|  drucken  |   impressum  
-Home   |   Mitgliedersuche   |   Amb. Operieren   |   Verband   |   Ärzte & Mitglieder   |   Presse   |   BAO-Aktuelles   |   Kontakt   |   Impressum

17.06.2013: BAO-Newsletter

BAO-Newsletter; Nr. 04/13, vom 17. Juni 2013 Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

BAO-Newsletter; Nr. 04/13, vom 17. Juni 2013
Nachrichten für Ambulante Operateure und Anästhesisten

Inhalt:
Mitteilungen des Präsidiums
Kommentierte Nachrichten
Nachrichten
Termine

Mitteilungen des Präsidiums

Zentrales Thema der letzten Tage war der 116. Deutsche Ärztetag in Hannover – und dort das Thema Weiterbildung in den Praxen der Vertragsärzte. Der BAO hat seit Jahren immer wieder darüber diskutiert, dass gerade auf die Operateure durch die teilweise komplette Verlagerung bestimmter Operationsarten aus den Krankenhäusern in die Ambulanz auch die Weiterbildung folgen müsste. Bislang wurde dies mehr als innerärztliches moralisches Problem von uns angesehen.

Das könnte jetzt anders werden. Wir wissen aber auch, dass bei den Kammern weit mehr Weiterbildungsberechtigungen an Praxen erteilt wurden als von diesen tatsächlich genutzt werden. Auch dies ist Teil des historisch gewachsenen Systembruches: Kein Krankenhaus ist denkbar ohne Assistenten in Weiterbildung, die einen Großteil der Patientenarbeit erledigen auch wenn sie nicht den Großteil der Umsatz erzeugenden Leistungen (bei uns: der Operationen) erbringen werden. Dies ist traditionell immer so gewesen und daher historisch in die Kostenkalkulationen der DRG´s eingegangen.

Ganz anders bei uns: höchste Effizienz des Praxisinhabers selber ist der einzige Weg zum (finanziellen) Überleben. Und ein weniger schneller Assistent ist in der EBM-Kalkulation nicht vorgesehen. Genauso wenig wie eine Leistungsausweitung durch einen Weiterbildungsassistenten.

Fazit: Die Beschlüsse des Ärztetages waren ein wichtiger Anfang. Bis zu einem funktionieren System ist es noch ein weiter Weg.

Erster Vorschlag des BAO für die Operationen: Schaffung der Ambulanten DRG´s. Dann ist die Weiterbildung wenigstens genauso gut oder schlecht abgebildet, wie im Krankenhaus.

Im Folgenden unter "Kommentierte Nachrichten" auch ein für einen Newsletter ungewöhnlicher Text, ein Protokoll aus einer Ausschusssitzung des Bundestages zum Thema Bürgerversicherung. Der Text ist auch öffentlich zugänglich unter http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_06/2013_301/01.html

Das Protokoll zeichnet die Lager gut nach. Es soll Stimmen geben, die behaupten, dass Ganze sei überhaupt nicht umsetzbar. Das kann uns aber nicht wirklich beruhigen.

Jörg Hennefründ

Kommentierte Nachrichten

Deutscher Bundestag Mi, 5. Juni 2013 Redaktionsschluss: 16:45 Uhr
1. Bürgerversicherung unter Sachverständigen umstritten

