambulante Weiterbildung aus dem Gesundheitsfonds finanziert werden.
Kommentar:
Auslöser der Diskussion war der stellvertretende Vorsitzende des Marburger Bundes. Dieser stieß bei etlichen Teilnehmern mit seinem Vorgehen auf wenig Verständnis und drohte das gesamte Thema zu kippen. Hinter der Argumentation des Marburger Bundes, der die Hoheit über die Verhandlungen für angestellte Ärzte auch im Bereich der Vertragsärzte für sich reklamierte, findet sich aber ein weiterer, viel interessanterer Gedanke:
Bei den Krankenhäusern ist der Aufwand für die Ausbildung über die Berechnungen des INek in die Vergütung der DRG´s eingearbeitet. Sollten die Vertragsärzte einen betriebswirtschaftlich korrekten Zuschuss für die Aus- und Weiterbildung erhalten, so treten sie beim ärztlichen Nachwuchs in Konkurrenz zu den Krankenhäusern. Wo erhält man dann die bessere Ausbildung: ein Thema, das gerade für ambulante Operateure von großer Bedeutung wäre. Schließlich gibt es immer mehr Operationen, die im Krankenhaus kaum noch erbracht werden. Aber erst recht ist dies bedeutsam für die zukünftige Versorgung der Bevölkerung mit qualifizierten Operateuren. Die Chance wurde erst einmal vergeben, aber die Not könnte es später vielleicht doch noch erzwingen.
J. H.

Ein hart erkämpfter Mini-Kompromiss (Ärzte Zeitung 3.06.2013)
Auf dem 116. Ärztetag konnte ein Eklat zwischen Praxis- und Klinik-Ärzten nur mit Mühe abgewendet werden. Es ging um die künftigen Regelungen für die Weiterbildung in der ambulanten Versorgung. Die Ansichten zwischen Marburger Bund (MB) und niedergelassenen Ärzten (vertreten durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV) konnten nur mit Mühe und vielstündigen Spitzengesprächen angenähert werden. Offenbar hat der MB Sorge, den Einfluss auf die Gehaltsverhandlungen für die Weiterbildungsassistenten zu verlieren. Schließlich einigte man sich, das Wort "Pflichtweiterbildung" nicht mehr zu benutzen und folgenden Text zu verabschieden: "In einer Muster-Weiterbildungsordnung müssen nur in der ambulanten Versorgung vermittelbare Kompetenzen und Inhalte in der ambulanten Versorgung, nur in der stationären Versorgung vermittelbare Kompetenzen und Inhalte in der stationären Versorgung vermittelt werden."
Nach den Vorstellungen der KBV könnte die ambulante Weiterbildung aus dem Gesundheitsfonds finanziert werden.
Kommentar:
Auslöser der Diskussion war der stellvertretende Vorsitzende des Marburger Bundes. Dieser stieß bei etlichen Teilnehmern mit seinem Vorgehen auf wenig Verständnis und drohte das gesamte Thema zu kippen. Hinter der Argumentation des Marburger Bundes, der die Hoheit über die Verhandlungen für angestellte Ärzte auch im Bereich der Vertragsärzte für sich reklamierte, findet sich aber ein weiterer, viel interessanterer Gedanke:
Bei den Krankenhäusern ist der Aufwand für die Ausbildung über die Berechnungen des INek in die Vergütung der DRG´s eingearbeitet. Sollten die Vertragsärzte einen betriebswirtschaftlich korrekten Zuschuss für die Aus- und Weiterbildung erhalten, so treten sie beim ärztlichen Nachwuchs in Konkurrenz zu den Krankenhäusern. Wo erhält man dann die bessere Ausbildung: ein Thema, das gerade für ambulante Operateure von großer Bedeutung wäre. Schließlich gibt es immer mehr Operationen, die im Krankenhaus kaum noch erbracht werden. Aber erst recht ist dies bedeutsam für die zukünftige Versorgung der Bevölkerung mit qualifizierten Operateuren. Die Chance wurde erst einmal vergeben, aber die Not könnte es später vielleicht doch noch erzwingen.
J. H.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Ein hart erkämpfter Mini-Kompromiss (Ärzte Zeitung 3.06.2013)
Auf dem 116. Ärztetag konnte ein Eklat zwischen Praxis- und Klinik-Ärzten nur mit Mühe abgewendet werden. Es ging um die künftigen Regelungen für die Weiterbildung in der ambulanten Versorgung. Die Ansichten zwischen Marburger Bund (MB) und niedergelassenen Ärzten (vertreten durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung KBV) konnten nur mit Mühe und vielstündigen Spitzengesprächen angenähert werden. Offenbar hat der MB Sorge, den Einfluss auf die Gehaltsverhandlungen für die Weiterbildungsassistenten zu verlieren. Schließlich einigte man sich, das Wort "Pflichtweiterbildung" nicht mehr zu benutzen und folgenden Text zu verabschieden: "In einer Muster-Weiterbildungsordnung müssen nur in der ambulanten Versorgung vermittelbare Kompetenzen und Inhalte in der ambulanten Versorgung, nur in der stationären Versorgung vermittelbare Kompetenzen und Inhalte in der stationären Versorgung vermittelt werden."
Nach den Vorstellungen der KBV könnte die ambulante Weiterbildung aus dem Gesundheitsfonds finanziert werden.