Ausschuss für Gesundheit (Anhörung)
Berlin: (hib/SUK) Möglichkeit und Wünschbarkeit der Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung werden von Experten höchst unterschiedlich bewertet. Dies wurde in einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses am Mittwoch, 5. Juni 2013, deutlich.
Grundlage der Diskussion war ein Antrag der Linksfraktion (17/7197) zur solidarischen Finanzierung von Gesundheit und Pflege. Nach dem Willen der Parlamentarier sollen dabei alle Menschen, die in Deutschland leben, Mitglied der "solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung" werden und nach ihrer "individuellen finanziellen Leistungsfähigkeit" in diese einzahlen. Die Beitragsbemessungsgrenze sei "perspektivisch abzuschaffen".
Insbesondere die von der Union benannten Experten halten dies für nicht umsetzbar und zudem verfassungsrechtlich bedenklich. So betonte der Journalist und Berater im Gesundheitswesen Robert Paquet, im Antrag der Linken würden die Einnahmen der Versicherung "schöngerechnet". Zudem würde mit einer Aufgabe der Beitragsbemessungsgrenze "das Sozialversicherungsprinzip aufgegeben" und "eine Art Flat-tax" eingeführt werden. Zudem würde die geforderte Abschaffung der privaten Krankenversicherung (PKV) rund 60.000 bis 67.000 sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter und tausende selbständige Versicherungsvermittler treffen. Sie umstandslos in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zu überführen sei nicht möglich, da die Geschäftsprozesse von GKV und PKV "weit auseinander" liegen würden.
Auch der Bonner Rechtswissenschaftler Gregor Thüsing betonte, die Beitragsbemessungsgrenze sei "nicht Ausdruck gesetzgeberischer Beliebigkeit", sondern als Gegenleistung für eine bestimmte Leistung konstitutiv für die Sozialversicherung und "nicht verzichtbar". Der Antrag der Linken suggeriere, mit den Forderungen werde ein Mehr an Solidarität erreicht, allerdings sei der Begriff der Solidarität darin "reichlich undifferenziert und leichtfüßig". Gerade durch den Antrag würden bestehende solidarische Elemente in der Sozialversicherung verschwinden, etwa durch die Forderung eines Rücklagenverbotes. Diese seien aber solidarisch gegenüber nachfolgenden Generationen.
Für den Beamtenbund unterstrich Klaus Dauderstädt, die Abschaffung der Beihilfe könne unter Umständen eine "massive Verletzung der Fürsorgepflicht" sein und müsse gegebenenfalls in Karlsruhe geklärt werden.
Für die Dienstleistungsgewerkschaft verdi erklärte dagegen Herbert Weisbrod-Frey, seine Organisation spreche sich deutlich für eine Bürgerversicherung aus. Das System, nachdem sich Einzelne abhängig von ihrem Einkommen aus der GKV "ausklinken" könnten, sei "überholungsbedürftig". Mit der derzeitigen Weichenstellung, die in Zukunft über Kopfpauschalen die Versicherten zusätzlich belasten werde, werde ein ungerechtes Gesundheitssystem erhalten. Ebenfalls für eine Bürgerversicherung sprachen sich Vertreter der BAG Selbsthilfe, des AWO Bundesverbandes und des Sozialverbands VdK aus.
Der Berliner Jurist Franz Knieps führte aus, er könne derzeit keinen Systemwettbewerb erkennen: Der Weg in die PKV stehe ohnehin nur einem sehr eingeschränkten Personenkreis offen und werde für viele zur "Entscheidung auf Lebenszeit". Der Wettbewerb innerhalb der GKV sei "intensiver", weil Versicherte hier innerhalb bestimmter Fristen bei Unzufriedenheit ihre Krankenkassen neu wählen könnten. Zudem sei die "Mär vom größeren Leistungskatalog" der PKV einer der "großen Mythen": Insbesondere für Familien, Ältere und Menschen mit seltenen Erkrankungen sei der Leistungskatalog der GKV "wesentlich präziser" und "zum Teil umfassender" formuliert.
http://www.bundestag.de/presse/hib/2013_06/2013_301/01.html

Kommentar: Ob mit der Bürgerversicherung mehr Gerechtigkeit entsteht, darf bezweifelt werden. Vermutlich würden die bislang privat Versicherten über alles eher Geld einsparen. Wenn dann Engpässe eintreten, werden diese sich schon zu helfen wissen. Als erstes sollte sich die Bevölkerung einmal den Hippokratischen Eid durchlesen. Der Verpflichtet die Ärzte ganz wesentlich darauf, ihre eigenen "Lehrer", d. h. Mitärzte zu versorgen.
J. H.

Zweitmeinungsverfahren bei niedergelassenen Chirurgen etabliert (Ärzteblatt 15.05.2013)
Die Ärzte des Berufsverbands Niedergelassener Chirurgen (BNC) bieten ihren Patienten bereits seit mehreren Jahren ein Zweitmeinungsverfahren an, bei dem Fachärzte dem Patienten - nach Untersuchung und Auswertung der vorhandenen Daten – ihren Rat zu einer geplanten Krankenhausoperation mitteilen. Der Vorteil dieses Angebotes gegenüber Zweitmeinungsportalen im Internet sei, dass die Fachärzte den Patienten auch persönlich untersuchten und mit ihm sprächen, so Präsident Haack. "Bevor operiert wird, sollte man zunächst alle konservativen Behandlungsmethoden ausschöpfen", betonte der BNC-Präsident.
Kommentar: Wie vom BNC sehr gut dargestellt, bemühen sich Ärzte immer schon, erst konservative Therapien auszuschöpfen. Insofern hat die Diskussion um unnötige durchgeführte Operationen etwas Irrationales: Schwarze Schafe gibt es immer und das finanzielle Denken wird den Ärzten jetzt schon im Krankenhaus beigebracht, weil Politik und Kassen dies so wollten.
Wenn man dies politisch besser kontrollieren wollte, gäbe es aber ganz einfache Möglichkeiten: Immer ein Zweitmeinungsverfahren oder besser Vergütung, falls Zweitmeinung vorausgegangen. Wichtig wäre allerdings die Unabhängigkeit: Also: nicht von Kollegen einer Praxisgemeinschaft oder des gleichen Trägers. Dann hätte man auch gleich dem Problem der Selbstzuweisung von Krankenhäusern aus angeschlossenen MVZ vorgebeugt. Denken wir einmal daran, wie die Kammern die Boni der Chefärzte für große Op-Zahlen geächtet haben. Warum sollte nicht eines Tages eine ähnliche Ächtung für Selbstzuweisungen erfolgen?
J. H.

Nachrichten (zusammengefasst von Jost Brökelmann)

Gesetzliche Krankenversicherung

Rote Visionen: Agenda 2013 für das Gesundheitssystem (Ärzte Zeitung 3.05.2013)
Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hat eine "Neuordnung der Versorgung" vorgeschlagen, die besonders die Arzthonorare als Hebel für die Reform einsetzen will. Eine einheitliche Gebührenordnung für Ärzte sei Voraussetzung für die Bürgerversicherung und für eine Neuordnung der Versorgung überhaupt, so sagt es das Reformprogramm. Das Gesamthonorar aus EBM und GOÄ müsse garantiert werden; Hausärzte sollen besser gestellt werden.
Auf der Verliererseite stünden einmal der Arzt mit vielen Privatpatienten und zum anderen die KVen, denn sie würden durch weitere Förderung Integrierter Versorgungsformen entmachtet; die integrierte Bedarfsplanung soll bei den Ländern liegen; auch das Bundesversicherungsamt (BVA) wäre ein Verlierer der Neugestaltung, denn die Bonner Behörde soll nur für die Aufsicht über die Haushalte aller Kassen zuständig sein. Die Versorgungssteuerung sei Aufgabe der Länder.
Link: http://library.fes.de/pdf-files/wiso/09893.pdf

Reformdiskussion: Neue Allianz für Einheitsversicherung (Dtsch Arztebl 2013; 110(21): A-1018 / B-890 / C-886)
Die Bertelsmann-Stiftung und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordern, dass die gesetzliche und die private Krankenversicherung (GKV und PKV) zu einer "integrierten Krankenversicherung" vereint werden.
Links zu den Diskussionen um die Zukunft des dualen Krankenversicherungssystems:
Finanzierungskonzept der Bundesärztekammer: http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/05_116DAeTAntrag_ZukunftKrankenversicherung_April_2013.pdf
IGES-Studie: http://www.bertelsmann-stiftung.de/cps/rde/xchg/SID-BF15193C-B0CDB42F/bst/hs.xsl/nachrichten_116309.htm
Ärztliche Vergütung in einem einheitlichen Versicherungsmarkt (Wasem-Studie): http://www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/508076/Datei/66148/TK-spezial-Maerzi-2013.pdf
PVS-Studie: http://www.pvs.de/presse/pressemitteilungen/details/archiv/2013/mai/article/einheitlicher-bewertungsmassstab-fuer-alle/