Neuer Zi-Bericht: Einnahmenplus für Ärzte (Ärzte Zeitung 4.06.2013)
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat in seinem neuesten Bericht eine Zunahme der Einnahmen und der Jahresüberschüsse der Vertragsärzte festgestellt. Grundlage für diese Untersuchung ist eine Befragung von etwa 3.600 Praxen. Die jetzt veröffentlichten Daten wurden 2011 erhoben und beziehen sich auf Einkommensdaten aus dem Jahre 2009; für die Erhebung wurden jedoch Praxisdaten aus den Jahren 2007, 2008 und 2009 abgefragt. Nach diesen Daten hatten die Praxisinhaber im Jahre 2009 einen Überschuss von 140.500 Euro, das sind fast sieben Prozent mehr als im Jahre 2008.
Betriebskosten: Der größte Ausgabenblock ist das Personal mit etwa 47 Prozent der Gesamtaufwendungen. Den höchsten Kostensatz haben Radiologen mit etwa 553.000 Euro je Praxisinhaber; die Hausärzte lagen bei 114.500 Euro.
GKV-Einnahmen: Diese machten mit 199.000 Euro fast 75 Prozent der Gesamteinnahmen aus; laut Zi muss der GKV-Bereich nach wie vor durch den Nicht-GKV-Bereich quersubventioniert werden.
Arbeitszeit: Nach Angaben der befragten Ärzte arbeiteten sie im Durchschnitt 50 Stunden pro Woche.
Zum ZI-Bericht: http://www.zi.de/cms/fileadmin/images/content/PDFs_alle/ZiPP_Jahresbericht_2011.pdf

Gesundheitswirtschaftskongress: "Krankenhäuser werden zu Auslaufmodellen" (Ärzte Zeitung 4.06.2013)
Der Gesundheitsunternehmer Heinz Lohmann glaubt, dass die Zukunft den Gesundheitscentern gehört. Ähnlich wie im Einzelhandel würde es auch bei den Gesundheitsanbietern eine Konzentration geben, die wiederum zu einer Filialisierung in Form von Centerbildungen führe. Lohmann will dieses Konzept auf dem 9. Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg erläutern.

Gesundheitsökonom hinterfragt Fallpauschalen-System (Ärzteblatt 14.06.2013)
Der Direktor des Zentrums für Gesundheitswirtschaft und -recht (ZGWR) der Fachhochschule Frankfurt a. M., Thomas Busse, fordert ein Umdenken in Bezug auf das Fallpauschalensystem. "Die rein leistungsorientierten Fallpauschalen bewirken eine Abkehr von dem Prinzip der Bedarfsdeckung im Gesundheitswesen zu der Maxime der Bedarfsweckung – sehr ausgeprägte Steigerungen in lukrativen Leistungsbereichen der Krankenhäuser belegen dies bereits heute", so Busse. Die Krankenhäuser seien Präsenzunternehmen und hätten hohe Vorhaltungskosten, die im aktuellen Fallpauschalsystem nur unzureichend abgedeckt würden. Busse plädiert für eine Mischfinanzierung aus Fallpauschalen und einem Sockel aus Vorhaltungskosten.

Privatversicherer

Die Top 3 der ästhetischen Chirurgie: Brustvergrößerung, Lidstraffung und Fettabsaugung (Ärzteblatt 14.06.2013)
Die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) hat bei ihren 885 Mitgliedern 2011 eine Umfrage durchgeführt. Danach wurden im Jahre 2011 138.520 sogenannte Schönheitsoperationen, meist Brustvergrößerungen, Lidstraffung und Fettabsaugung, durchgeführt. Dieses sind etwa 30 Prozent der Summe aller plastisch-chirurgischen Eingriffe (etwa 457.000).
Der Anteil der ästhetischen Operationen bei Unter-18-Jährigen war lediglich 1,3 Prozent. Der Männer-Anteil an Schönheitsoperationen betrug 16 Prozent.
Link: http://www.dgpraec.de/news/single-news/?no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=307&tx_ttnews[backPid]=9&cHash=37f1f6f3632b193f4b8fc61952b64566