Korruption: Kammern sind Hände gebunden (Ärzte Zeitung 3.05.2013)
Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery hat bezüglich des Verhältnisses zwischen Ärzten und pharmazeutischer Industrie noch einmal betont, dass "die Wahrung der ärztlichen Unabhängigkeit gesichert sein sowie das Patientenwohl als oberste Handlungsmaxime" gelten müssen. Da die Kammern laut Berufsordnung keine Ermittlungskompetenz haben, würde es auch wenig Sinn machen, eine "lex specialis" für Ärzte zu schaffen. Wenn eine Gesetzesinitiative notwendig würde, dann müsse sie alle Berufe und Tätigkeiten im Gesundheitswesen sowie die Krankenkassenmitarbeiter einschließen. Ein solches Gesetz müsse im Strafgesetzbuch verankert sein und nicht im SGB V, wie vom Bundegesundheitsministerium beabsichtigt.

Kliniken: Länder fordern Reform der Finanzierung (Ärzte Zeitung 3.05.2013)
Die Bundesländer fordern vom Bund, "umgehend einen Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung vorzulegen". Die Länder wollen, dass Patienten sich künftig "darauf verlassen können müssen, dass Indikationsstellung ebenso wie die vorgeschlagene Therapie allein medizinisch begründet sind." Weiter fordern die Länder mit Blick auf die Fallzahlendebatte "Finanzielle Interessen der Leistungserbringer dürfen dabei keine Rolle spielen".

Krankenkasse hkk bietet elektronische Patientenquittung an (Ärzteblatt 3.05.2013)
Die Krankenkasse hkk mit Sitz in Bremen bietet ihren Versicherten an, jederzeit online zu sehen, wie viel Geld für welche Leistungen an Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser bezahlt wurde. Ziel dieser Aktion sei, durch Transparenz die Fehlerquote bei Abrechnungen zu senken.

Bundestagswahl: Was die Grünen im Gesundheitswesen planen (Ärzteblatt 6.05.2013)
Die Grünen fordern eine Bürgerversicherung, an der alle Bürger teilnehmen sollen und bei der die paritätische Finanzierung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wieder hergestellt wird. Für die Finanzierung des Gesundheitswesens sollen auch Mieteinnahmen, Aktiengewinne, Zinsen und anderes Beitragsrelevantes herangezogen werden. Die Bürgerversicherung soll eine gemeinsame Honorarordnung erhalten; sie sei aber keine Einheitsversicherung, denn sowohl gesetzliche als auch private Krankenversicherer könnten sie anbieten. Dabei sollen aber die höheren Honorare, die heute über die Privatversicherten an die Ärzteschaft und an die anderen Gesundheitsberufe fließen, gerechter verteilt werden. Die Bürgerversicherung will eine Primärversorgung einführen, in der die Hausärzte aufgewertet werden. Für alle fachärztlichen Leistungen soll ein einheitliches Vergütungssystem geschaffen werden.

Vergleich GKV vs. PKV: 20 Tage länger warten (Ärzte Zeitung 6.05.2013)
Die Bundestagsabgeordnete Nicole Maisch, verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen, hat eine Telefonumfrage bei 470 Facharztpraxen in Hessen initiiert. Danach erhielten Anrufer, die sich als GKV-Versicherte ausgaben, im Schnitt 20 Tage später als angebliche PKV-Versicherte, einen Termin. Die Angaben variierten stark nach städtischen und ländlichen Regionen. Extreme waren, Termine in einem Jahr für einen angeblichen GKV-Versicherten, 44 Tage für einen Privatversicherten.
Die Ergebnisse dieser Umfrage werden von der Landesärztekammer zurückgewiesen. Deren Präsident erklärte "Ärzte vergeben Termine nach medizinischen Gesichtspunkten - und dies unabhängig davon, ob ein Patient privat oder gesetzlich krankenversichert ist".

Chefarztvergütung: Bonus fürs Operieren wird öffentlich (Ärzte Zeitung 13.05.2013)
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat jetzt Empfehlungen für die umstrittenen Chefarztboni vorgelegt. Diese Empfehlungen wurden mit der Bundesärztekammer (BÄK) abgestimmt. Damit folgt sie einer Verpflichtung durch den Gesetzgeber, Anreize für überflüssiges Operieren zu beseitigen.
Die Kliniken müssen in Zukunft in den Qualitätsberichten für Patienten offenlegen, ob und für welche Operationen sie Zielvereinbarungen mit Chefärzten getroffen haben. Nach aktuellen Erhebungen erhalten etwa 40 Prozent der Klinikärzte Boni.

Behandlungsfehler: Orthopäden und Unfallchirurgen am häufigsten am Pranger (Ärzte Zeitung 16.05.2013)
Aus der Jahresstatistik 2012 des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) geht hervor, dass die Quote bestätigter Behandlungsfehler in Arzt-, Zahnarztpraxen, Kliniken sowie stationären und ambulanten Pflegediensten unverändert bei über 30 Prozent der untersuchten Vorwürfe liege. Mehr als ein Viertel aller vom MDK bearbeiteten Vorwürfe kamen von Patienten, die in der Orthopädie und Unfallchirurgie versorgt wurden.
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat ein nationales Behandlungsfehlerregister gefordert, um einen Überblick über alle Behandlungsfehler zu erhalten.

Neue Regeln für Qualitätsberichte der Krankenhäuser (Ärzteblatt 17.05.2013)
Die jährlichen Qualitätsberichte der Krankenhäuser müssen in Zukunft von allen Standorten der einzelnen Kliniken erstellt werden; zusätzlich müssen Informationen zum Thema Hygiene, u. a. Zahl der beschäftigten Hygienefachkräfte, veröffentlicht werden. Dieses beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).
Seit 2005 sind die Krankenhäuser gesetzlich verpflichtet, regelmäßig strukturierte Qualitätsberichte zur Information von Patienten und Ärzten zu veröffentlichen.

Infektionsschutz: Gesetzesziele unerreichbar, weil Ärzte fehlen (Ärzte Zeitung 17.05.2013)
Auf dem 2. Berliner Hygienesymposium der Initiative Infektionsschutz erläuterten Fachleute, dass das Infektionsschutzgesetz der Bundesregierung wesentliche Ziele verfehlt. Wenn alle Kliniken mit mehr als 400 Betten mindestens einen Arzt als Krankenhaushygieniker haben müssen, sei dieses nicht zu schaffen; denn es gäbe bislang nur 90 anerkannte Krankenhaushygieniker. Auch würde das Ziel einheitlicher Bedingungen nicht erreicht, dazu seien die Länderhygieneverordnungen noch zu unterschiedlich.
Zur Zahl der von Krankenhausinfektionen betroffenen Patienten gibt es offenbar unterschiedliche Angaben: Das Bundesgesundheitsministerium gibt zwischen 400.000 und 600.000 an. Das Nationale Referenzzentrum für nosokomiale Infektionen an der Berliner Charité geht für 2009 von 620.000 Infektionen aus. Etwa ein Drittel aller Infektionen gelte als vermeidbar. Die Kosten der nosokomialen Infektionen für das Gesundheitswesen seien auf jährlich 2,5 Milliarden Euro anzusetzen.

Niedergelassene Chirurgen würden Weiterbildung des Nachwuchses selbst bezahlen (Ärzteblatt 22.05.2013)
Die niedergelassenen Chirurgen wären bereit, einen Teil ihres eigenen Honorars für die Weiterbildung von Assistenzärzten zur Verfügung zu stellen, wenn die Krankenkassen auch einen entsprechenden Beitrag leisten würden. Dies ergab eine Umfrage vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) bei seinen Mitgliedern. Laut Jörg Rüggeberg, Vizepräsident des BDC, gäbe es zurzeit keine gesetzliche Regelung, wer die fachärztliche Weiterbildung in Praxen bezahlen solle. "Angesichts der politisch gewollten Verlagerung großer Teile der Medizin und speziell der operativen Behandlungen in den ambulanten Bereich muss auch die Weiterbildung dieser Entwicklung folgen", so Jörg Rüggeberg.