Rechtliches

Haftstrafe für frisierte Rechnungen auf Patientenwunsch (Arzt & Wirtschaft 6.06.2013)
Das Landgericht (LG) München hat einen Schönheitschirurgen zu drei Jahren Haft verurteilt. Der HNO-Arzt hatte bei fast 1.000 Fällen medizinisch nicht notwendige Leistungen wie Nasenkorrekturen, Brustvergrößerungen und Botoxspritzen als medizinisch notwendige Leistungen deklariert und eine Erstattung durch die gesetzliche Krankenversicherung erreicht. Das Gericht ließ die Argumentation des Arztes, er habe die Rechnungen nur auf Wunsch der Patienten manipuliert, nicht gelten.

LSG Stuttgart: Honorarärzte erneut infrage gestellt (Ärzte Zeitung 10.06.2013)
Das Landessozialgericht Stuttgart (LSG) hat in einer Entscheidung vom April 2013 die Auffassung vertreten, dass eine freie Mitarbeit von Ärzten bei der Erbringung von Krankenhausleistungen unzulässig sei und besonders der Einsatz von Honorarärzten zur Einsparung eigenen Personals oder auch nur zur Vertretung von urlaubs- oder krankheitsbedingt abwesenden angestellten Ärzten nicht möglich sei (L 5 R 3755/11). Der Rechtsanwalt Dr. Ingo Pflugmacher weist auf die bestehende Diskrepanz zwischen der Ansicht des LSG Stuttgart und anderen Landes-LSG-Entscheidungen sowie der Interpretation des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hin. Offenbar geht es dem LSG Stuttgart darum, dass der im Gesetz festgehaltene Ausdruck "nicht fest angestellte Ärztinnen und Ärzte" immer noch "Angestellte" beträfe und mit diesem Ausdruck die freiberuflich tätigen Ärzte, z. B. Honorarärzte, nicht gemeint seien.
Link: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/vertragsarztrecht/article/840056/lsg-stuttgart-honoraraerzte-erneut-infrage-gestellt.html

Brust-Implantate - Ärzte haften nicht für PIP (Ärzte Zeitung 11.06.2013)
Das Landgericht Karlsruhe hat zwei Schadensersatzklagen wegen minderwertiger Brustimplantate abgewiesen. Es geht um mangelhafte Brust-Implantate des französischen Anbieters PIP, die 2010 aus dem Verkehr gezogen wurden. Zwei Kammern des Landgerichts Karlsruhe argumentierten, dass die Ärzte die Qualität der Implantate nicht selbst überprüfen müssen, da sie zumindest 2007 noch der Zertifizierung vertrauen durften. In Deutschland wurden ca. 6.000 Frauen PIP-Implantate eingesetzt.

Begründung zu höherem Steigerungsfaktor nachträglich möglich (Arzt& Wirtschaft 20.06.2013)
Das Verwaltungsgericht (VG) Köln hat dargelegt, unter welchen Bedingungen Begründungen für die Verwendung erhöhter Steigerungssätze in einer Arztrechnung nachträglich eingereicht werden können (Az.: 19 K 6612/11). Das VG sah die erste in der Zahnarztrechnung angegebene Begründung als ausreichend an. Die nachträglich eingereichte Stellungnahme habe ebenfalls ausreichend die individuellen, patientenbezogenen Besonderheiten begründet.

Praxismanagement

Medizinische Fachangestellte: 23 Prozent unter Tarif bezahlt (Ärzteblatt 11.06.2013)
Nach einer Onlineumfrage bei 569 Mitgliedern des Verbandes Medizinischer Fachangestellter (MFAs) zeigte sich, dass fast ein Viertel der MFAs unter Tarif bezahlt werden. Margret Urban, stellvertretende Präsidentin im Verband medizinischer Fachberufe, kritisierte außerdem, dass etwa 43 Prozent der Arbeitsverhältnisse die Mindestbedingungen des Tarifvertrages nicht erfüllen, weil die MFAs in zu niedrige Tarifstufen eingeordnet seien.