Hartmannbund: Krankenkassen müssen Mittel für ambulante ärztliche Weiterbildung bereitstellen (Pressemitteilung Hartmann-Bund vom 22.05.2013)
Der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, forderte den Gesetzgeber auf, die Krankenkassen durch eine Ergänzung des SGB V zu einer Mitfinanzierung der Weiterbildung im ambulanten Sektor zu verpflichten.
Text der Pressemeldung siehe http://www.hartmannbund.de/enews/2518/144/Reinhardt-Krankenkassen-muessen-Mittel-fuer-ambulante-aerztliche-Weiterbildung-bereit-stellen/

Freie Ärzteschaft: Präsident behandelt nur noch privat (Ärzte Zeitung 24.05.2013)
Der Vorsitzende der Freien Ärzteschaft, Wieland Dietrich, gibt seine Kassenzulassung zum 30. Juni zurück und behandelt in seiner Praxis nur noch Privat- und Berufsgenossenschafts-patienten. Zu den vorgegebenen wirtschaftlichen Bedingungen der Vertragsärzte sei keine anständige medizinische Versorgung der Patienten mehr möglich, so Dietrich. Außerdem kämen steigende bürokratische Belastungen hinzu.

116. Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung I (Ärzteblatt 31.05.2013)
Wegen der dramatisch angewachsenen Haftpflichtversicherungsprämien für Ärzte sprach sich der Ärztetag für eine Absenkung der Versicherungssteuer für ärztliche Haftpflichtversicherungen auf 11 Prozent aus. Außerdem forderte das Ärzteparlament den Gesetzgeber auf, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) zu einer "wirklichen Gebührenordnung" wird. Dazu gehören Einzelleistungsvergütungen, feste Preise in Euro und die Zugrundelegung anerkannter betriebswirtschaftlich kalkulierter Praxiskosten unter Anpassung an die tatsächliche Kostenentwicklung.

Privatversicherer

Gebührenordnung für Ärzte: Montgomery fordert Inflationsausgleich (Ärzteblatt 15.05.2013)
Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) Frank Ulrich Montgomery hat die Forderung der BÄK nach einem Inflationsausgleich in der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) wiederholt. Seit der letzten GOÄ-Überarbeitung 1996 seien die Preise um 30,5 Prozent gestiegen. Die Gebührenordnungen anderer freier Berufe, z. B. der Tierärzte, seien gestiegen; die Anhebung der Rechtsanwaltshonorare um zwölf Prozent stehe bevor. Die Ärztinnen und Ärzte sollten nicht benachteiligt werden, wenn sich die GOÄ-Novellierung verzögert.

Deutscher Ärztetag: GOÄ-Punktwert um 30 Prozent anheben (Ärzteblatt 29.05.2013)
Der 116. Deutsche Ärztetag hat die Politik aufgefordert, die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) zu novellieren bzw. als Übergangslösung einen Inflationsausgleich zu schaffen. Dieser betrage seit 1996 30,4 Prozent.

GOÄ: Bahr weist BÄK-Forderung nach Inflationsausgleich zurück (Ärzteblatt 29.05.2013)
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die Forderung der Bundesärztekammer nach einem Inflationsausgleich von rund 30 Prozent abgelehnt. "Ich kenne keine Berufsgruppe, die einen kompletten Inflationsausgleich bekommt", so Bahr.

Rechtliches

Keine Umsatzsteuerbefreiung bei Schönheitsoperationen (Arzt & Wirtschaft 13.05.2013)
Nach einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz (Urteil vom 12. Januar 2012, 6 K 1917/07; Revision eingelegt, Az. Bundesfinanzhof: V R 16/12) sind kosmetische Leistungen ohne therapeutischen oder präventiven Nutzen nicht von der Umsatzsteuer befreit.
A&W weist darauf hin, dass neben Schönheitsoperationen auch IGeL-Leistungen sowie die Erstellung von Gutachten umsatzpflichtige Vorgänge sein können.