Europa

GKV-Spitzenverband kritisiert "Europäisierung der Gesundheitspolitik" (Ärzteblatt 20.06.2013)
Der Vorsitzende des Verwaltungsrates des GKV-Spitzenverbandes und frühere Vorstandmitglied bei Verdi, Christian Zahn, hat die "Europäisierung der Gesundheitspolitik" unter die Lupe genommen. "Der Einfluss der Europäischen Union auf den Gesundheitsbereich hat in den letzten Jahren ganz deutlich zugenommen", sagte Zahn. Dadurch verlören die Nationalstaaten an Bewegungsfreiheit.
Der Vertrag von Lissabon sage eindeutig: "Bei der Tätigkeit der Union wird die Verantwortung der Mitgliedstaaten für die Festlegung ihrer Gesundheitspolitik sowie für die Organisation des Gesundheitswesens und die medizinische Versorgung gewahrt". Die EU werde in vielen Bereichen Benchmarks setzen, die eine Europäisierung auch des Gesundheitsmarktes politisch zum Ziel hätten. Dies gälte u. a. für die Mehrwertsteuer. Die EU wolle Sonderprivilegien im Gesundheitsbereich abschaffen. Dieses könne zu einer Mehrbelastung für die gesetzliche Krankenversicherung von 26,6 Milliarden Euro führen, so Zahn. Zahn beklagt, dass im Gesundheitswesen eine Ökonomisierung stattfinde, dass aber nie definiert wird, welche Gesundheitsziele verfolgt werden sollen.

Versorgung kranker Urlauber - EU rüffelt spanische Ärzte (Ärzte Zeitung 6.06.2013)
Die Europäische Kommission hat jetzt ein Auskunftsersuchen bei der spanischen Regierung als erste Stufe eines EU-Vertragsverletzungsverfahrens eingeleitet. Grund sind Klagen, dass akut erkrankte oder verunfallte Touristen in Urlaubsregionen nur gegen Privatrechnung und Auslandsreiseversicherung samt Kreditkarte in Krankenhäusern behandelt werden. Dieser Versicherungsschutz sollte eigentlich durch die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gesichert sein. Diese EHIC wird offenbar immer wieder von spanischen Krankenhäusern verweigert. In Deutschland ist die EHIC in der Versichertenkarte integriert; dadurch wurde der frühere Auslandskrankenschein ersetzt.

Deutschland bei Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben im Mittelfeld (Ärzteblatt 27.06.2013)
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in ihrem neuesten Bericht "Gesundheitsdaten 2013" folgende Daten für das Jahr 2011 angegeben:
Der Anteil der Gesundheitsausgaben an der Wirtschaftsleistung betrug in den USA 17,7 Prozent, den Niederlanden 11,9 Prozent, in Frankreich 11,6 Prozent und in Deutschland 11,3 Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP). Im Durchschnitt gaben die Länder der OECD 9,3 Prozent ihres BIP für Gesundheitsleistungen aus.
Die höchsten Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben hatten die USA mit 8,508 Dollar, gefolgt von Norwegen, der Schweiz und den Niederlanden. Deutschland rangierte mit 4,495 US-Dollar Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben an 9. Stelle.
Bei der stationären Versorgung standen in Deutschland 8,3 Betten je 1.000 Einwohner zur Verfügung; dies ist fast doppelt so viel wie im OECD-Durchschnitt (4,8 Betten auf 1.000 Einwohner).
Die Lebenserwartung lag in Deutschland für die gesamte Bevölkerung bei 80,8 Jahren. Sie ist mit 82,8 Jahren in der Schweiz am höchsten, gefolgt von Japan und Italien mit jeweils 82,7 Jahren. Der Durchschnitt der OECD-Länder liegt bei 80,1 Jahren.

Allgemeines

Umfrage: Gesundheit ist Deutschen wichtiger als Karriere (Ärzteblatt 7.06.2013)
Nach einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa geben 83 Prozent der Befragten der Gesundheit Priorität, gefolgt von 73 Prozent, die sich für Familie und Partner aussprechen. Dem beruflichen Erfolg wollten 18 Prozent Priorität geben und der Anerkennung durch Mitmenschen nur 8 Prozent. Dabei gibt es auch regionale Unterschiede. So wollten nur 13 Prozent in Nordrhein-Westfalen sich für eine Karriere am Arbeitsplatz einsetzen, dagegen 70 Prozent für Familie und Partner.

Termine

NARKA 2013
13. bis 15.09.2013 Aachen

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Die Helmsauer Gruppe führt auch Praxisbewertungen durch. Auf diesem Gebiet hat sie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung.
Tel. 0911-929203

Justiziar des BAO

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Chirurgen Magazin + ...

Heft 83, Ausgabe 1 – Februar 2017
Praxismanagement: Wie schütze ich meine Praxis für den Notfall vor finanziellem Chaos und Insolvenz?
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autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
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Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
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Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
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