Behandlungsfehler: Anspruch auch ohne unumstößlichen Beweis (Ärzte Zeitung 23.05.2013)
Bei Schadenersatzforderungen gegen einen Arzt oder eine Klinik müssen Patienten die Behandlungsfehler nicht "unumstößlich" beweisen; es genüge, die Gerichte zu überzeugen, so der Bundesgerichtshof (BGH) (Az.: VI ZR 44/12). Im vorliegenden Fall hatte der OP-Bericht keine Anhaltspunkte für einen

Praxismanagement

Darmkrebs: Immunologische Tests sind Guajak-Test überlegen Ärzteblatt 27.05.2013)
Immunologische Stuhltests können, so eine Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums, okkultes Blut im Stuhl deutlich besser nachweisen als der Standardtest auf Enzymbasis (European Journal of Cancer - 2013; doi: 10.1016/j.ejca.2013.04.023). Die Sensitivität auf Darmkrebs oder seine Vorstufen sei zwei bis dreimal so hoch wie beim traditionellen Guajak-Test. Nach Angaben der Autoren ist dieses der erste größere Vergleich zwischen Standardtest und immunologischem Test.

Sterblichkeit nach Operationen: Wochenend-Effekt beginnt schon am Freitag (Ärzteblatt 29.05.2013)
Paul Aylin vom Imperial College London hat 4.133.346 elektive Operationen untersucht und anhand der Sterberegister die 30 Tage Sterblichkeit ermittelt: Im Durchschnitt kamen 6,7 Todesfälle auf 1.000 Patienten. Am niedrigsten war die 30-Tagessterblichkeit am Montag (5,5/1.000 Patienten); sie stieg am Dienstag um 7 Prozent im Vergleich zu Montag, am Mittwoch um 15 Prozent, am Donnerstag um 21 Prozent und am Freitag um 44 Prozent im Vergleich zu Montag. Da elektive Eingriffe am Wochenende selten sind könnte es sich hier um eine Fehlbenennung von Notfalleingriffen handeln. Da die meisten schweren Komplikationen in den ersten 48 Stunden nach der Operation auftreten, und diese 48 Stunden fielen bei einer Freitags-Operation gerade auf das Wochenende, wenn der Personalschlüssel reduziert ist und es nur einen ärztlichen Bereitschaftsdienst gibt.

Termine

NARKA 2013
13. bis 15.09.2013 Aachen

Dr. Jörg Hennefründ, Prof. Dr. Jost Brökelmann, Redakteure BAO-Newsletter
Bundesverband für Ambulantes Operieren e.V. – BAO
Präsident Dr. med. Axel Neumann
Vereinsregister: Amtsgericht Bonn VR 6346
Sterntorbrücke 1, D-53111 Bonn
Tel.: 0228-692423, Fax: 0228-631715
E-Mail: baobonn@t-online.de
Internet: http://www.operieren.de

Helmsauer & Kollegen...
Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
http://www.helmsauer-gruppe.de/

Die Helmsauer Gruppe führt auch Praxisbewertungen durch. Auf diesem Gebiet hat sie mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung.
Tel. 0911-929203

Justiziar des BAO

Kostenfreie Mitglieder Telefon-Hotline für alle rechtlichen Fragen
- weiter

Chirurgen Magazin + ...

Heft 83, Ausgabe 1 – Februar 2017
Praxismanagement: Wie schütze ich meine Praxis für den Notfall vor finanziellem Chaos und Insolvenz?
- weiter

autsch!

autsch! Wenn Politik weh tut Politik drängt ambulante OP-Praxen ins Abseits.
- weiter

Helmsauer & Kollegen...

Der Spezialist für das Gesundheitswesen
Persönlicher Kontakt, Vertrauen und Stabilität stehen bei uns an erster Stelle, wenn es um die Beratung im Bereich der Versicherung, Betriebswirtschaft sowie der Abrechnung geht.
- weiter

Mitglieder-Login

Geschlossener Bereich für Mitglieder des BAO.
- weiter

Partner PKG

Die Deutsche Praxisklinikgesellschaft (PKG) e.V. ist ein Zusammenschluss von Operationszentren, Tages- und Praxiskliniken und medizinischen Versorgungszentren, in denen ambulante und praxisklinische Operationen durchgeführt werden.
- weiter

Partner AND

Das AND e.V. als Zusammenschluss regionaler Anästhesie-Netze und –Genossenschaften vertritt auf Bundesebene Interessen der freiberuflich tätigen und niedergelassenen Anästhesisten.
- weiter

BVASK

Der Berufsverband für Arthroskopie e. V.
- weiter